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Forum Gesundheit

Coronavirus

07. Februar 2020 00:00 Uhr

Das neuartige Coronavirus (2019nCoV), das Anfang Jänner erstmals in China identifiziert wurde, war zuvor noch nie beim Menschen nachgewiesen worden.

Es wird zwischen Tieren und Menschen übertragen. Coronaviren bilden eine große Familie, die leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Die Erreger der MERS- und SARS-Infektionen gehören ebenfalls zur Familie der Corona-Viren, berichtet die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit.

Dabei ist derzeit noch nicht abzusehen, wie gefährlich der neue Erreger tatsächlich ist. Experten gehen von einer deutlich geringeren Gefährlichkeit als der der „Schwesternviren“ MERS und SARS aus. Das 2012 aufgetreten MERS-Virus zog eine Sterblichkeit von 30 Prozent der Infizierten nach sich, SARS-Viren (2002) immerhin zehn Prozent. Ähnlich wie die Erreger der saisonalen Grippe durch Influenzaviren sind besonders alte und immungeschwächte Personen gefährdet, die Sterblichkeit liegt allerdings nur unter einem Prozent.

Die AGES hat ein Video zu den oft gestellten Fragen online gestellt. Die Infoline Coronavirus ist unter 0800 555 621 wochentags von 9:00 bis 17:00 Uhr erreichbar und liefert Informationen zu Übertragung, Symptomen und Vorbeugung.

Ansteckungsgefahr

Nach bisher vorliegenden Informationen stellt die Mensch-zu-Mensch-Übertragung den wichtigsten Infektionsweg dar. Neben Sekreten des Atmungstraktes und Speichel können auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten infektiös sein. Dennoch scheint das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe.

In Österreich

Derzeit sind keine Erkrankungsfälle in Österreich bekannt. Die aktuellen Verdachtsfälle auf Coronavirus-Infektion in Österreich werden auf der Website des Sozialministeriums veröffentlicht und täglich um 10:00 aktualisiert.

Bei der weltweiten SARS-Epidemie 2003 gab es in Österreich keinen einzigen dokumentierten Infektionsfall. Der MERS-Erreger wurde in Österreich bislang nur 2014 nachgewiesen.

Symptome

Während gewöhnliche Coronaviren meist milde Infektionen verursachen, sind häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus u. a. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne Symptome.

Derzeit geht man davon aus, dass der Krankheitsverlauf beim neuartigen Coronavirus weniger schwer ist als bei SARS und MERS, so die AGES.

Behandlung

Es gibt keinen Impfstoff. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, d. h. durch Linderung der Krankheitsbeschwerden wie etwa fiebersenkende Mittel.

Schutz

Wie bei der saisonalen Grippe werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife waschen.
  • Beim Husten und Niesen, Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) bedecken.
  • Direkten Kontakt zu kranken Menschen vermeiden.

Mundschutz

Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die über die Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Tröpfchen“ von Niesen oder Husten zu verringern.

China

Bisher werden enge Kontakte zwischen Erkrankten und Gesunden als Infektionsquelle angenommen. Bei Husten oder Niesen in die eigene Hand und darauf folgender Berührung von Gegenständen, können über diese Gegenstände (etwa Telefon oder Türklinke) das Virus übertragen werden. Aber eine halbe Stunde später sollte der Erreger laut WHO nicht mehr virulent sein. Deshalb gibt es keine Hinweise darauf, dass Handelswaren aus China eine Gefahr darstellen.

Allerdings wird von nicht notwendigen Reisen nach China – die Provinz Hubei trägt ein erhöhtes Sicherheitsrisiko – abgeraten und die Verschiebung angeraten. Derzeit werden allerdings seitens der WHO keine Reise- oder Handelseinschränkung empfohlen.

Zwischen Österreich und der primär betroffenen Region in China gibt es keine Direktflüge. Bewohner Wuhans dürfen die zentralchinesische Stadt nur noch unter Angabe besonderer Gründe verlassen, um eine Verbreitung der Krankheit weiter einzudämmen, da nach wie vor die meisten Fälle in Wuhan verzeichnet werden.

Werden bei einem Passagier an Bord eines landenden Flugzeugs verdächtige Symptome registriert, wird das Bodenpersonal informiert und es werden spezielle Vorbereitungen getroffen. Bei einem Verdachtsfall wird nach speziellen Sicherheitskriterien vorgegangen, die vom Gesundheitsministerium vorgegeben werden: So wird eine erkrankte Person isoliert, Kontaktpersonen, die keine Symptome zeigen, werden informiert und zwei Wochen ärztlich betreut (regelmäßiges Temperaturmessen). Tests werden erst durchgeführt, wenn diese Kontaktpersonen Symptome einer Erkrankung zeigen. Sämtliche Maßnahmen haben das Ziel, dass möglichst wenige Menschen in Österreich von dem Krankheitserreger infiziert werden.

Chinareisen

Nach einem Aufenthalt in Wuhan beziehungsweise der Provinz Hubei, sollte Kontakt mit der lokalen Gesundheitsbehörde (Bezirkshauptmannschaft/Amtsarzt) aufgenommen werden.

Nach Aufenthalten in anderen Regionen Chinas und wenn keine Beschwerden auftreten, ist ein Test nicht notwendig und auch von Seiten der Gesundheitsbehörden nicht vorgesehen. Treten jedoch während der Reise oder innerhalb von zwei Wochen nach der Rückkehr aus China Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden entwickeln, gelten folgende Empfehlungen:

  • Bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie einen Arzt oder die telefonische Gesundheitsberatung unter der Telefonnummer 1450.
  • Informieren Sie den Arzt über Ihre Reise nach China und halten Sie sich an weitere Anweisungen Ihres Arztes.

Reisende nach China sollten Folgendes während ihres Aufenthalts beachten:

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu kranken Menschen.
  • Vermeiden Sie Kontakt zu Tieren (lebenden oder toten).
  • Märkte mit lebenden Tieren oder tierischen Produkten sollten gemieden werden.
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife.

Aktuelle Hinweise zu Chinareisen liefert das Außenministerium unter dem Punkt „Aktuelle Hinweise“. Nähere Hinweise zur Verbreitung und Umgang mit dem Virus liefert auch das Sozialministerium.

Labor-Diagnostik in Österreich

Ein entsprechender Nachweis der Virus-Nukleinsäure ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich – Tel.: 01 40160 65517. Als Untersuchungsmaterial eignen sich u. a.:

  • Respiratorisches Sekret,
  • Sputum (= Auswurf),
  • Rachenspülwasser,
  • Abstrichtupfer (Nasen/Rachen).

Behandlung in Krankenhäusern

Krankenhaushygienisch ist derzeit analog zu Verdachts- und Erkrankungsfällen bei SARS und MERS vorzugehen. Aufgrund der Neuheit dieser Infektionskrankheit würden Patienten wahrscheinlich an einem Zentrum für hochinfektiöse/exotische Krankheiten behandelt.

Aus medizinischer Sicht wären für die Behandlung Maßnahmen wie bei Influenza ausreichend und würden keine Verlegung der Patienten an Spezialeinrichtungen erfordern.

Steckbrief Coronaviren

  • Coronaviren kommen weltweit vor. Das SARS-Virus (2002, 2003) trat wie das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) erstmals in China in Erscheinung, das MERS-Coronavirus kursiert vor allem auf der arabischen Halbinsel.
  • Als „Erregerreservoir“ gelten Vögel, Fische, Säugetiere.
  • Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch und kann auch über direkten Kontakt von Tier zu Mensch erfolgen. Personen mit Grunderkrankungen haben ein höheres Infektionsrisiko.
  • Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage.

mehr ...

Mag. Christian Boukal / AGES
Februar 2020

Bilder: shutterstock

 


 

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