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Gesundheit

Lebensfreude stärkt auch das Immunsystem

14. Oktober 2020 00:04 Uhr

Lebensfreude stärkt auch das Immunsystem
Tun Sie oft, was Ihnen Freude bereitet – denn gute Laune schützt auch Ihre Gesundheit.

Gefühle wie Dankbarkeit, Fröhlichkeit und Begeisterung senken nachweislich das Infektrisiko. Ein Experte erklärt, wie man emotional gestärkt gut durch die kalte Jahreszeit kommt.

Unser Immunsystem steht in ständiger Wechselwirkung mit unseren Gefühlen, Gedanken und unserem Verhalten. "Emotionen senden Signale an das Immunsystem und können es dadurch stärken oder schwächen. Sie fungieren als ,Botenstoffe’ der menschlichen Psyche an unser Bewusstsein, um unsere seelische Befindlichkeit mitzuteilen. Positive Gefühle sagen, dass die Bedürfnisse der Seele gestillt sind, negative Gefühle weisen auf einen seelischen Mangelzustand hin", sagt Walter Neubauer, Leiter des Departments für Psychosomatik für Erwachsene im Klinikum Wels-Grieskirchen.

Bei zunehmendem Mangel wird im Körper die sogenannte Stressreaktion über die Ausschüttung von Stresshormonen in Gang gesetzt. Bei längerfristiger Stressaktivierung wird die Arbeit des Immunsystems beeinträchtigt, was zu entsprechend erhöhtem Krankheitsrisiko führt.

Gute Laune senkt Infektrisiko

Förderlich auf das Immunsystem wirkt sich aus, wenn wir in einer positiven seelischen Verfassung sind, wenn wir also zum Beispiel eine optimistische Lebenshaltung einnehmen und ein gutes Selbstwertgefühl und auch Selbstvertrauen haben, erklärt der Experte. "Wenn wir in guten Beziehungen zu unseren Mitmenschen eingebettet sind und Gefühle wie Dankbarkeit, Fröhlichkeit und Begeisterung erleben, kann das Studien zufolge zu einer verminderten Infektanfälligkeit gegen Rhinoviren führen."

Umgekehrt haben Studien gezeigt, dass Ärger, Anspannung oder schlechte Stimmung oft zu Unterzuckerung oder starker Überzuckerung führen, während positive Stimmung und Glücksgefühle mit einer guten Blutzuckereinstellung einhergehen. Achtsamkeit wiederum stärkt das Immunsystem.

Therapeutisch hervorragend untersucht als Methode zur Regulation negativer Gefühle ist die sogenannte Achtsamkeitsmeditation, die Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR). Zu den positiven Wirkungen auf das Immunsystem zählen etwa der Rückgang von Entzündungen sowie Verbesserung und Linderung von Beschwerden bei chronischen Schmerzen. "Die entscheidende Frage ist, wie die eigene Seele wieder zu dem kommen kann, was sie braucht und dies mit einer entsprechend positiven Gefühlslage quittiert", sagt Walter Neubauer.

Welche Therapien helfen?

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit körperlichen, seelischen und sozialen Prozessen, die die Entstehung, den Verlauf und die Bewältigung von Krankheiten und Leidenszuständen beeinflussen. Therapien werden unter anderem für die Krankheitsbilder Fibromyalgie, Binge Eating Disorder, Depression und allgemein bei somatoformen Störungen angeboten. Patienten lernen wieder, mit sich und ihrem Umfeld gut in Beziehung zu sein, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und auszudrücken, sich ihrer seelischen Bedürfnisse, der eigenen Fähigkeiten und Vorlieben bewusst zu werden und dadurch Ziele im Leben neu formulieren zu können.

Ziele sind das Entwickeln und Festigen des Selbstwertgefühls, das Bearbeiten von Verletzungen aus der Vergangenheit und der Erwerb einer heilsamen Grundhaltung der Achtsamkeit für den konkreten Lebensalltag. "Wenn ein Mensch wieder versteht, was seine Seele, aber auch sein Körper braucht, und lernt, selbst dafür zu sorgen, drückt sich dieser Zustand wieder in dem aus, was wir Gesundheit nennen, also laut WHO-Definition körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden", sagt Neubauer.

Mehr zum Thema

Die Psycho-Neuro-Immunologie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt. Seit den 70er-Jahren wird hier intensiv geforscht. Erste Hinweise auf psychoneuroimmunologische Wechselwirkungen wurden bereits 1878 von Louis Pasteur vermutet. Er stellte fest, dass Hühner unter Stressbelastung eine höhere Infektionsanfälligkeit aufweisen.

Am Department für Psychosomatik für Erwachsene am Klinikum-Standort Grieskirchen lernen Patienten, ihren Gefühlen (wieder) Ausdruck zu verleihen, sich ihrer seelischen Bedurfnisse bewusst zu werden. Dies gelingt etwa durch Psychotherapie und Spezialverfahren, wie zum Beispiel Körperwahrnehmung, Achtsamkeits- und Genusstraining.

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