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Meine Gesundheit

Physiotherapie „auf Kasse“

25. Oktober 2021 00:00 Uhr

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erweitert ihr Versorgungsnetz.

Ab 2022 soll erstmal auch die Physiotherapie in ganz Österreich auf Kassenkosten verfügbar werden.

Ziel sind in Zukunft 590 niedergelassene Planstellen im ganzen Land – flächendeckend gut erreichbar. Basis der bundesweiten Offensive das Verhandlungsergebnis eines Rahmenvertrags zwischen der ÖGK und dem Berufsverband Physio Austria. Bis dato gibt es nur in fünf Bundesländern vertragliche Regelungen zwischen der ÖGK und den niedergelassenen Physiotherapeut:innen.

Beide Partner zufrieden

ÖGK-Obmann Andreas Huss erklärt in einer Presseaussendung: „Unsere Arbeitswelt wird zum einen immer bewegungsärmer andererseits haben viele manuell tätige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit sehr einseitigen Fehlbelastungen zu kämpfen.“ Diese Umstände führten oft zu gesundheitlichen Problemen im Bewegungs- und Stützapparat. Die Physiotherapie bietet bei diesen Problemen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, die im Idealfall auch Operationen verhindern oder zumindest hinauszögern können.

Auch Constance Schlegl, MPH, Präsidentin von Physio Austria, zeigt sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden: „Die Verhandlungen mit der ÖGK waren mehr als ein hartes Tauziehen um Tarife.“ Ihr ging es neben fairen und lebbaren Vertragsbedingungen für Physiotherapeut:innen um das bundesweite und niederschwellig zugängliche Angebot der Physiotherapie als Sachleistung für die Versicherten der ÖGK. Die neu geschaffenen Planstellen bieten mehreren hundert Kolleginnen und Kollegen eine gute Existenzgrundlage.

Einzelverträge

Der neue bundesweite Rahmenvertrag schafft nun für alle freiberuflich tätigen Physiotherapeut:innen eine solide Basis für den Abschluss von Einzelverträgen mit der ÖGK. Insgesamt stellt die ÖGK 590 Stellen in ganz Österreich bereit.

Die Vollzeitstelle einer Vertragsphysiotherapeut:in soll über das Jahr durchschnittlich 32 Behandlungsstunden pro Woche umfassen. Mit einem Teileinzelvertrag ist es auch möglich, Planstellen zu teilen.

Hausbesuche werden – zusätzlich zur verrechenbaren Arbeitszeit – mit 30 Euro extra honoriert, zuzüglich amtlichem Kilometergeld. Fixiert ist zudem eine automatische jährliche Tarifvalorisierung. Durch monatliche Akontierungen sichert die ÖGK außerdem ein regelmäßiges Einkommen zur Deckung der Praxiskosten.

Für Therapien, die Vertragsphysiotherapeut:innen durchführen, entfällt überdies die Bewilligungspflicht.

Physikalische Institute bleiben

Vielerorts betreibt die ÖGK eigene Institute für Physikalische Medizin oder hat bereits Verträge mit Instituten, die in größerem Umfang Physiotherapie erbringen. Diese Institute sind vom neuen Rahmenvertrag nicht erfasst und bleiben natürlich in vollem Umfang bestehen. Das bedeutet: Der Ausbau auf die geplanten 590 Stellen für freiberuflich tätige Physiotherapeut:innen ermöglicht eine Verdichtung des Versorgungsangebots für alle Versicherten, so die ÖGK.

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ÖGK / Mag. Christian Boukal
Oktober 2021

Bild: ©Racle Fotodesign - stock.adobe.com

 

 

 

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