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Meine Gesundheit

Heimwerker-Boom in Zeiten von Corona

01. April 2021 12:47 Uhr

Seit Corona zahlreiche andere Freizeitbeschäftigungen verhindert, haben viele Menschen das „Home Improvement“ für sich entdeckt.

Sanierungs-, Renovierungs- oder Verschönerungsprojekte werden vermehrt gestartet, berichtet das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) in einer Presseaussendung.

 

Aktuell appellieren KFV und Rotes Kreuz an alle Heimwerker, nicht auf die Schutzkleidung zu vergessen und ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Pro Jahr verletzen sich bis zu 14.000 Menschen beim Heimwerken so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, so das KFV.

 

Verstärktes Heimwerken in der Krise

 

Heimwerken boomt. Gemäß einer aktuellen Studie des KFV haben 78 Prozent aller befragten Österreicher (18-69 Jahre) im Jahr 2020 Heimwerktätigkeiten ausgeführt – davon 26 Prozent häufiger als sonst, 10 Prozent haben wieder oder neu damit begonnen.

Nicht immer läuft dabei alles rund. Schon unter normalen Bedingungen ereignen sich in Österreich bis zu 14.000 Heimwerkunfälle jährlich, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen. „Zahlreiche Menschen haben im letzten Jahr die Ambulanzen der Spitäler gemieden – sei es, um die Kapazitäten der Spitäler zu schonen oder auch aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19. Natürlich ist es aber auch weiterhin wichtig, akute Verletzungen schnellstmöglich medizinisch versorgen zu lassen. Am besten ist es aber natürlich entsprechende Vorkehrungen zu treffen, damit ein Unfall gar nicht erst passiert“, so Präventionsexpertin und KFV-Sprecherin Dr. Johanna Trauner-Karner. Mehr als die Hälfte der Verletzungen beim Heimwerken betreffen Finger oder Hände. Die häufigsten Verletzungsarten sind offene Wunden, Knochenbrüche, Sehnen- und Muskelverletzungen.

 

Gebrauch von Schutzausrüstung im Ländervergleich

 

Abgetragene Jeans, ein altes Shirt und ein Paar Sportschuhe? Viele Heimwerker begnügen sich bei häuslichen Handwerksarbeiten mit Alltagskleidung, die keinen oder nur unzureichenden Schutz vor Verletzungen bietet. In Österreich greift weniger als die Hälfte (42 Prozent) aller befragten Heimwerker im Alter zwischen 14 und 69 Jahren bewusst auf Schutzkleidung oder Schutzausrüstung zurück. Immerhin liegt Österreich im Schutzausrüstungsländervergleich damit vor Deutschland (38 Prozent) und der Schweiz (34 Prozent). Die Gründe: Fehlende Notwendigkeit, ausreichend gute Fähigkeiten und die Kürze der Tätigkeit sind die drei häufigsten Gründe, warum auf die Verwendung von Schutzausrüstung verzichtet wird. Die mit Abstand am häufigsten verwendete Schutzausrüstung sind Arbeitshandschuhe, gefolgt von Schutzbrille und Staubmaske.

 

In Notsituation oft überfordert

 

Für den Fall, dass ein Unfall passiert ist, schätzen immerhin 63 Prozent der befragten Österreicher ihre eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse als sehr oder eher gut ein. 37 Prozent wären überfordert oder wüssten gar nicht, was zu tun ist. Wenig überraschend, bedenkt man, dass der letzte Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses bei 40 Prozent aller Befragten länger als zehn Jahre zurückliegt, Vier Prozent haben gar überhaupt noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. „Kenntnisse, die regelmäßig geübt werden, sind im Bedarfsfall schnell abrufbar. Wir appellieren daher an die Verantwortung aller, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Das dabei erworbene Wissen kann auch in vielen alltäglichen Situationen von Nutzen sein – und im Notfall sogar Leben retten“, so Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

 

KFV-Sicherheitstipps für sicheres Heimwerken:

 

  • Überforderung vermeiden – bei anstrengenden Tätigkeiten Pausen einlegen.
  • Nicht auf die persönliche Schutzausrüstung verzichten. Je nach Art der Tätigkeit geht diese über ein Paar Handschuhe hinaus und umfasst Sicht-, Atem- und Gehörschutz.
  • Beim Kauf von Schutzausrüstung und Werkzeug auf Qualität achten. Mangelnde Verarbeitungsqualität kann nicht nur schnellere Abnutzungen und Schäden, sondern im schlimmsten Fall auch Verletzungen zur Folge haben.
  • Mit neuen Geräten vor Gebrauch vertraut machen, z.B. durch Lesen der Betriebsanleitung oder Einschulung beim Händler oder Geräteverleiher.
  • Bestehende Schutzvorrichtungen an Geräten niemals abmontieren.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen und darauf achten, dass der Erste-Hilfe-Schrank oder -Koffer immer in Reichweite und ausreichend bestückt ist.

 

Erste-Hilfe-Maßnahmen

 

Das Rote Kreuz empfiehlt folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen für beim Heimwerken häufig auftretende Verletzungen:

Starke Blutungen: Einen ausreichend starken, manuellen Druck auf die Blutung ausüben, damit sie gestoppt werden kann. An Armen und Beinen kann der manuelle Druck durch einen Druckverband ersetzt werden. Den verletzten Körperteil hochlagern. Verletzte sollten immer im Liegen oder Sitzen erstversorgt werden.

Schnittwunden: Kleine Schnittwunden können vorsichtig mit sauberem Wasser ausgewaschen und mit einem keimfreien Verband abgedeckt werden.

Fremdkörper in Wunden: Größere Fremdkörper dürfen auf keinen Fall selbst entfernt werden. Keimfreie Wundauflagen und Mullbinden verwenden, um den Fremdkörper zu fixieren und Basismaßnahmen durchführen. Anschließend die Wunde von einem Arzt behandeln lassen.

Abgetrennte Körperteile: Die Versorgung der Wunde und die Blutstillung hat Priorität. Dann das abgetrennte Körperteil sauber und trocken einwickeln (z.B. in eine Wundauflage oder in ein Dreiecktuch). Der abgetrennte Körperteil wird so vor Hitze, Kälte und Nässe geschützt dem Rettungsdienst übergeben.

 

Tipp: Das Rote Kreuz bietet maßgeschneiderte Erste-Hilfe-Kurse – vom 16 Stunden Grundkurs bis hin zu 4-Stunden Auffrischungskursen – an. Informationen unter www.erstehilfe.at.

 

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KFV / Mag. Christian Boukal
April 2021

 

Bild: StockLite/shutterstock.com

 

 

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