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Gesundheit

Kann Lärm der Gesundheit schaden?

16. Oktober 2021 00:06 Uhr

Kann Lärm der Gesundheit schaden?
Lärm kann krank machen.

„Endlich sind wir in unser neues Haus eingezogen. Die Freude wurde schnell getrübt, da ein Betrieb in der Nähe die ganze Nacht über Lärm macht und uns den Schlaf raubt. Kann das auch der Gesundheit schaden?“

Noch immer wird lang andauernde, besonders nächtliche Lärmbelastung als Risiko für unser Wohlbefinden und damit für unsere Gesundheit unterschätzt, wenngleich es inzwischen zahlreiche wissenschaftlich fundierte Belege dafür gibt. Bislang wurden lediglich die ohrenbetäubenden, durchzechten Disconächte unseres Nachwuchses an den medizinischen Pranger gestellt, wo die dröhnenden Schallwellen das hoch sensible Innenohr nieder hämmern und alsbald zu Taubheit führen.

Der Kardiologe, Prof. Thomas Münzel von der Uniklinik in Mainz, warnt allerdings davor, dass alltägliche Schallpegel über 55 Dezibel ein hohes kardiovaskuläres Risiko mit sich bringen. Denn Lärm nervt und stimuliert das Stressniveau, erhöht die Sympathikusaktivität und den Cortisolspiegel und in der Folge Risikofaktoren, die in Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes mellitus münden können.

Hohe Lärmbelastung

Auch wenn die WHO inzwischen eine Leitlinie zur Lärmbeschränkung herausgegeben hat, die besagt, dass der Schall 45 Dezibel nicht überschreiten soll, liegen die politisch willkürlich und vermutlich durch mangelndes Wissen festgesetzten Grenzen bei 80 Dezibel. Das hört sich so an, wie wenn ein getuntes Auto vorbeirauscht.

Wenn Sie nicht Ihr neues Haus bereits bezogen hätten, würde ich Ihnen raten, bei der Wahl Ihres Baugrundstückes oder Ihrer Wohnung nicht nur auf gute Lage und Infrastruktur zu achten, sondern auch auf die Lärmbelastung. Da Sie nun aber in Ihr neues Eigenheim eingezogen sind, empfehle ich Ihnen, den Schlafplatz in die ruhigste Ecke des Hauses zu verlegen und wenn möglich schallhemmende Fenster nachzurüsten. Denn ein ungestörter, gesunder Schlaf ist eine äußerst wichtige Basis für Regeneration in unserer gestressten Zeit und damit langfristig für unsere Gesundheit.

Haben Sie Fragen zum Thema Gesundheit?

Schreiben Sie OÖN-Doktor Johannes Neuhofer (Dermatologe), der diese Kolumne mit einem Ärzteteam betreut: Clemens Steinwender (Kardiologe), Reinhold Függer (Chirurg), Rainer Schöfl (Gastroenterologe), Josef Hochreiter (Orthopäde), Werner Schöny (Psychiater).

E-Mail: doktor@nachrichten.at

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