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Meine Gesundheit

Bekommt man im Schatten Sonnenbrand?

19. Juli 2021 00:00 Uhr

Sonnenlicht ist überlebenswichtig. In unserem Körper ist es verantwortlich für die Bildung von Vitamin D, das wir für starke Knochen benötigen.

Zudem regen seine Strahlen Atmung, Durchblutung, Kreislauf und Stoffwechsel an. Diese Wirkung steigert unsere Abwehrkräfte und fördert unser Wohlbefinden, berichtet das Klinikum Wels-Grieskirchen in einer Presseaussendung.

Zu viel UV-Bestrahlung der Haut kann allerdings die Hautzellen schädigen und im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen. Rund um den Schutz der Haut ranken sich zahlreiche althergebrachte Mythen. Prim. Dr. Werner Saxinger, Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen, erklärt, welche Annahmen falsch sind und was wirklich schützt.

Allzuviel ist ungesund

„Zu viel Sonnenbestrahlung ist ungesund, eine zu hohe Dosis kann die Erbsubstanz der Hautzellen verändern“, mahnt der Hautexperte. „Durch Sonnenbrände oder wiederholte starke Sonneneinstrahlung entstehen dauerhafte Schäden, welche sich zu Hautkrebs entwickeln können.“ Um diese oftmals unauffälligen Hautveränderungen frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, sind der regelmäßige Hautcheck durch den Facharzt und die Selbstbeobachtung nach der ABCDE-Regel wichtig. Am wichtigsten ist jedoch der stets richtige Umgang mit der Sonne und dem UV-A- und UVB-Schutz. Dazu kursieren jedoch viele Irrtümer.

… und die ABCD-Regel in Kürze

„Selbstbeobachtung und regelmäßige fachärztliche Kontrollen sind eine wichtige Kombination, um Hautkrebs so früh wie möglich zu erkennen“, erklärt Saxinger „Die Selbstbeobachtung ersetzt zwar nicht den jährlichen Muttermal-Check beim Spezialisten, die sogenannte ABCD-Regel hilft aber auch dem Laien, auffällige Hautveränderungen zu entdecken.“

A – Asymmetrie
Ein Pigmentmal gilt als auffällig, wenn es nicht gleichmäßig rund oder oval ist.

B – Begrenzung
Verwischte, ungleichmäßige Umrandungen, die an den Rändern „auszulaufen“ scheinen, sind Alarmsignale.

C – Colour (Farbe)
Hat das Pigmentmal unterschiedlich gefärbte Zonen, wirkt es fleckig, sollte es vom Hautarzt angesehen werden.

D – Durchmesser
Einer Kontrolle bedarf auf jeden Fall auch die Zunahme des Durchmessers eines Muttermals.

Stimmt‘s oder stimmt‘s nicht?

Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand. „Diese Aussage ist schlichtweg falsch!“, so Saxinger. „Auch wenn man sich nicht der prallen Sonne aussetzt, muss man sich einschmieren. Denn ein Großteil der Strahlungsintensität wird zum Beispiel von Fensterflächen, Straßen oder Wasser reflektiert. Dadurch kann sich die schädliche Wirkung der Strahlen sogar verstärken.“ Wer nach dem Schwimmen im kühlen Wasser in der Sonne „auftrocknet“, läuft besonders leicht Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen. „Auch Barrieremaßnahmen wie Sonnenschirme oder Markisen und selbst Wolken halten die Strahlung nicht zur Gänze ab. Wichtig ist: Auch wer sich nicht direkt der Sonne aussetzt, muss seine Haut durch Eincremen schützen“, so Saxinger

Wiederholtes Eincremen schützt länger. „Es ist wichtig, Sonnencreme nach dem Baden wieder aufzutragen, damit der Schutz aufgefrischt wird. Es empfiehlt sich aber nicht, die Haut trotz mehrmaligem Eincremens unbegrenzt der Sonne auszusetzen“, unterstreicht der Welser Dermatologie. „Der Lichtschutzfaktor schützt nur für eine begrenzte Dauer, da Sonnencreme durch Schwitzen und Wasser an Wirkung verliert.“ Wichtig ist auch das korrekte Eincremen: „Tragen Sie die Sonnencreme dick und wie einen Film auf, anstatt sie einzureiben!“, empfiehlt Saxinger.

Für vorgebräunte Haut ist kein Sonnenschutz nötig. Das Braunwerden der Haut ist ein Abwehrmechanismus des Körpers gegen UV-Strahlung. „Diese Melanin-Pigmentierung verhindert zwar die Schädigung tiefer liegender Hautschichten, entspricht aber je nach Hauttyp maximal einem Lichtschutzfaktor von 2. Dementsprechend sind auch für vorgebräunte Haut sämtliche Empfehlungen zum Sonnenschutz wichtig.“

Wer viel schmiert, bleibt käseweiß. „Das regelmäßige Eincremen mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor hilft uns, Sonnenbrände abzuwehren. Dabei wird man eventuell nicht so schnell, dafür aber wesentlich sanfter – und gesünder – braun. Zudem pflegen Sonnenschutzmittel die Haut und spenden wichtige Feuchtigkeit“, gibt der Hautexperte zu bedenken.

Kleidung und Fenster schützen vor gefährlicher Sonnenstrahlung. „Auch das stimmt nur teilweise. Durch Fensterscheiben wird zwar der Großteil der UV-B-Strahlung der Sonne absorbiert, die UV-A-Strahlung aber bei weitem nicht. Deshalb kann auch eine längere Sonnendisposition hinter einer Glasscheibe gefährliche Spuren hinterlassen. Dasselbe gilt auch für Kleidung: Ist ein Stoff hell, leicht oder nass, ist er besonders durchlässig für Sonnenstrahlung. Nur dunkle, gut verwebte Stoffe beziehungsweise Kleidung mit einem ausgewiesenen Lichtschutzfaktor sind ein geeigneter Sonnenschutz. Vergessen Sie aber auch dann nicht, Ihren Kopf zu schützen, eine Sonnenbrille zu tragen und besonders Stirn, Nase und Ohren einzucremen“, erinnert Saxinger.

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KWG / Mag. Christian Boukal
Juli 2021

Bild: Mallika Home Studio/shutterstock.com

 

 

 

 

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