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Gesundheit

Mama hat Multiple Sklerose

Von Valerie Hader  21. Mai 2020 08:31 Uhr

Mama hat Multiple Sklerose
Ein Selfie im Garten: Martina Mimler mit Tochter Ronja

Welt-MS-Tag: Martina Mimler (31) aus Sierning erzählt, wie sie und ihre Familie den Alltag mit der Krankheit meistern

Multiple Sklerose – und das mit 19. So alt war Martina Mimler aus Sierning, als sie die Diagnose erhielt. "Da hab ich überhaupt das erste Mal von dieser Krankheit gehört", erzählt sie den OÖN am Telefon.

Begonnen hätte alles mit Knieschmerzen. Heute, zwölf Jahre später, ist die junge Frau auf den Rollstuhl angewiesen und kann nur noch kurze Strecken zu Fuß bewältigen. "Am Anfang bin ich natürlich in ein großes Loch gefallen, aber dann hab ich mich zusammengenommen. Es bringt ja nichts, sich hängen zu lassen, das macht alles nur noch schlimmer", sagt die gelernte Pferdewirtin. Ihren Job musste sie zwar mittlerweile an den Nagel hängen, der Traum von einer eigenen Familie hat sich für Martina Mimler erfüllt.

Schwanger trotz MS

Ihren Mann hat Martina Mimler kennengelernt, als sie schon von ihrer Krankheit wusste. "Und für ihn war das zum Glück nie ein Problem", erzählt die heute 31-Jährige. "Im Gegenteil, er hilft und unterstützt mich bei allem sehr. Vor allem im Garten ist er für die schweren Arbeiten zuständig." 2013 kam Tochter Ronja zu Welt. Den Haushalt "schupft" Martina Mimler fast allein, "auch wenn ich wahrscheinlich drei Mal so lange brauche wie andere." Zurzeit geht es der 31-Jährigen gut. "Die Füße könnten besser sein, aber was die Schübe betrifft, bin ich stabil", erzählt sie. Und dass sie allen Einschränkungen zum Trotz ein gutes Leben führe. "Natürlich hat man schlechte Tage und man darf auch traurig sein, aber man muss immer wieder aufstehen und das Beste draus machen", sagt Mimler, die sich auch in der Multiple Sklerose Gesellschaft Oberösterreich engagiert.

Rat und Hilfe für Betroffene

Der Verein wurde vor 40 Jahren gegründet und steht Betroffenen und Angehörigen mit Rat und Hilfe zur Seite. "Rund 70 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in den 14 Selbsthilfegruppen im ganzen Land aktiv", erklärt Klubobfrau und Vorsitzende der MS-Gesellschaft Oberösterreich Helena Kirchmayr im Rahmen einer Pressekonferenz mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander anlässlich des bevorstehenden Welt-MS-Tages. "In Oberösterreich sind rund 2300 Menschen von Multipler Sklerose betroffen, Frauen doppelt bis dreimal so häufig wie Männer", nannte die Gesundheitslandesrätin die aktuellen Zahlen. Patienten werden hierzulande in MS-Zentren bestens betreut, dazu zählen etwa der Standort am Kepler Universitätsklinikum oder die MS-Station zur Rehabilitation am Salzkammergut Klinikum Bad Ischl.

Rund um den Welt-MS-Tag am 30. Mai lenkt die Österreichische MS-Gesellschaft die Aufmerksamkeit auf die Situation von Menschen mit Multipler Sklerose (MS). In diesem vom Coronavirus geprägten Jahr steht der Tag unter dem Motto #MiteinanderStark! Mehr Infos auf www.oemsg.at

Multiple Sklerose: Krankheit mit 1000 Gesichtern

Multiple Sklerose (MS) wird durch eine Fehlfunktion des Immunsystems hervorgerufen. Dadurch entstehen entzündliche Herde, die – je nachdem, an welcher Stelle sie auftreten – unterschiedliche Beschwerden auslösen. „Das können Lähmungen sein, aber auch Sehstörungen. Deshalb nennt man sie auch die Krankheit mit den 1000 Gesichtern“, erklärte Tim von Oertzen, Vorstand der Klinik für Neurologie am Kepler Uniklinikum in Linz und Präsident der MS-Gesellschaft OÖ bei der Pressekonferenz. Am häufigsten sei die schubförmige MS, hier treten Symptome im Rahmen eines Schubs auf. Erholt sich der Patient nicht vollständig davon oder treten mehrere von diesen Schüben auf, bleiben Einschränkungen. „Mir ist wichtig zu betonen, dass nicht – wie viele glauben – jeder Patient im Rollstuhl endet. Im Gegenteil, es gibt neue Medikamente, sodass es immer wieder gelingt, die Krankheit über einen langen Zeitraum zum Stillstand zu bringen.“

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