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Meine Gesundheit

Gutartige Prostatavergrößerung: Neues OP-Verfahren mit Wasser

29. September 2021 00:00 Uhr

Eine neue, roboterassistierte Technologie kommt in der Urologie am Klinikum Wels-Grieskirchen bei der Behandlung von gutartiger Vergrößerung der Prostata zum Einsatz.

Durch die präzise Lokalisierung des betroffenen Gewebes sowie durch die schonende Behandlung ohne Hitzeeinwirkung werden die Nebenwirkungen minimiert, berichte das Klinikum.

 

„Die gutartige Prostatavergrößerung, fachsprachlich benigne Prostatahyperplasie (BPH), ist eine Erkrankung, die in der Regel mit einem höheren Lebensalter einhergeht, jedoch auch bei jüngeren Männern ab dem 40. Lebensjahr zu Beschwerden führen kann“, erklärt Prim. Dr. Clemens Wiesinger, MSc, FEBU, Leiter der Urologie am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Grund dafür ist bei vielen Patienten der natürliche Alterungsprozess: Kommt es zu einem knotigen Wachstum der inneren Zone der Prostata, wird die Harnröhre immer mehr eingeengt.“

 

Symptomatik und Therapieoptionen

„Oftmals werden zuerst Symptome wie gehäuftes Wasserlassen und nächtlicher Harndrang mit dadurch gestörter Nachtruhe wahrgenommen“, so Wiesinger. Weitere Beschwerden können neben vermehrtem Harndrang und gehäuften Harnwegs- und Prostatainfekten auch ein abgeschwächter Harnstrahl, sogenanntes Nachtröpfeln, ungewollter Harnverlust und eine unvollständige Blasenentleerung sein. „Abhängig von Symptomatik und Befunden behandeln wir BPH vorerst medikamentös. Bei schwereren Verläufen oder fehlender Besserung stehen bisher abhängig von der Prostatagröße entweder die transurethrale Elektroresektion der Prostata, auch Hobelung genannt, oder die transurethrale Holmium-Laser-Enukleation der Prostata zur Verfügung. Seit Februar 2021 ist nun bei uns im Haus mit dem AquaBeam-System eine weitere Therapieoption zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung hinzugekommen.“

 

So funktioniert AquaBeam

Das AquaBeam-System ermöglicht mithilfe modernster Robotertechnik eine Behandlung der Prostata mittels fokussiertem Hochdruck-Wasserstrahl. „Durch Ultraschall erstellt der Urologe intraoperativ ein exaktes Modell der Prostata“, erklärt Wiesinger. „Die erhobenen Daten zeigen dem computergesteuerten Robotersystem die genauen Markierungen für das zu entfernende überschüssige Prostatagewebe auf. Da bei dem Eingriff keine Hitze entsteht, können wichtige Strukturen, die für Sexualfunktion und Kontinenz relevant sind, optimal geschont werden.“ Weitere Vorteile zeigt die neue Methode vor allem im Bereich der Ejakulationserhaltung und der deutlich verkürzten Operationszeit. „Auf Grund der Vorteile eignet sich das Operationsverfahren vor allem auch für jüngere Patienten", so der Leiter der Urologie.

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KWG / Mag. Christian Boukal
September 2021

FOTO: © Klinikum Wels-Grieskirchen – Nik Fleischmann: Prim.Dr. Clemens Wiesinger und das AquaBeam-Team

 

 

 

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