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Herr Doktor, was sagen Sie zu Telemedizin?

Von Johannes Neuhofer   26.Juni 2021

Telemedizin

Digitalisierung hat durch die Corona-Pandemie auch in der Medizin an Bedeutung gewonnen und wird auch weiterhin Bestand haben.

Während die Krankenkassen bis zum Auftreten der Pandemie die ärztliche Tätigkeit und deren Honorierung an einen unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt geknüpft haben, hat sich Telemedizin jetzt in vielen Ländern etabliert. Krankenstandsverordnungen, Rezepte und auch ärztliche Begutachtungen via Internet sind realer Teil der ärztlichen Versorgung geworden. Gerade in der Dermatologie kann man viel über Bilder erfassen. Oftmals kann man damit zu einer zuverlässigen Diagnose kommen, weil die Bildqualität inzwischen sehr detailgetreu die Realität übermitteln kann. Und doch fehlen mir bei der telemedizinischen Behandlung oft wertvolle Aspekte, die ich gerne in meine Beurteilung einfließen lasse. Nicht der Knoten auf der Nase oder der kleinfleckige Ausschlag, sondern der Patient in seiner Ganzheit – sein psychischer Zustand, sein privates und berufliches Umfeld – lässt oft viel tiefer blicken …

Moderne Methoden wie die Telemedizin haben natürlich ihre Berechtigung und können sehr oft sehr hilfreich sein, haben aber dort ihre Grenze, wo einfühlsame ärztliche Kunst notwendig ist. Abschließend möchte ich betonen, dass in sämtlichen Praxen und Spitälern höchste hygienische Standards gelten. Sie brauchen keine Angst vor Ansteckung haben und können getrost zum Arzt gehen.

Haben Sie Fragen zum Thema Gesundheit? Schreiben Sie OÖN-Doktor Johannes Neuhofer (Dermatologe), der diese Kolumne mit einem Ärzteteam betreut: Clemens Steinwender (Kardiologe), Reinhold Függer (Chirurg), Rainer Schöfl (Gastroenterologe), Josef Hochreiter (Orthopäde), Werner Schöny (Psychiater).

E-Mail: doktor@nachrichten.at

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27. September 2021