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Baby-Abendbreie: Nur ein Drittel erfüllt Testkriterien

08. Februar 2021 00:00 Uhr

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) hat 15 „Gute-Nacht-“ oder „Abendbreie“ für Babys untersucht.

Das Ergebnis: Keinem der getesteten Produkte wurde Zucker zugesetzt. Immerhin – aber: Insgesamt erfüllt nur ein Drittel der Produkte die Kriterien für einen optimalen Beikost-Beginn, so die Tester der AKOÖ.

Bemängelt wurden nämlich geschmacksgebende, würzende und süßende Zutaten, Kuhmilch vor dem sechsten Lebensmonat und die Kennzeichnung zur Alterseignung.

Erste Abendmahlzeit auf dem Prüfstand

Die Tester der AK haben Babybreie, die speziell zur Beikost für den Abend angepriesen wurden, bewertet. Dazu wurden Ende September 2020 15 Gläschen mit je 190 Gramm bei Drogeriemärkten eingekauft; davon vier konventionelle und elf in Bio-Qualität. Ausgewählt wurden Milch-Getreidebreie, die eine Alterseignung ab Beginn des fünften beziehungsweise sechsten Monats nahelegen. Für die Bewertung wurden die österreichischen Beikost-Empfehlungen sowie die vom Gesundheitsförderungsprogramm „Richtig essen von Anfang an!“ erarbeiteten Qualitätskriterien für Beikost-Starterprodukte herangezogen. Schwerpunkte für die Bewertung waren die Rezeptur und die Alterseignung einschließlich deren Kennzeichnung.

Die Übersicht der getesteten Produkte finden Sie am Ende des Artikels.

Babykost braucht klar verständliche Altersempfehlungen

  • Laut den österreichischen Beikost-Empfehlungen sollte mit Beikost frühestens ab dem 5. Monat (17. Woche) begonnen werden.
  • Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte bei Beikost-Starterprodukten das Alter am Etikett einheitlich mit „ab dem 5. Monat“ statt „nach dem 4. Monat“ angegeben werden. Die Altersangabe „ab“ anstelle von „nach“ wurde bei insgesamt vier Produkten nicht erfüllt.
  • Darüber hinaus kritisierten die Konsumentenschützer in diesen vier Gläschen, sowie bei einem weiteren mit der Altersempfehlung „ab dem 5. Monat“, die Zutat Kuhmilch, da diese frühestens ab dem 6. Monat auf dem Ernährungsplan stehen sollte.

Extraportion Geschmack unnötig

Optimalerweise sollten Babys einzelne Geschmackskomponenten unverfälscht kennenlernen dürfen. Daher sollten Breie für den Beikost-Start, neben Zucker, auch frei von anderen süßenden sowie würzenden oder geschmacksgebenden Zutaten sein. Diese Kriterien wurden von insgesamt sechs Produkten im Test nicht erfüllt. Einmal kritisierten die Expertinnen und Experten den Einsatz der süßenden Zutat Traubensaftkonzentrat. Bei fünf Produkten fanden sie würzende beziehungsweise geschmacksgebende Komponenten wie natürliches Vanillearoma, Bourbon-Vanille-Extrakt, Zimt oder Kakaopulver, die den Geschmacksinn von Babys schon frühzeitig prägen können.

Beharrliche Kritik zum Thema Zucker zeigt Wirkung 

War Zucker bis vor kurzem immer wieder Beanstandungsgrund bei diversen Milch-Getreide-Breien, so können die Konsumentenschützer der AKOÖ diesbezüglich nun Entwarnung geben. Keinem der Babybreie wurde Zucker in Reinform zugesetzt. Lediglich bei einem der 15 Breie im Test versteckt sich Zucker in Form von Traubensaftkonzentrat.

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Mag. Christian Boukal / AKOÖ
Februar 2020

Bild: DinaPhoto/shutterstock.com

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