Lade Inhalte...

Meine Gesundheit

Mikroplastik in Waschmitteln

15. November 2021 00:00 Uhr

Vor zwei Jahren haben der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ (AKOÖ) und GLOBAL 2000 erstmals über 300 Waschmittel auf synthetische Polymere untersucht.

Dabei wurden in 119 Proben industriell hergestelltes und zugesetztes Plastik gefunden. Als Reaktion auf die Ergebnisse haben Österreichs Supermarktketten zugesichert, so rasch wie möglich ihre Waschmittel-Eigenmarken plastikfrei zu wollen, berichtet die Konsumentenschützer der AK.

Der Einsatz der Konsumenten- und Umweltschützer zeigt im Jahr 2021 später klare Erfolge: Festes Mikroplastik wurde „nur“ noch in 14 Waschmitteln gefunden. Rewe, Spar und selbst der Waschmittelhersteller Henkel haben festes Mikroplastik aus ihren Eigenmarken verbannt. Lidl und Hofer sind ihren Zusagen bisher noch nicht nachgekommen, wobei Hofer dies bis 2022 machen will.

Mikroplastik in 256 Waschmittel gesucht

Insgesamt haben die Umweltorganisation GLOBAL 2000 und der Konsumentenschutz der AK OÖ die Inhaltsstoffe von 256 Waschmitteln auf Mikroplastik und synthetische Polymere durchleuchtet, zum Teil mit Unterstützung des Umweltbundesamtes. Der gesamte Artikel kann auf der Seite der AKOÖ geladen werden.

Die sogenannten synthetischen Polymere – bekannt als Mikroplastik – gibt es in fester Partikelform, aber auch in flüssiger, gelartiger oder gelöster Form. Sie sollen beispielsweise Grauschleier oder Verfärbungen verhindern oder dem Waschmittel eine bestimmte Konsistenz zu verleihen.

Waschmittel zunehmend ökologisch und plastikfrei

Bereits 100 Waschmittel kommen ohne synthetische Polymere aus. 50 davon sind besonders empfehlenswert, da sie zusätzlich auf umwelt- und gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe verzichten und deshalb auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen, der Austria Bio Garantie oder anderen Bio-Siegel ausgezeichnet sind

Flüssiges Mikroplastik doppelt so oft

Trotz der positiven Entwicklung enthalten immer noch 156 Waschmitteln industriell hergestelltes Plastik. Während festes Mikroplastik kaum noch in Waschmittel zu finden ist, hat die Verwendung von wasserlöslichen Polymeren im Vergleich zum letzten Test deutlich zugenommen:

Dieses Mikroplastik aus Kosmetika oder Reinigungsmitteln, gelangt beim Waschen ins Abwasser. Kläranlagen können bis zu 95 Prozent davon aus dem Wasser filtern. Weil aber der Klärschlamm teilweise auf Felder ausgebracht wird, landet das zuerst mühsam aus dem Wasser gefilterte Mikroplastik wieder in der Natur und sammelt sich dort an.

Der nicht gefilterte Anteil gelangt aus der Kläranlage wieder in Flüsse, Seen und Meere, zerfällt in immer kleinere Teile und wird von Pflanzen und Tieren aufgenommen. So gelangt es letzten Endes sogar in die Nahrungskette. Wie sich wasserlösliches Mikroplastik in der Umwelt verhält, ist noch weitgehend unerforscht und damit auch die Folgen für Mensch und Natur unklar.

Transparente Inhaltsangaben fehlen

Bei Waschmitteln müssen nicht alle Inhaltstoffe direkt am Produkt angegeben werden. Es reicht, wenn diese Angaben in einem Produkt-Datenblatt gesammelt werden und auf der Verpackung angeben wird, wo es online gefunden werden kann. Dennoch war das bei einigen Herstellern nicht der Fall und entsprach auch nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Ob in einem Waschmittel Mikroplastik enthalten ist oder nicht, können Konsument:innen unmöglich erkennen. Zumindest müssen Duftstoffe mit allergischem Potential und Konservierungsstoffe verpflichtend auf der Verpackung angegeben werden.

Umfassendes Verbot von Mikroplastik

Festes und wasserlösliches Mikroplastik soll laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) unter anderem in Waschmitteln bald europaweit verboten werden. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem entsprechenden Gesetzesvorschlag, der bis Ende 2021 vorliegen soll. Aktuell deutet jedoch alles darauf hin, dass wasserlösliches Plastik vom angekündigten EU-Verbot ausgenommen werden wird.

Die AK OÖ fordert daher ein umfassendes Verbot von allen biologisch nicht abbaubaren synthetischen Polymeren in Waschmitteln (und Kosmetikartikeln).

Tipp

Achten Sie auf Umweltgütesiegel, rät die AKOÖ. Waschmittel mit einem Umweltgütesiegel, wie etwa dem Österreichischen Umweltzeichen, dem EU Ecolabel oder dem Blauen Engel, sind aus ökologischer Sicht die bessere Wahl: Sie enthalten garantiert kein festes Mikroplastik, schonen die Umwelt und Gesundheit und ihre Verpackung ist auf Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung ausgelegt, so die Konsumentenschützer der AKOÖ.

mehr...

AKOÖ / Mag. Christian Boukal
November 2021

Bild: Frank Habel auf Pixabay

 

 

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less