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Gesundheit

Neue Behandlung bei Neurodermitis

14. April 2021 00:04 Uhr

Neue Behandlung bei Neurodermitis
Neurodermitis trifft nicht nur Kinder. Auch zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen leiden daran.

Wirksame Mittel gegen den quälenden Juckreiz: Mit monoklonalen Antikörpern und Enzymhemmern sollen auch Möglichkeiten zum Einsparen von Cortison gegeben sein.

Bis zu einem Fünftel der Kinder und zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen leiden an atopischer Dermatitis, besser bekannt als "Neurodermitis". Entzündliche Ekzeme und quälender Juckreiz sind die Hauptsymptome. Nach jahrelangem Stillstand bei der Neuentwicklung von Medikamenten verspricht nun eine ganze Reihe von neuen Behandlungsmöglichkeiten deutliche Besserung: wirksame Salben, monoklonale Antikörper und Arzneimittel in Tablettenform. "Neurodermitis ist jedenfalls die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung in Europa. Oft treten die Symptome schon im Kleinkindesalter auf. Bei Kindern bis hin zum Vorschulalter zeigen zehn bis 15 Prozent zumindest vorübergehend Zeichen der Erkrankung. Es gibt auch Angaben von einer Häufigkeit bei Kindern von bis zu 20 Prozent", sagte Andreas Pinter von der Abteilung für Dermatologie an der Universitätsklinik Frankfurt vor kurzem in einem Online-Hintergrundgespräch.

Entzündungen und Juckreiz

Zwei Prozent der Erwachsenen leiden in ihrem Leben fast ununterbrochen an den Symptomen und sind durch die Krankheit beeinträchtigt. Entzündung, Juckreiz und Hautinfektionen enden leicht in einem Teufelskreis.

Während bei leichter atopischer Dermatitis Pflegemittel helfen, geht es oft schon bei milden Symptomen um die erste Anwendung von Cortison-haltigen Salben. Bei anhaltend schwerem Erkrankungsbild waren bisher alte und stark immunsupprimierende Medikamente wie Cyclosporin A, Cortison zum Einnehmen, Methotrexat, Azathioprin, Mycophenolat- Mofetil sowie UV-Bestrahlung und Vitamin-E-Abkömmlinge häufig verwendete Mittel – wegen potenzieller Nebenwirkungen sind so ziemlich alle mit sprichwörtlicher Vorsicht anzuwenden.

Crisaborol-Salbe: Im März 2020 wurde mit einer Crisaborol-Salbe ein neues antientzündliches Mittel von der Europäischen Arzneimittelagentur für Kinder und Erwachsene mit leichter bis moderater atopischer Dermatitis zugelassen. Diese Therapie stammt aus den molekularbiologischen Erkenntnissen der Immunologie.

Dupilumab: Der monoklonale Antikörper hemmt den Rezeptor für einen entzündungsfördernden Immunbotenstoff namens "Interleukin-4-Rezeptor alpha".

Dupilumab muss unter die Haut injiziert werden. In Phase-III-Studien zeigte sich bei 37 Prozent der Behandelten ein Rückgang der Beschwerden oder Symptomfreiheit.

Nemolizumab: Bei Patienten mit Neurodermitis findet sich – abhängig vom Schweregrad der Symptome – auch der entzündungsfördernde Immunbotenstoff namens Interleukin-13 (IL-13).

Dagegen wirkt der monoklonale Antikörper Nemolizumab, der in naher Zukunft zugelassen werden soll.

Baricitinib: Während die monoklonalen Antikörper injiziert werden müssen, gibt es auch immer mehr wirksame Arzneimittel zur oralen Einnahme. Erst kürzlich wurde in Europa für die Behandlung der atopischen Dermatitis der Wirkstoff Baricitinib zugelassen. Dieser hemmt Enzyme, welche bei Entzündungen eine Rolle spielen.

Die Wirkstoffe werden mit großem Erfolg in der Therapie der rheumatischen Arthritis eingesetzt. In Phase-III-Studien mit Baricitinib erreichte knapp ein Drittel der Probanden fast beziehungsweise vollständige Symptomfreiheit. Das entsprach etwa dem Doppelten der Erfolgsrate in einer Placebo-Gruppe.

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