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Gesundheit

Mikrochirurgie in Zürich: Erstmals Symani-Roboter eingesetzt

Von nachrchrichten.at/apa   05. August 2021 15:46 Uhr

(Symbolbild)

ZÜRICH. Einer der weltweit ersten mikrochirurgischen Eingriffe mittels Roboter ist am Dienstag in Zürich durchgeführt worden.

In einer fünfstündigen Operation wurden einer Patientin mit Lymphödem feinste Verbindungen zwischen Lymphgefäßen und Venen gelegt. Der Operierten gehe es gut, sie dürfe drei Tage nach dem Eingriff schon nach Hause, teilte das Universitätsspital Zürich (USZ) am Donnerstag mit.

Der verwendete Symani-Roboter ermögliche Operationen, die bis jetzt noch nicht durchführbar waren. Die Methode sei außerdem für die oder den Ausführenden bequemer, da der Eingriff sitzend und ferngesteuert durchgeführt werden kann.

Präzisere Vorgehensweise

Operationen an Blut- und Lymphgefäßen oder Nerven mit einem Durchmesser von weniger als 0,8 Millimeter könnten grundsätzlich von Hand genauso gut durchgeführt werden, erklärt Nicole Lindenblatt, die den Eingriff realisiert hat. Doch mit dem Roboter könne man in tiefere Lagen vordringen und noch feinere Gefäße operieren.

Der Roboter wird gänzlich von der Chirurgin gesteuert. Sie sitzt auf einem Sessel und hält zwei Pinzetten in der Hand. Die Bewegungen, die sie ausführt, werden auf die Mikroinstrumente übertragen. Auf einem Bildschirm wird mittels Kamera das Operationsgebiet bis zu 30-mal vergrößert dargestellt. Durch eine spezielle Brille, welche die Operateure zusätzlich tragen, sehen sie das Bild in 3D.

Lindenblatt, Stellvertretende Direktorin der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, hat sich schnell an den Roboter gewöhnt: "Wir haben im Skills Lab an 0,5 Millimeter großen Plastikgefäßen geübt. Zu Beginn wusste ich nicht genau, wie viel Kraft ich auf die Instrumente ausüben soll. Die Herausforderung lag darin, dass ich nicht fühle, wie stark der Druck ist. Nach wenigen Tagen war es problemlos möglich, die Gefäße präzis zu nähen".

Erst dritter Einsatz weltweit

Am USZ werden jährlich zwischen 200 und 250 Patientinnen und Patienten mikrochirurgisch operiert - bei Brustrekonstruktionen, Rekonstruktionen an Kopf, Hals und Extremitäten und in der Lymphchirurgie. Sie alle werden vom Operationsroboter profitieren können. Der Mikrochirurgieroboter Symani war bis heute weltweit erst dreimal im Einsatz: im Uniklinikum Salzburg, am Universitätsspital Zürich und im Ospedaliero Universitaria Careggi in Florenz.

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