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Meine Gesundheit

Frühling: Fenster als Gefahr

17. März 2021 10:02 Uhr

Die aktuellen frühlingshaften Temperaturen bringen auch Gefahren in Haushalten mit Kleinkindern mit sich.

Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) appelliert deshalb an Eltern und Aufsichtspersonen Vorkehrungen zu treffen und Kinder auch beim „kurzen Lüften“ stets zu beaufsichtigen.

 

Im Durchschnitt stürzt in Österreich rund alle vier Wochen ein Kind aus einem Fenster. Im Vorjahr verstarb ein Kind nach einem Fenstersturz, acht weitere Kinder verunglückten teils schwer. Fensterstürze zählen somit zwar nicht zu den häufigsten, jedoch zu den schwersten Unfällen bei Kindern.

 

Dramatische Folgen

 

Die Folgen reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen von Kopf, Wirbelsäule und inneren Organen. „Der Bewegungs- und Entdeckungsdrang von Kindern kann sich in Kombination mit geöffneten oder ungesicherten Fenstern und Balkontüren in Sekundenschnelle zu einer unkalkulierbaren Gefahrenquelle entwickeln“, betont Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „Jahr für Jahr sehen wir, dass es gerade in den ersten Tagen mit wärmeren Temperaturen zu folgenschweren Fensterstürzen von Kindern kommt – mit schrecklichen Folgen. Wir appellieren daher dringend an alle Eltern und Aufsichtspersonen, versperrbare Kindersicherheitsgriffe zu montieren und auch beim kurzen Lüften vorsichtig zu sein.“

 

Fenstersicherungen

 

In Haushalten, in denen Kinder leben, sollten alle Fenster und Balkontüren mit entsprechenden Fenstersicherungen ausgestattet oder nachgerüstet sein. Versperrbare Fenstersicherungen sind in Möbelhäusern, Baumärkten oder online kostengünstig erhältlich und können auch im Nachhinein an bestehende Fenster relativ einfach und ohne fachmännische Hilfe angebracht werden.

Katzen- oder Fliegenschutzgitter hingegen eignen sich nicht als Schutzmaßnahme, sie können bei Druck nachgeben oder reißen.

 

Nicht geeignet: Fliegengitter

 

Der Gefahr eines Sturzes aus großer Höhe sind sich vor allem Kleinkinder nicht bewusst. Erschwerend kommt hinzu, dass es den Kleinen oft schwerfällt, die Balance zu halten. Grund hierfür ist ihr verlagerter Körperschwerpunkt, der im Vergleich zu Erwachsenen höher liegt. Typische Gefahrensituationen sind jene, in denen Kinder „Aufstiegshilfen“ wie Sessel oder Hocker zum Öffnen der Fenster benutzen, sich an Fliegengitter lehnen oder sich unbeaufsichtigt in Räumen mit geöffneten Fenstern befinden und hinauslehnen. „Bauliche Maßnahmen wie Fenstersicherungen sind äußerst sinnvoll und können Leben retten“, schließt Thann.

 

Expertentipps: So verhindern Sie Fensterstürze

 

  • Lassen Sie Kinder bei geöffnetem Fenster niemals unbeaufsichtigt und nehmen Sie sie mit in den Nebenraum, wenn Sie das Zimmer verlassen.
  • Statten Sie Fenster und Balkontüren mit versperrbaren Fenstersicherungen aus. Bewahren Sie den Schlüssel außer Reichweite von Kindern auf.
  • Achten Sie drauf, dass Fenstersicherungen dem Alter der Kinder entsprechen. Einige im Handel erhältliche Produkte können mit zunehmendem Alter von Kindern selbst geöffnet werden.
  • Positionieren Sie Gegenstände, die für Kinder reizvoll erscheinen könnten, nicht auf Fensterbrettern oder Balkonbrüstungen.
  • Platzieren Sie kein Mobiliar in der Nähe von Fenstern oder Balkontüren – Kinder nutzen Gegenstände wie Sessel, Tische etc. geschickt als „Kletterhilfen“.

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KFV / Mag. Christian Boukal
März 2021

Bild: Gorlov-kV/shutterstock.com

 

 

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