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Gesundheit

"Frosch im Hals" nach dem Schlaganfall

03. November 2021 00:04 Uhr

"Frosch im Hals" nach dem Schlaganfall
Die Logotherapeutin erklärt dem Patienten, wie er besser schlucken und sprechen kann.

Logopädie hilft bei neurologischen Erkrankungen. Konsequentes Training ist notwendig.

Nach einem Schlaganfall leiden viele Betroffene nicht nur an Sprach-, sondern auch an Schluckproblemen. Werden diese nicht therapiert, können Nahrungsteile in die Lunge gelangen und gefährlich werden. Die Logopädie hilft bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Der erste Schritt ist die Diagnose. Dann folgen therapeutische Maßnahmen, um die Einschränkungen zu verbessern.

Wenn das Sprechen schwerfällt

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Demenz, aber auch Hirntumore können von Störungen der Sprache, des Sprechens und des Schluckens begleitet werden. "Diese Symptome treten nicht immer einzeln auf, sie können auch in Kombination vorkommen", sagt Logopädin Kerstin Patrasso vom Klinikum Rohrbach.

Mit gezielten logopädischen Übungen werden je nach Bedarf Sprechen, Schreiben, Lesen und Sprachverständnis trainiert. Das Spektrum reicht von Sprach- und Atemübungen über das Erarbeiten bestimmter Sprech-, Stimm- und Schlucktechniken bis hin zum Training mit speziellen Computerprogrammen. Die Beratung über Ursachen und Auswirkungen der Störung sowie die Anleitung zum Eigentraining ergänzen die logopädische Behandlung.

"Das Ziel ist die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, sodass die Teilhabe am sozialen Leben wieder ermöglicht beziehungsweise vereinfacht wird. Das ist für die Lebensqualität der Betroffenen erheblich", sagt die Logopädin.

Die sogenannten Aphasien äußern sich durch den Verlust oder die Störung der Sprache. Dabei werden beispielsweise Wörter verwechselt, Buchstaben in einem Wort hinzugefügt oder ausgelassen, Silben umgedreht oder Wörter bis zur Unkenntlichkeit verändert. So sagt der Betroffene zum Beispiel "Ampfel" statt "Apfel" oder "Tefelon" statt "Telefon".

Probleme beim Essen

Verlangsamte oder undeutliche Aussprache deutet auf eine Sprechstörung – auch Dysarthrie genannt – hin. Nicht selten müssen Patienten dabei auch beim Sprechen häufig Luft holen oder vergessen gänzlich auf das Einatmen. Probleme beim Essen oder Trinken schränken nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern stellen ein großes Risiko dar. Logopädische Intervention beugt Flüssigkeitsmangel, Gewichtsabnahme und möglicherweise sogar einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung vor. Neben neurologischen Erkrankungen sind Operationen und Bestrahlungen von bösartigen Tumoren in Mund oder Hals häufige Ursache für eine Schluckstörung (Dysphagie).

Je früher mit den Übungen begonnen wird, desto größer sind die Chancen auf eine Verbesserung der Situation. Insbesondere bei degenerativen chronischen neurologischen Erkrankungen sind Therapien oft langfristig notwendig. Bei länger andauernden Sprachstörungen wird auch die nonverbale Kommunikation geübt. So können sich Betroffene im Alltag mit Gestik und Mimik verständlich machen. "Wichtig für den Heilungserfolg ist das konsequente Wiederholen der logopädischen Übungen zu Hause. Angehörige können dabei sehr wertvolle Unterstützung leisten", sagt die Logopädin.

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