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Meine Gesundheit

Corona als Berufskrankheit

15. Februar 2021 00:00 Uhr

Eine Corona-Erkrankung als Folge der Berufstätigkeit ist unbedingt den zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden.

Das gilt besonders für Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, Apotheken aber auch für „Einrichtungen der privaten und öffentlichen Fürsorge“ (ASVG), wie Schulen, Kindergärten uä. Darauf wies Rudolf Silvan, ein Sprecher der Volksanwaltschaft, im Dezember des Vorjahres hin.

Trägt ein*e Beschäftigte nach einer berufsbedingten Erkrankung mit dem Virus Folgeschäden davon, könnte die Betroffene möglicherweise Anspruch auf eine Leistung aus einer Unfallversicherung haben. Sofern die Berufskrankheit gemeldet worden ist. Ob eine Berufskrankheit vorliegt, beurteilt die jeweilige Unfallversicherung.

Liste der anerkannten Berufskrankheiten

Als Nummer 38 auf der Liste der anerkannten Berufskrankheiten finden sich Infektionskrankheiten. Darunter fällt eben auch eine CoViD-19 Infektion. Die Liste finden Sie am Ende des Artikels.

Als Unternehmen, in denen diese Erkrankung als Berufserkrankung anerkannt ist gelten: „Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Entbindungsheime und sonstige Anstalten, die Personen zur Kur und Pflege aufnehmen, öffentliche Apotheken, ferner Einrichtungen und Beschäftigungen in der öffentlichen und privaten Fürsorge, in Schulen, Kindergärten und Säuglingskrippen und im Gesundheits-dienst sowie in Laboratorien für wissenschaftliche und medizinische Untersuchungen und Versuche sowie in Justizanstalten und Hafträumen der Verwaltungsbehörden bzw. in Unternehmen, in denen eine vergleichbare Gefährdung besteht“.

Bis dato wurden lediglich rund 1.200 berufsbedingte Erkrankungen mit dem Coronavirus gemeldet, obwohl die Zahl weitaus höher sein müsste, so der Volksanwaltschafts-Sprecher.

Grundsätzlich ist jeder Verdacht auf eine Berufskrankheit zu melden (§ 363 Abs. 1 und 2 ASVG). Bei Verdacht auf eine Berufskrankheit durch Infektion mit dem Coronavirus sind jedenfalls Fälle zu melden, in denen ein positiver Labortest auf COVID-19 (SARS-CoV-2) vorliegt und der Verdacht auf einen beruflichen Zusammenhang gegeben ist. Die Beurteilung, ob eine Berufskrankheit vorliegt, obliegt dem Unfallversicherungsträger. Im Zweifel erstatten Sie bitte eine Berufskrankheiten-Meldung.“, hält die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) auf ihrer Webseite fest.

Im Verdachtsfall

Eindringliche rät die AUVA für den Fall, dass bei ein*er Beschäftigten der Verdacht auf eine CoViD-19-Infektion besteht, die folgenden Maßnahmen zu treffen:

  • Die betroffene Person setzt, wenn vorhanden, sofort eine Schutzmaske auf und begibt sich an einen separaten Ort zur Isolierung von den übrigen Personen und wartet dort auf weitere Anweisungen.
  • Der Dienstgeber ruft sofort die Gesundheitshotline unter 1450 an und befolgt die Anweisungen. Sollte bei der Gesundheitshotline in einem angemessenen Zeitraum niemand erreichbar sein und die betroffene Person sehr starke Symptome (z. B. Atemnot) haben, den Ärztefunkdienst 141 oder den Notruf 144 anrufen. Sollte die Person hingegen dazu in der Lage sein, kann sie sich rasch und sicher mit Mund-Nasen-Schutz und eigenem PKW nach Hause begeben. Sie soll daheim den Kontakt zu Familienmitgliedern meiden und von dort aus 1450 anrufen. Nach dieser Kontaktaufnahme sollte die Mitarbeiter*in den Dienstgeber unbedingt über die Ergebnisse des Telefonats informieren, damit er gegebenenfalls weitere Maßnahmen setzen können.
  • Der Kontakt zu der erkrankten Person sollte auf das unbedingt Notwendige beschränkt werden.
  • Alle anwesenden Personen sollen die Regeln der persönlichen Hygiene befolgen und einen Abstand von mindestens zwei Metern einhalten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen an ihrem Arbeitsplatz bleiben und weitere Anweisungen abwarten.
  • Der Dienstgeber soll alle Beteiligten über die Situation informieren (inkl. Leiharbeiter*innen und beteiligte Kund*innen).
  • Der Dienstgeber eruiert alle Personen, die mit der betroffenen Person in Kontakt gekommen sind und folgt den weiteren Anweisungen der Gesundheitsbehörden.
  • Alle von der betroffenen Person vermutlich verwendeten Arbeitsmittel (Werkzeuge, Tischflächen, Tastatur, Telefone etc.) sowie allgemeine Kontaktflächen wie Türschnallen etc. sind zu desinfizieren.

Informationen zur Meldung eines Versicherungsfalles finden Beschäftigte unter www.meine-uv.at, dem gemeinsamen Serviceportal von AUVA, BVAEB und SVS.

mehr...

Mag. Christian Boukal
Februar 2021

Bild: Cryptographe/shutterstock.com

 

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