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Forum Gesundheit

Mediziner warnen verunsicherte Herzpatienten

04. Januar 2021 00:00 Uhr

Die Krankenhäuser und Intensivstationen in Österreich sind überfüllt und die Kapazitätsgrenzen fast erreicht.

Die Krankenhäuser und Intensivstationen in Österreich sind überfüllt und die Kapazitätsgrenzen fast erreicht. Das medizinische Personal ist chronisch überlastet und teilweise selbst mit dem Coronavirus infiziert. Täglich werden in den Medien die aktuellen Coronazahlen bekanntgegeben und verunsichern die Bevölkerung. Aber gerade für herzkranke Menschen kann die Angst, sich beim Arzt oder im Krankenhaus zu infizieren, lebensgefährlich sein, hält der Österreichische Herzfonds fest.

Der Österreichische Herzfonds hat bereits zu Beginn des 2. Lockdowns darauf aufmerksam gemacht, dass sich seit März

  • Patientinnen mit untypischen oder nur leichten oder mittelschweren Symptomen eines Herzinfarktes nicht gerne außer Haus begeben haben,
  • oder wegen der befürchteten erhöhten Infektionsgefahr bei Spitalskontakten gar nicht oder nur nach langem Zuwarten um ärztliche Hilfe bemüht haben.

Das wurde vor einigen Wochen in einer Studie der Medizinischen Universität Wien und der Berufsrettung der Stadt Wien bestätigt. Die Studie zeigt auf, dass im Laufe der 1. Pandemie-Welle in Wien um rund 42 Prozent weniger Herzinfarktpatientinnen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Diese Erkenntnis zeigte sich auch schon sehr bald nach dem 1. Lockdown Anfang diesen Jahres: In Österreich wurden rund 40 Prozent weniger Hospitalisierungen von Herzinfarktpatientinnen verzeichnet. In einer aktuellen Studie der Universität Graz konnte der Kollateralschaden dieses Rückganges der Herzinfarktzahlen in Spitälern aufgezeigt werden: Eine erhöhte Sterblichkeit an Herzinfarkten. Diese Situation könnte nun auch im 3. Lockdown auftreten.

Herzbeschwerden ernst nehmen

Daher ist es für den Österreichischen Herzfonds unumgänglich, Herzpatientinnen eindringlich darauf hinzuweisen, Symptome eines Herzinfarktes nicht zu missachten oder auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Kontaktnahme mit dem Rettungs- und Notarztsystem (144) muss sofort passieren, wenn folgende Beschwerden vorliegen:

  • Ein länger als 20 Minuten anhaltender Schmerz zwischen Nasenspitze und Bauchnabel
  • Ein gürtelförmiges Einschnüren des Oberkörpers oder Druck vor dem Herzen, eventuell mit Ausstrahlung in die linke Schulter, den linken Arm und/oder die linke Kieferhälfte (charakteristisches Merkmal)
  • Ausstrahlungen in die rechte Körperseite, den Oberbauch und/oder den Rücken (weniger typisch)

Achtung bei Risikofaktoren

Herzpatientinnen müssen solche Beschwerden besonders beachten, wenn Risikofaktoren vorhanden sind, wie Rauchen, erhöhte Blutfette, erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht und/oder bereits eine bekannte Herzgefäßerkrankung vorliegt.

Sofort ins Spital

Die Patientin oder der Patient muss unverzüglich ins nächste Spital gebracht werden, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Kurt Huber, Leiter der 3. Med. Abteilung mit Kardiologie in der Klinik Ottakring. Der Präsident des Österreichischen Herzfonds appelliert an die österreichische Bevölkerung: „Haben Sie keine Angst vor Ansteckung im Rettungs- und Spitalssystem. Angst sollten Sie vor den Folgen eines nicht erkannten und zu spät behandelten Herzinfarktes haben. Die betreuenden Ärztinnen des Rettungssystems und der Notaufnahmen wissen, wie Sie im Falle eines akuten Herzinfarktes am besten behandelt werden müssen.“

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Mag. Christian Boukal / Österreichischer Herzfonds
Jänner 2021

Bild: Motortion Films/shutterstock.com

 

 

 

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