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Gesundheit

Schulterluxation: Schonende Operationsmethode macht wieder fit

15. Juni 2021 00:04 Uhr

Schulterluxation: Schonende Operationsmethode macht wieder fit
Patient Gerald Hraba kann schon wieder Tennis spielen.

Fast zwei Prozent erleiden im Laufe ihres Lebens eine sogenannte symptomatische Schulterinstabilität – Tendenz steigend.

Ob beim Mountainbiken, Judo oder Hantelstemmen – aktive Men-schen kennen das Problem von Schulterluxationen (Verrenkungen des Gelenks). Mithilfe einer schonenden Operationsmethode werden Patienten am Ordensklinikum Linz aber rasch wieder beweglich, dabei handelt es sich um das sogenannte J-Span-Plastik-Verfahren, wie Reinhold Ortmaier, stellvertretender Vorstand der Orthopädischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern erklärt.

"Bei dieser Operationsmethode wird die Anatomie des Gelenks nicht verändert und es muss kein Fremdmaterial wie Schrauben oder Ähnliches verwendet werden. Sie kommt dann zur Anwendung, wenn durch die Luxation – also durch die Verrenkung des Gelenkes – die Gelenkpfanne Knochen verliert und es dadurch zu einer dauerhaften Instabilität kommt", erklärt der Facharzt für Orthopädie. "Es wird dabei ein Stück Knochen vom Becken entnommen und entweder über einen kleinen Schnitt oder arthroskopisch an der Gelenkpfanne eingebracht."

Die Operation dauert rund eine Stunde, nach wenigen Tagen können die Patienten das Krankenhaus mit einer Bandage verlassen, die sie drei Wochen tragen müssen. Da-nach dürfen sie sich wieder frei bewegen und die Belastung aufbauen. Volle sportliche Aktivität ist nach zwölf Wochen erlaubt. Gerald Hraba aus Reichenau im Mühlkreis kennt das: Nach einem harmlosen Sturz über die Treppe hatte sich der 45-Jährige die linke Schulter ausgekegelt. Er konnte sie zwar vorerst wieder einrenken, es war aber ein Knochenstück aus der Pfanne gebrochen und das instabile Gefühl blieb. Der Servicetechniker, der schwere körperliche Arbeit verrichtet, kam ins Ordensklinikum Linz und wurde von Oberarzt Ortmaier mittels J-Span-Plastik-Methode operiert.

"Das hat sehr gut funktioniert. In den ersten drei Wochen wurde mein Arm ruhiggestellt, ich machte Physiotherapie und durfte bis an die Schmerzgrenze belasten", erzählt der Mühlviertler. Nach zwei Monaten konnte er wieder Skifahren, nach drei Monaten "war die volle Kraft wieder, ich spiel auch schon längst wieder Tennis."

Manchmal bleibt eine minimale Außenrotationseinschränkung, aber das sei minimal, sagt Unfallchirurg Reinhold Ortmaier. "Man kann also sagen, dass die volle Beweglichkeit und volle Stabilität in weit mehr als 90 Prozent der Fälle erreicht werden können, das ist wissenschaftlich belegt."

Sein Tipp um Schulterverletzungen möglichst zu vermeiden: "Wärmen Sie sich gut auf und achten Sie auf ein gutes Muskel-Korsett rund um die Schultern und bleiben Sie beim Training stets konzentriert."

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