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Gesundheit

Schlank mit Skalpell: "Zwei Jahre nach der Operation ist oft der Knackpunkt"

Von Claudia Riedler 22. Mai 2019 00:04 Uhr

Diät Abnehmen Gewichtsreduktion
(Symbolfoto)

Übergewicht (Adipositas) ist eine ernsthafte chronische Erkrankung. Bei einem BMI (Body Mass Index) über 40 hilft oft nur eine Operation beim Abnehmen.

"Laut Studie schaffen es bei einem BMI über 40 nur zwei Prozent der Betroffenen, dauerhaft abzunehmen", sagt Sonja Pedevilla, Chirurgin im Salzkammergutklinikum Gmunden. Sie hat bereits 1000 "bariatrische" Operationen durchgeführt. Bei der OÖN-Gesundheitstour zum Thema "Schlank im OP" vergangene Woche beantwortete die Chirurgin gemeinsam mit der Diätologin Eva Tober, Psychologin Petra Tontsch-Eder und Uniqa-Vitalcoach Margit Wachter alle Fragen zum Thema.

Wer kommt für die Adipositas-Operation in Frage?

Man muss unterscheiden zwischen "banalem" Übergewicht und krankhaftem Übergewicht. Für die OP kommen Patienten mit einem BMI (Body Mass Index) von 40 oder mehr in Frage. Das sind zum Beispiel 115 Kilogramm bei 1,70 Meter Körpergröße. Bei Begleiterkrankungen wie Diabetes operieren wir auch mit niedrigerem BMI.

Was passiert vor der OP?

Bevor eine derartige Operation durchgeführt wird, müssen sich die Patienten einer ausführlichen psychologischen und diätologischen Beratung unterziehen. Die Operation ist ein Sprungbrett für die Gewichtsabnahme, die Umstellung der Ernährung erfolgt auf Lebenszeit.

Gibt es psychologische Ausschlusskriterien?

Ja, dazu gehört etwa eine Substanzenabhängigkeit oder eine unbehandelte Ess-Brech-Störung.

Welche Arten von OP gibt es?

Seit der ersten OP 1955 wurden viele verschiedene Techniken angewendet. Gut erforscht und damit sicher sind aktuell der Magen-Bypass, bei dem eine Abkürzung von Magen zu Dünndarm geschaffen wird, und der Magenschlauch, bei dem der größte Teil des Magens entfernt wird.

Wie lange dauert die OP?

Nach einer längeren Phase der Vorbereitung geht die Operation ganz schnell. Sie dauert etwa eineinhalb Stunden, nach zwei bis drei Tagen kann der Patient wieder nach Hause gehen. Es gibt aber auch dann immer wieder Kontrolltermine.

Was kann man nach der Operation essen?

Zunächst zwei bis drei Wochen nur weiche, breiige Kost. Danach kann man auch anderes ausprobieren. Wichtig ist gutes Kauen, langsam zu essen und das Essen und Trinken zeitlich zu trennen. Vitamin- und Eiweißpräparate müssen ergänzend eingenommen werden.

Wie gut funktioniert die Umstellung der Ernährung?

Am Anfang meist sehr gut, man nimmt schnell ab, das wird auch Honeymoon-Phase genannt. Nach etwa zwei Jahren ist oft der Knackpunkt. Deshalb ist eine begleitende Psychotherapie wichtig. In den Krisen kann man lernen und die Autobahnen im Gehirn neu bauen.

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Artikel von

Claudia Riedler

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Claudia Riedler
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