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Herzmuskelentzündung – Unterschätzte Gefahr nach einer Grippe

23. März 2020 00:00 Uhr

Nach einer Grippe oder einem grippalen Infekt braucht es ausreichend Ruhe und Erholung, um wieder ganz gesund und fit zu werden.

Nach einer Grippe oder einem grippalen Infekt braucht es ausreichend Ruhe und Erholung, um wieder ganz gesund und fit zu werden. Viele Menschen kurieren sich nach einer überstandenen Erkrankung aber nicht richtig aus und steigen trotz Müdigkeit und Schwäche schnell wieder ins Berufs- oder Sportleben ein. Doch das birgt ein hohes Risiko.

Bei einer infektiösen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) siedeln sich Erreger wie Viren oder Bakterien am Herzen an und lösen dort eine Entzündung aus. Meist gelangen die Viren infolge einer Grippe oder einer Atemwegsinfektion in den Körper. Die nicht infektiöse Myokarditis wird dagegen durch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine koronare Herzkrankheit verursacht.

Keine Frage des Alters

„Die infektiöse Myokarditis kann in jedem Alter und bei jeder gesundheitlichen Verfassung vorkommen. Besonders häufig tritt sie bei Kindern und Jugendlichen auf – sowie im Alter zwischen 20 und 50 Jahren“, informiert OA Dr. Martin Schuri, von der Abteilung Innere Medizin 1 am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum (PEK) Steyr. Betroffene haben oft keine oder nur unauffällige Beschwerden. Starke und anhaltende Müdigkeit, Schwäche und Schwindel sind erste Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung. Auch wer an uncharakteristischen Brustschmerzen oder einem unregelmäßigen Herzschlag leidet, sollte diese Symptome medizinisch abklären lassen.

Grippe schlägt sich auf das Herz

Eine Myokarditis kann schwere Schäden am Herz verursachen, besonders wenn Erkrankte sich nicht ausreichend schonen oder bereits Vorerkrankungen am Herz bestehen. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen oder eine chronische Herzschwäche. Beide Erkrankungen können die Lebenserwartung reduzieren. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem plötzlichen Herztod. Der plötzliche Herztod bestätigt, dass eine Herzmuskelentzündung eine ernst zu nehmende Krankheit ist – junge und sportliche Menschen sind besonders betroffen.

Nicht zu früh mit dem Sport beginnen

Die Herzmuskelentzündung wird medikamentös behandelt, viel Ruhe und körperliche Schonung sind jedoch ebenfalls unbedingt notwendig. Sport- und Ausdauertraining muss in dieser Phase ebenso vermieden werden wie körperliche Arbeit im Beruf. Schuri erklärt: „Sportliche Menschen wollen nach einer Erkrankung möglichst schnell wieder mit dem Training beginnen, weil sie eine lange Pause stark zurückwirft. Aber eine verschleppte oder nicht richtig auskurierte Grippe darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Während der Erholungsphase – die in der Regel genauso lange dauert wie die Erkrankung – sollten Patientinnen und Patienten auf jegliche Anstrengung verzichten.“

Bei einer diagnostizierten Myokarditis sollte sechs Monate lang kein Ausdauersport ausgeübt werden, bis sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat. Körperliche Aktivität sollte generell nur nach ärztlicher Absprache erfolgen.

Wie schützt man sich?

„Die beste Prävention gegen eine Herzmuskelentzündung ist die vollständige Ausheilung der ursächlichen Erkrankung. Bei Grippe oder Fieber hat Bettruhe daher oberste Priorität“, betont der Spezialist aus Steyr.

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Mag. Christian Boukal / Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr
 März 2020

Bild: shutterstock

 

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