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Gallensteine – Steine im Körper

20. Januar 2021 00:00 Uhr

Zur Verdauung fettreicher Speisen wird Gallenflüssigkeit in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert.

Für Menschen mit Gallensteinen, die den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindern, können das Schnitzel mit Pommes oder der Schweinsbraten dann rasch zu Beschwerden führen. Prim. Dr. Christoph Kopf, Leiter der Abteilung für Chirurgie am Klinikum Schärding, beantwortet die häufigsten Fragen rund um die „Volkskrankheit“.

Fast 30.000 Österreicher werden jährlich wegen Problemen mit der Gallenblase oder den Gallenwegen im Spital behandelt. Die häufigste Ursache dafür sind Gallenblasensteine, kurz Gallensteine genannt. Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren leiden etwa doppelt so häufig unter Gallensteinen wie Männer. Männer holen jedoch im Alter von 70 bis 80 Jahren auf.

Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind verfestigte Bestandteile der Gallenflüssigkeit. Ihre Größe kann von einigen Millimetern bis hin zu wenigen Zentimetern reichen. Sie können einzeln, mehrfach oder als feinster Gallensand oder Gallengrieß vorliegen.

Entstehung

Die Bildung von Gallensteinen kann genetisch bedingt sein, beispielsweise durch eine Veranlagung in der Familie. Risikogruppen sind Menschen mit Übergewicht, besonders, wenn sie stark abgenommen haben, oder Personen, die an Diabetes, Erkrankungen der Nebenschilddrüsen oder Leberzirrhose leiden. Teilweise auch Frauen während der Schwangerschaft.

Wie sich Gallensteine bemerkbar machen

Nur etwa 20 bis 30 Prozent aller Betroffenen haben Beschwerden. In den meisten Fällen bleiben die Steine jahrelang unentdeckt oder werden durch Zufall bei einem Ultraschall gesehen. Treten Beschwerden auf, so tun sie dies am häufigsten durch eine Gallenkolik. Typische Anzeichen dafür sind krampfartig auf- und abwallende Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch, die in den Rücken oder die Schulter ausstrahlen können. Erste Vorboten eines Gallensteinleidens können aber auch eher unbestimmte Beschwerden wie etwa ein Völlegefühl nach fettreichen Speisen sein.

Behandlung

Die hängt in erster Linie davon ab, ob die Gallensteine Beschwerden verursachen oder nicht. Gallensteine, die keine Beschwerden verursachen, müssen in der Regel auch nicht behandelt werden. Bei Verdacht auf eine Gallenkolik sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Krampflösende und schmerzstillende Medikamente helfen bei Gallenkoliken, heilen allerdings nicht das ursächliche Gallensteinleiden. Um Komplikationen zu verhindern, wird eine operative Entfernung der Gallenblase empfohlen.

Komplikationen

Mögliche Folge eines Gallensteinleidens ist die Entzündung von Gallenblase oder Gallengängen. Eine akute Gallenblasenentzündung macht sich durch starke Oberbauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost bemerkbar. Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann Folge von Gallensteinen sein. Denn der Ausführungsgang der Drüse mündet gemeinsam mit dem Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm. Verlegt nun ein Stein den Ausgang zum Darm, kann es zu einem Rückstau von Verdauungssäften in die Bauchspeicheldrüse kommen, was in weiterer Folge zu deren Entzündung führt. In diesem Fall wird dann mit einer speziellen Technik, der ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie), der eingeklemmte Stein per Endoskop entfernt. In weiterer Folge wird die Gallenblase samt den darin befindlichen Gallensteinen ohne große Schnitte entfernt, um einen neuerlichen Steinabgang in die ableitenden Gallenwege zu verhindern.

Entfernung

Patienten, die an Gallensteinen leiden, wird geraten, sich die Gallenblase entfernen zu lassen. Dies ist heutzutage eine Routineoperation und erfolgt fast immer laparoskopisch, also mit der sogenannten Schlüssellochtechnik. Drei bis vier millimeterkleine Schnitte reichen dafür aus. Das bedeutet für die Betroffenen weniger Schmerzen nach der Operation, raschere Erholung und nur winzige Narben. Wenige Patienten merken, dass ihnen die Gallenblase fehlt. Die Gallenblase speichert die Galle und gibt sie zur Verdauung fetthaltiger Nahrung in den Dünndarm ab. Wurde die Gallenblase entfernt, fließt die Galle stetig direkt in den Dünndarm. Eine spezielle Diät nach der Operation ist nicht notwendig, empfohlen wird jedoch, sich gesund zu ernähren, gut zu kauen und reichlich zu trinken.

Prophylaxe

Wer ausgewogen isst und Übergewicht vermeidet, kann das Risiko für Gallensteine vermindern. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Cholesterin und anderen tierischen Fetten sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen. Auch ein Verzicht auf fetten Käse, Schlagobers und üppige Nachspeisen lohnt sich.

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Mag. Christian Boukal / Klinikum Schärding
Jänner 2021

Bild: shutterstock/eleonimages

 

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