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Meine Gesundheit

Magnetresonanztomographie

11. Juni 2021 00:00 Uhr

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie können krankhafte Veränderungen im Körper aufgespürt und sichtbar gemacht werden.

Unter Einsatz eines starken Magnetfeldes und Radiofrequenzimpulse kann das Körperinnere Schicht für Schicht sichtbar gemacht werden, wodurch sich Entzündungen, Verschleißerscheinungen, Gefäßveränderungen und Tumoren entdecken lassen.

 

Die Magnetresonanztomographie (MRT) zählt wie Röntgen, Ultraschall und Computertomographie zu den bildgebenden medizinischen Untersuchungsverfahren. Sie wird durchgeführt, um bestimmte Bereiche des Körpers genauer sehen zu können. Durch die gewonnenen Bilder sind die Mediziner in der Lage, ein Problem direkt zu sehen, statt mittels Blutuntersuchungen etc. nur Vermutungen anstellen zu können.

 

Einsatzgebiete

 

Eine MRT lässt sich zur Untersuchung des gesamten Körpers heranziehen. „Alle Gewebe, Gelenke, Bandscheiben, muskuläre Strukturen, Blutgefäße und die meisten Organe lassen sich hervorragend darstellen. Von der Locke bis zur Socke sozusagen. Ihre größte Stärke liegt eindeutig im hohen Weichteil- und Gewebekontrast, weshalb beispielsweise das Gehirn, das Rückenmark, die muskulären Strukturen und die inneren Organe sehr genau dargestellt werden können“, sagt Dr. Ebrahim Rachinger, Ärztlicher Direktor des Institut Rachinger in Linz.

Neben den primären Einsatzgebieten kommt die MRT auch dann fallweise zum Einsatz, wenn eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung keinen Aufschluss über Ursache oder Ausmaß der Beschwerden oder Erkrankung gebracht hat.

 

Drei Tesla und sieben Tonnen

 

Grundlage des Verfahrens ist ein Magnetresonanztomograph. Das ist ein röhrenförmiges Gerät, in das der Patient auf einer Liege geschoben wird. Es gibt verschiedene Geräte, derzeit handelsüblich sind MRT-Geräte mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 bis 3 Tesla, wobei die stärkeren Geräte mehr und mehr zum Standard werden.

Ein moderner Magnetresonanztomograph mit einer Feldstärke von drei Tesla wiegt rund sieben Tonnen. Tesla ist eine Einheit für physikalische Größen; sie zeigt auf wie hoch oder niedrig die Dichte der Fläche in einem Magnetfeld ist. Das enorme Gewicht eines MRT erklärt sich vor allem aus dem Gewicht des Magneten.

 

Mächtiges Magnetfeld wird erzeugt

 

Während der MRT-Untersuchung wird um den Patienten ein äußerst starkes Magnetfeld aufgebaut. Dieses Feld wird von einem mit flüssigem Helium gekühltem Elektromagneten erzeugt. Das Helium hat eine Temperatur von etwa Minus 269 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur wird das Metall der Magnetspulen supraleitend, das heißt, der elektrische Widerstand verschwindet, wodurch ein so starkes Magnetfeld erzeugt werden kann.

 

Bilder werden errechnet

 

Auf Basis des starken Magnetfeldes lassen sich Schnittbilder des Körpers erzeugen. Die Bilder, die anhand einer MRT entstehen, ergeben einen gut sichtbaren Gewebekontrast. Es lässt sich damit ein Blick ins Körperinnere werfen, der Radiologen Aufschluss über den untersuchten Körperbereich gibt. Mit dem Magnetresonanztomographen lassen sich dreidimensionale Bilder entwickeln, die jedoch nichts mit fototechnischen Aufnahmen zu tun haben, denn diese Bilder werden von einem Computer errechnet.

Stark vereinfacht kann man sich das so vorstellen: Grundlage dieser Methode ist die Tatsache, dass Körpergewebe viel Wasser enthält (der menschliche Körper besteht aus 70 bis 75 Prozent Wasser, das Gehirn aus bis zu 80 Prozent). Beim MRT-Verfahren nützt man die Tatsache aus, dass die Atomkerne der Wassermoleküle wie kleine Stabmagneten sind, die sich im starken Magnetfeld entsprechend ausrichten. „Bei der MRT werden Radiofrequenzwellen eingestrahlt, wodurch die Wasserstoffmoleküle in eine andere Energieform gedrängt werden. Bei Abschalten der Radiofrequenzwellen wird Energie frei, die je nach Zusammensetzung des Gewebes unterschiedlich hoch ist. Diese abgegebene Energie wird aufgezeichnet und von einem Computer in ein Bild umgewandelt“, erklärt der Radiologe.

 

Lautes Rattern und Klopfen

 

Wer schon einmal eine MRT miterlebt hat, kann sich vor allem an eines erinnern: An das ohrenbetäubende Dröhnen, Rattern und Klopfen des Gerätes. Vermutlich fragen sich viele, warum bloß dieser Lärm produziert wird und ob das bei einem solchen High-Tech-Gerät wirklich nötig ist. Die Antwort: Diese manchmal beängstigenden Geräusche entstehen durch die notwendige Einstrahlung der Radiofrequenzwellen. „Die erzeugte Lautstärke ließe sich zwar mittels Softwareprogrammen reduzieren, doch dies würde den Nachteil einer längeren Untersuchungszeit für die Patienten mit sich bringen, da die Messungen des Gerätes mehr Zeit in Anspruch nehmen würden“, sagt Rachinger.

Da die Lautstärke daher im Moment ein notwendiges Übel darstellt, bekommt jede zu untersuchende Person Ohrstöpsel und einen Kopfhörer, wahlweise mit Musik.

Offene Röhren gegen die Angst

In früheren Jahren hatten MRT-Geräte die Form einer engen Röhre. Die Enge und Dunkelheit darin machten vielen Patienten Angst und waren für manche ein Grund, diese Form der Untersuchung nicht durchführen zu lassen. Die modernen Geräte haben jedoch nur mehr wenig mit den Vorgängermodellen gemeinsam. Sie weisen eine größere Öffnung auf und die Füße oder der Kopf sind je nach Untersuchungsregion im Freien und die Patienten haben nun eine wesentlich hellere und angenehmere Atmosphäre, die beruhigend wirkt. Zudem werden die Patienten während der Untersuchungen videoüberwacht. Falls sich im Einzelfall eine Angstattacke oder Unwohlsein einstellen sollte, kann der Patient einen Ballon drücken, den er während der Untersuchung in Händen hält. Tut er dies, wird die Untersuchung sofort beendet und das Personal kümmert sich um den Patienten.

„Die Geräte der neuesten Generation haben bereits eine sehr große Geräteöffnung, was die Patienten durchwegs als sehr angenehm empfinden, sagt Rachinger.

Sichere Anwendung

Anders als bei einer Computertomographie (CT) und dem Röntgen werden Patienten bei einer MRT keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Magnetfelder bringen bei richtiger Anwendung kein gesundheitliches Risiko mit sich, obwohl die Stärke des Magneten enorm hoch ist. „Man könnte damit ein ganzes Auto hochheben“, sagt der Radiologe.

Kontraindikationen

Es gibt nur sehr wenige Kontraindikationen, die eine MRT-Untersuchung untersagen:

  • Menschen mit Innenohrimplantaten und Insulinpumpe dürfen nicht in die „Röhre.“
  • Herzschrittmacherpatienten werden in der Regel von einer MRT ausgenommen. „Die neuesten Implantate sind zwar MRT-fähig, aber auch bei den neuen Schrittmachern wird diese Untersuchung nur unter Beobachtung eines Kardiologen und daher meist nur in Krankenhäusern durchgeführt“, so Rachinger.
  • An Schwangeren wird zur Sicherheit keine MRT durchgeführt (vor allem, weil die erzeugte Lautstärke das Ungeborene in Unruhe versetzten könnte).

Kontrastmittel selten eingesetzt

Anders als bei der CT wird bei der MRT der Einsatz einer Kontrastmittelgabe seltener notwendig. Kontrastmittel können dann zum Einsatz kommen, wenn bei einer Tumorerkrankung dessen Beschaffenheit oder der Verlauf der Erkrankung beziehungsweise Heilung kontrolliert werden soll und dies ohne Kontrastmittel nicht möglich ist. Kontrastmittel kommen auch dann zum Einsatz, um Blutgefäße oder auch entzündliche Veränderungen darzustellen.

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Dr. Thomas Hartl
Juni 2021

Bild: Nejron Photo/shutterstock.com

 

 

 

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