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Gesundheit

Jetzt ist schon jedes vierte Kind zu dick

01. September 2021 20:51 Uhr

Jetzt ist schon jedes vierte Kind zu dick
Kinder gewöhnen sich sehr schnell an den Geschmack von Süßem.

Experten warnen: Vor allem der Zuckerkonsum ist bei vielen Jungen eindeutig zu hoch.

"Wenn man die Ernährungsgewohnheiten der jungen Menschen betrachtet, sollten umgehend die Alarmglocken läuten", sagte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres bei einer Online-Pressekonferenz der Firma Spar. Laut einer Studie, die der Handelskonzern in Auftrag gegeben hat, konsumiert nur jedes zweite Kind im Alter von drei bis zehn Jahren täglich Obst. Im Durchschnitt sei der Zuckerkonsum von klein auf viel zu hoch. Corona hat die Situation weiter verschärft. Während der Pandemie stieg die Zahl der übergewichtigen Kinder weltweit signifikant, in Österreich gelten derzeit 27 Prozent der Sieben- bis Zwölfjährigen als übergewichtig oder adipös, also fettleibig.

Zuckersüß und ungesund

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: falsche Ernährung, zu wenig Bewegung.

"Vor allem Zucker spielt hier eine entscheidende Rolle, weil sehr einfach große Kalorienmengen aufgenommen werden und sich die jungen Konsumenten an ein sehr hohes Maß an Süße gewöhnen", erklärt Univ.-Prof. Friedrich Hoppichler, ärztlicher Leiter am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg und Vorstand des Vereins für Gesundheitsförderung "Sipcan".

Klar sei auch: Die Weichen für ein gesundes Leben ohne Übergewicht werden im Kindesalter gestellt. "Mittlerweile kennt man hier auch die wichtigste Phase: Es sind die ersten 1000 Tage, in denen das Essverhalten und die Geschmacksbildung geprägt werden. Und die beginnen bereits im Mutterleib", sagt Univ.-Prof. Karl Zwiauer, Mitglied der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. "Aus Beobachtungsstudien weiß man: Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft gehungert haben, wurden später häufiger krank. Umgekehrt stieg bei Kindern, deren Mütter in dieser Zeit zu viel gegessen haben, das Risiko für Übergewicht."

Zucker-raus-Initiative

Um den Negativtrend entgegenzuwirken, wurde 2019 auf Initiative von Spar unter anderem gemeinsam mit der Ärztekammer die "Zucker-raus-Initiative" ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich mehr als 45 Unterstützer dieser Allianz gegen zu viel Zucker in der Lebensmittelproduktion angeschlossen.

"Seit Anfang 2017 konnten wir alleine in unseren Eigenmarkenprodukten mehr als 2000 Tonnen Zucker reduzieren", sagte Spar-Vorstand Markus Kaser. Nun wurde das Angebot erweitert: Ab sofort hat das Unternehmen 200 Bio-Artikel speziell für Eltern und Kinder im Angebot, die komplett ohne Zuckerzusatz auskommen. (had)

Details zur Initiative im Video:

Zahlen auf einen Blick

27 Prozent der Sieben- bis Zwölf-jährigen hierzulande sind übergewichtig oder adipös. Bei den Österreicherinnen und Österreichern ab 15 Jahren wiegt bereits jeder Zweite zu viel.

56 Prozent der Jugendlichen in Europa geben an, nicht täglich Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Auf der anderen Seite trinkt aber fast jeder und jede 15-Jährige täglich gezuckerte Softdrinks. „Österreich ist da keine Ausnahme“, sagt Österreichs Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

91 Gramm Zucker nimmt jeder Österreicher im Durchschnitt pro Tag zu sich und dies liegt weit über der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Tagesdosis von 25 Gramm. Viele Krankheiten wie etwa Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herz- und Gefäßprobleme werden mit Übergewicht in Verbindung gebracht.

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