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Eier in Bäckereien und Backshops

05. Juli 2021 00:00 Uhr

In Backwaren – und auch in Nudeln, Mayonnaise oder Fertigprodukten – werden tonnenweise Eier unbekannter Herkunft und Haltung konsumiert.

Während bei frischen Eiern eine Herkunftsangabe verpflichtend ist, muss bei verarbeiteten Produkten – und auch in der Gastronomie – nicht angegeben werden, woher sie stammen, berichten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ).

Damit bleibt der Ursprung von mehr als 60 Prozent aller in Österreich konsumierten Eier unbekannt. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und die AKOÖ haben deshalb bei 29 Betrieben nachgefragt, woher die Eier in deren Produkten stammen. Die Konsumentenschützer haben an Bäckerei- und sechs Supermarkt-Ketten mit Selbstbedienungs-Backshops ihre Anfrage geschickt.

Eier meist aus Bodenhaltung

  • 27 von 29 Bäckereien haben die Herkunft und Haltungsform ihrer verarbeiteten Eier offengelegt.
  • Bei den verarbeiteten Produkten kommen hauptsächlich Eier aus Bodenhaltung zum Einsatz. Bei den Frühstücksangeboten in den Filialen (zum Beispiel Frischeier für Eierspeisen, Aufstriche,…) wird Wert auf Bio-Freiland- und Freilandhaltung geachtet.
  • Die meisten Bäckereien bemühen sich, Eier aus Österreich zu beziehen: 17 von 29 Bäckereien verwenden ausschließlich österreichische Eier, der Rest stammt aus anderen europäischen Ländern.
  • Die Eier in Produkten der Selbstbedienungs-Backshops stammen vor allem aus Bodenhaltung, teilweise aber auch aus Freilandhaltung, sowohl aus Österreich als auch aus anderen EU-Ländern.
    Nur die beiden großen Diskonter im Land haben auch umfassende Dokumente zur Prüfung der Unternehmensangaben übermittelt.
  • Zwei Bäckereien haben nicht geantwortet und lassen damit Konsument:innen über die Herkunft ihrer verarbeiteten Eier in Ungewissheit.
  • Bereits fünf Bäckereien verwenden ausschließlich Bio-Freilandeier aus Österreich.

Die gesamte Liste kann auf den Seiten der AKOÖ und den VIER PFOTEN nachgelesen werden.

„Ausgestaltete Käfige“ sind trotzdem noch Käfige

Knapp die Hälfte aller Legehennen wird laut aktuellen Kennzahlen innerhalb der EU noch in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“ gehalten. Konventionelle Käfighaltung ist seit 2012 europaweit verboten wurde. „Ausgestaltete Käfige“ sind in der EU noch erlaubt. Darin hat jedes Tier 750 cm2 Platz (etwas mehr als ein Din-A4 Blatt), statt der 550 cm2 in den verbotenen, konventionellen Legebatterien. Außerdem verfügen „ausgestaltete Käfige“ über Legenester, Sitzstangen und einer Scharrfläche.

In Österreich wurde diese Haltungsform aber aus gutem Grund verboten, da sie den Bedürfnissen der Tiere nicht entspricht.

Käfigeier nach Österreich importiert

In Polen, Österreichs zweitwichtigstem Importland für Eier, werden Legehennen fast ausschließlich in dieser Haltungsform gehalten. Darüber ist die Einfuhr von Eiern in die EU aus Drittländern im vergangenen Jahr stark angestiegen, auch wenn diese nur einen geringen Anteil am Verbrauch ausmachen.

Mehr als die Hälfte der Importe aus Drittländern stammt aus der Ukraine, gefolgt von den USA, Argentinien, China und Albanien. In all diesen Ländern ist die Käfighaltung nach wie vor gängige Praxis. Als Rohstoff – zum Beispiel als Flüssig-Ei oder Eipulver – landen sie in unseren Lebensmitteln. Im Supermarkt-Regal, in Kantinen, in Mensen oder in Restaurants können Konsument:innen die Herkunft der verwendeten Eier nicht erkennen. Grund dafür ist die mangelhafte Kennzeichnungspflicht.

AK fordert Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eier

Der Konsumentenschutz der AK fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Eier und Eibestandteile damit Konsument:innen klar erkennen, woher und aus welcher Haltungsform die Eier in eierhaltigen Lebensmitteln stammen.

Der gesamte Bericht ist auf der Seite der AKOÖ abrufbar.

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AKOÖ / Mag. Christian Boukal
Juli 2021

Bild: NPvancheng/shutterstock.com

 

 

 

 

 

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