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Meine Gesundheit

Mikroplastik: Zehn Sportshirts im Waschtest

30. April 2021 00:00 Uhr

Wer Sport treibt, tut dies meist in Kunstfasern. Dass sich Mikroplastik beim anschließenden Waschgang aus der synthetischen Sportbekleidung löst und ins Abwasser gelangt, ist vielen bekannt.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) haben daher Sportshirts im Labor testen lassen.

Die schlechte Nachricht: Weder teure Shirts, noch welche mit recyceltem Kunststoff schnitten im Vergleich besser ab. Die gute Nachricht: Mit einem speziellen Waschbeutel konnte der Mikroplastik-Ausstoß beim ersten Waschen erheblich reduziert werden.

Insgesamt 10 Funktionsshirts aus Polyester von namhaften Sportartikel-Herstellern, genauso wie von Bekleidungsketten und Kaffeehändlern hat das Umweltbundesamt im Auftrag des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer Oberösterreich in einer Haushaltswaschmaschine gewaschen und anschließend das Abwasser auf Mikroplastik untersucht. Der Preis der Leiberl lag zwischen 9,90 und 40 Euro. Vier der getesteten Produkte bestanden zum Teil aus recyceltem Polyester.

Preis nicht entscheidend

Das Ergebnis des Labortests zeigt, dass die Shirts bei der Erstwäsche zwischen 50 und 258 mg Mikroplastik pro Kilogramm (mg/kg) Wäsche verloren. Am wenigsten Mikroplastik wurde aus dem günstigsten Funktionshirt einer holländisch-deutschen Kette ausgewaschen. Die mit Abstand größte Menge löste sich aus einem der teuersten Shirts im Test. Der Preis des Textils hat damit keinen Einfluss auf die Menge an Mikroplastik, das sich beim Waschen herauslöst. Auch ob das Kleidungsstück aus recyceltem oder reinem Kunststoff bestand, zeigte im Test keinen Einfluss auf die ausgewaschene Mikroplastikmenge.

Waschbeutel verringert Mikroplastik um die Hälfte

Einen bedeutenden Unterschied machte jedoch die Verwendung eines speziellen Waschbeutels der Marke Guppyfriend, der dafür konzipiert ist, die beim Waschen abgebrochenen Mikrofasern herauszufiltern und so die Menge an Mikroplastik im Abwasser zu verringern. Durch den Beutel reduzierte sich der Mikroplastik-Ausstoß beim Funktionsshirt eines Kaffehändlers auf 37 mg/kg. Zum Vergleich wurde ein weiteres dieser Leiberl ohne Waschbeutel gewaschen und produzierte dabei 87 mg/kg Wäsche, also mehr als das Doppelte.

Die gefilterten Partikel lagern sich in den Ecken und im Saum des Beutels ab und lassen sich leicht entfernen.

Mikroplastik belastet die Umwelt

Bis zu 46.175 Tonnen Mikroplastik werden laut aktuellen Schätzungen alleine durch das Wäschewaschen in europäische Gewässer freigesetzt, da es über Kläranlagen nicht zur Gänze gefiltert werden kann. Je kleiner die Plastikpartikel sind, desto wahrscheinlicher werden sie von Wasserorganismen aufgenommen. Auf diese Weise gelangt Mikroplastik in die Nahrungskette. Wie sich das auf unsere Gesundheit auswirkt, ist derzeit noch nicht ausreichend erforscht.

3 AK-Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik

  • Neue Kleidungsstücke setzen die meisten Mikroplastikfasern frei. Setzen Sie deshalb auf hochwertige und langlebige Sportbekleidung, die Sie möglichst lange vor dem Waschen tragen.
  • Wie unser Test zeigt, kann die Verwendung eines Guppyfriend Waschbeutel die Menge an Mikroplastik im Abwasser erheblich reduzieren – besonders bei der Erstwäsche.
  • Verwenden Sie Sportbekleidung aus natürlichen Materialen, wie etwa mulesingfreie (Entfernung der Haut rund um den Schwanz der Schafe, um den Fliegenlarvenbefall zu reduzieren – umstrittene Methode) Merinowolle. Letztere ist genauso atmungsaktiv, wie Funktionskleidung aus Kunststoff und darüber hinaus geruchsneutralisierend.

 

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Mag. Christian Boukal

April 2021

Bild: Flamingo Images/shutterstock.com

 

 

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