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Gesundheit

"Ich konnte nicht mal mehr Uno spielen"

Von Herbert Schorn  23. Dezember 2021 00:09 Uhr

Seit Mai kämpft Claudia Nigl mit ihrer Covid-Erkrankung.

Long-Covid: Claudia Nigl fand in der Reha in Enns wieder ins Leben zurück.

Claudia Nigl hatte im Mai dieses Jahres Corona. Tagelang litt sie unter Fieber, Kopfschmerzen, fühlte sich schlapp. Doch der Corona-Test schlug zehn Tage lang nicht an. Als auch noch Bauchschmerzen dazukamen, wurde die heute 43-Jährige aus Kirchberg-Thening in Absprache mit dem Hausarzt ins Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz eingeliefert. Dort entdeckten die Ärzte endlich, dass sie an Corona litt – und das Virus eine Lungenentzündung ausgelöst hatte. "Ich war erleichtert, endlich eine Diagnose zu haben", erzählt die Mutter zweier Kinder im Alter von vier und acht Jahren. Nach einer Woche kam sie nach Hause, wo ihr Mann sie liebevoll pflegte.

Von Ängsten übermannt

Alles schien bestens: Nigl war zwar noch kurzatmig und müde, doch der Zustand besserte sich. Sie ging wieder arbeiten. Doch das Gefühl der Erschöpfung blieb, dazu kamen Konzentrationsstörungen: "Ich konnte Gesprächen mit mehreren Personen nicht mehr folgen, vergaß Dinge, nicht einmal Uno konnte ich mit meinen Kindern mehr spielen." Dazu kam Schlaflosigkeit, weil sie in der Nacht die alten Ängste aus der Zeit im Spital übermannten. Das alles wuchs sich zur Depression aus.

Doch Nigl gab nicht auf: Sie suchte Rat bei der Long-Covid-Beratung im Neuro-Med-Campus im KUK, besuchte die Covid-Bewältigungsgruppe. Schließlich entschloss sie sich, am 14. November eine Reha in der Vamed-Reha-Klinik in Enns zu starten. "Hier habe ich wieder zurück ins Leben gefunden", sagt sie. Sie macht Kraft- und Ausdauertraining, übt ihre Konzentration und legt sich Strategien zurecht, wie sie die Krankheit weiter bewältigen wird. Vor zwei Tagen durfte Nigl nach Hause: "Ich fühle mich wieder stark, weiß aber, dass es Rückschläge geben kann." Sie möchte sich bei allen Ärzten, Pflegern und Therapeuten, die sie seit Mai begleiteten, bedanken: "Ich wurde kompetent und freundlich behandelt. Diese Menschen leisten Großartiges!" Auch an alle, die an Long-Covid leiden, hat sie eine Botschaft: "Nicht aufgeben, sondern Hilfe holen und Menschen suchen, die gut tun. Es gibt Hoffnung!"

Artikel von

Herbert Schorn

Redakteur Kultur und Leben

Herbert Schorn

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