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Gesundheit

Influenza: Warnung vor einer starken Grippewelle

Von OÖN   06. Oktober 2021 06:15 Uhr

Influenza: Warnung vor einer starken Grippewelle
Heuer ist die Wahrscheinlichkeit höher als in den Jahren zuvor, eine schwere Grippe zu erleiden.

Nach Ausbleiben der Influenza im Vorjahr fehlt natürlicher Schutz durch Antikörper, warnte der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH).

Vergangenen Winter ist die Grippesaison komplett ausgefallen – heuer könnte es dafür eine umso stärkere Welle geben, warnte der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH). Dabei wurde auf einen epidemiologischen Bericht der Medizinischen Universität Wien verwiesen, wonach es aufgrund der ausgebliebenen Virusaktivitäten zu keiner natürlichen "Boosterung" (Aufbau von Antikörpern durch Kontakt mit dem Virus) bei den Menschen gekommen sei. Wer sich schützen will, sollte sich daher impfen lassen.

Schwache Influenza-Saisonen kommen zwar immer wieder vor, der fast vollständige Ausfall im vergangenen Winter sei allerdings ein Novum gewesen, hieß es in der Aussendung des ÖVIH. Insgesamt wurden laut dem zitierten Bericht der MedUni Wien in Österreich nur zwei Proben positiv auf Influenza getestet, europaweit waren es 41. Das hatte mit den strengen Covid-Maßnahmen im vergangenen Winter zu tun, aber auch damit, dass sich mehr als 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung gegen Grippe hatten impfen lassen – ein Rekordwert. Damals war der Run auf den Impfstoff in den Herbstmonaten derart groß, dass er teilweise in den Apotheken nicht erhältlich war und Wartelisten erstellt werden mussten.

Influenza: Warnung vor einer starken Grippewelle
Christoph Wenisch, Chef der Infektiologie an der Wiener Klinik Favoriten

Für den Mediziner Christoph Wenisch, Chef der Infektiologie an der Wiener Klinik Favoriten, war die hohe Impfrate im Vorjahr eine große Erleichterung: "Hätten wir zusätzlich zu Covid- auch noch Influenza-Fälle behandeln müssen, hätte das vermutlich unsere Kapazitäten überlastet. Geholfen haben uns hier die Covid-Schutzmaßnahmen und die Tatsache, dass so viele Menschen wie noch nie gegen Influenza geimpft waren."

Was im Vorjahr geholfen hat, könnte sich heuer als Bumerang erweisen, da eben die natürliche Boosterung fehlt und die allgemeinen Hygienemaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr zurückgefahren wurden.

Experten warnen daher seit geraumer Zeit immer wieder davor, dass die Grippewelle heuer besonders stark ausfallen wird und so das durch Corona ohnehin angespannte Gesundheitswesen noch weiter belastet werden könnte. "Die Bevölkerung ist damit empfänglicher als sonst für Influenza", sagt auch Wenisch.

Mit Blick auf die kommenden Monate mahnte der Mediziner: "Eine Überlastung unserer Kapazitäten müssen wir auch diese Saison vermeiden. Wenn sich die Menschen aufgrund der Möglichkeit der Covid-Impfung wieder häufiger treffen und es weniger Reisebeschränkungen gibt, kann sich das Influenza-Virus wieder besser verbreiten." Wenisch hofft daher, dass sich auch heuer wieder viele Menschen gegen Influenza impfen lassen.

Grippe: mRNA-Impfstoff

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat eine klinische Studie mit einem mRNA-Impfstoff gegen Grippe gestartet. Ziel sei es, durch die Anwendung der neuen Technologie die Wirksamkeit von Grippe-Impfstoffen zu verbessern. Die Vakzine, die derzeit im Einsatz sind, haben eine Wirksamkeit von 40 bis 60 Prozent. An der Studie sollen in den USA mehr als 600 Probanden im Alter von 65 bis 85 Jahren teilnehmen.

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