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Wildunfälle in Oberösterreich

19. November 2021 00:00 Uhr

43 Personen (österreichweit: 249) haben sich im Jahr 2020 auf oberösterreichischen Straßen bei einem Wildunfall verletzt, eine Person verunglückte tödlich.

Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und der österreichische Versicherungsverband VVO rufen zu Achtsamkeit und Anpassung der Geschwindigkeit in Wildwechselzonen auf.

Fahrerassistenzsysteme können zur Unfallreduktion beitragen. Informationen darüber bietet das KFV auf einer eigenen Seite.

Im Laufe der Saison 2019/2020 kamen in Oberösterreich 15.554 Wildtiere (Österreich: 80.668) durch eine Kollision mit einem Fahrzeug zu Schaden, darunter auch 2.308 Rehkitze (österreichweit 11.879).

Das bedeutet, dass sich auf Oberösterreichs Straßen alle 34 Minuten ein Wildunfall ereignet. „Erfreulich ist, dass im Jahr 2020 mit 224 Wildunfällen mit 250 Verunglückten die Zahl der österreichischen Wildunfälle mit Personenschaden um 24 Prozent niedriger war als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle in Österreich jedoch zuletzt deutlich angestiegen“, so der österreichische Versicherungsverband VVO. „Aus diesem Grund appellieren wir an Fahrzeuglenker eindringlich, in Wildwechselzonen besonders wachsam zu fahren. Denn: Trifft man mit einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern auf einen Rehbock, so wirkt ein Aufprallgewicht von beinahe einer Tonne auf Fahrzeug und Insassen ein.“

In Niederösterreich die meisten Wildunfälle

Mit Abstand am meisten Wildunfälle ereignen sich in Niederösterreich: 42 Prozent aller Wildunfälle in Österreich entfallen auf Niederösterreich. Etwas über 19 Prozent entfallen auf Oberösterreich und 18 Prozent auf die Steiermark. Die Bezirke mit dem meisten Fallwild sind Mistelbach, Neusiedl am See, Amstetten, die Südoststeiermark und Gänserndorf. Besonders häufig sind Kollisionen mit Rehwild (52 Prozent aller Wildunfälle), aber auch Wildunfälle mit Hasen (28 Prozent) sind keine Seltenheit.

Die Hälfte der Unfälle ereignen sich bei Dunkelheit

Die häufigste Unfallursache für Wildunfälle ist Unachtsamkeit und Ablenkung, gefolgt von nichtangepasster Geschwindigkeit. Jeder zweite Wildunfall ereignet sich bei Dunkelheit. „Gerade in der Dunkelheit sind Wildtiere nur schwer rechtzeitig zu erkennen. Eine vielversprechende Abhilfe können hier digitale Lösungen wie Nachtsichtgeräte in Fahrzeugen und die ereignisgesteuerten Wildwarnanlagen darstellen. Eine Warnung des Verkehrs erfolgt bei Letzterem nur dann, wenn Wildtiere sich tatsächlich in Straßennähe befinden. Erste Simulatorstudien weisen auf positive Ergebnisse für die Verkehrssicherheit hin“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Fahrerassistenzsysteme als Wildwarnung

Schon im Sommer 2020 hat das KFV Testfahrten und Befragungen zu sogenannten Nachtsicht-Assistenzsystemen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass derlei Assistenzsysteme grundsätzlich großes Potenzial zur Reduktion von Wildunfällen mit sich bringen. Bis die entsprechenden Assistenzsysteme vollständig ausgereift und breit verfügbar sind, ist die Anpassung der Fahrgeschwindigkeit in Wildwechselzonen allerdings weiterhin die effektivste Unfallpräventionsmaßnahme. Weitere Informationen zu Möglichkeiten und Funktion von Fahrerassistenzsystemen finden sich auf der Informationsplattform www.smartrider.at.

Im Ernstfall: Stark bremsen und Lenkrad gut festhalten

Auch wenn man instinktiv oft lieber ausweichen würde: Ein Ausweichmanöver ist bei einem Wildunfall nicht zu empfehlen, denn es ist deutlich riskanter als ein Zusammenstoß. Stattdessen sollte im Ernstfall stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Angefahrene Tiere sollten durch Experten versorgt werden

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KFV / Mag. Christian Boukal
Novemer 2021

Bild: Dirk (Beeki®) Schumacher auf Pixabay

 

 

 

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