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Gesundheit

Nicht immer harmlos: Schwitzen in der Nacht

28. Oktober 2020 08:46 Uhr

Nicht immer harmlos: Schwitzen in der Nacht
Wenn man nachts immer wieder schwitzt, sollte man diesem Symptom auf den Grund gehen.

Wer immer wieder schweißnass erwacht, sollte seinen Hausarzt kontaktieren und dieses Symptom abklären lassen.

Das Nachthemd klebt am Körper, die Bettdecke ist feucht, auf Brust und Rücken steht der Schweiß: Wer nachts durchgeschwitzt aufwacht, hat vielleicht eine zu hohe Temperatur im Schlafzimmer oder einfach nur einen schlechten Traum durchlebt.

Schwitzen während der Nachtstunden kann jedoch auch Krankheitssymptom oder Warnsignal dafür sein, dass im Körper etwas nicht stimmt.

Von Grippe bis Krebs

Durch das Schwitzen schützt sich unser Körper vor Überhitzung, die aufgebaute Wärme wird von innen nach außen abgeleitet. "Das vegetative Nervensystem gibt über den Botenstoff Acetylcholin den fast zwei Millionen Schweißdrüsen auf unserer Haut das Signal dazu", erklärt Primar Thomas Bamberger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Klinikum Schärding. Nächtliches Schwitzen sei typisch für Infektionskrankheiten wie beispielsweise Grippe oder Lungenentzündung. Die durch das Fieber aufgebaute innere Wärme wird so abgebaut. Ernsthafte Erkrankungen wie Aids, Tuberkulose oder eine Schilddrüsenüberfunktion könnten ebenso der Grund sein wie bestimmte Krebserkrankungen.

"Wenn der Nachtschweiß länger als drei oder vier Wochen andauert und mit weiteren Beschwerden wie Schmerzen, ständigem Durst oder Gewichtsverlust verbunden ist, sollte eine ursächliche Erkrankung abgeklärt werden", erklärt Thomas Bamberger. Vielfach würden Medikamente Schweißausbrüche als unerwünschten Nebeneffekt mit sich bringen, vor allem Arzneien, die das vegetative Nervensystem beeinflussen. Dazu zählen durchblutungsfördernde Mittel, die beispielsweise bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder koronarer Herzkrankheit verordnet werden. Auch Antidepressiva und starke Schmerzmittel wie Opioide können diese Nebenwirkung verursachen.

Wer viel schwitzt, muss unbedingt ausreichend Flüssigkeit zuführen, denn mit dem Schweiß verliert der Körper auch Mineralstoffe und Salz. Außerdem sollten auslösende Faktoren wie Alkohol, Nikotin, scharfes Essen und Koffein vermieden werden. Die ideale Temperatur im Schlafzimmer liegt bei 16 bis 18 Grad.

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