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Ein tapferer Kämpfer: Wie der kleine Johannes den Krebs besiegte

Von Herbert Schorn   15.Februar 2021

Ein tapferer Kämpfer: Wie der kleine Johannes den Krebs besiegte
Johannes und seine Eltern Jochen und Brigitte können wieder lachen. Seit einem Monat macht Schwester Katharina das Familienglück perfekt.

Den 18. Jänner 2019 wird Brigitte Leitner nie vergessen. Sie war mit ihrem Sohn Johannes, damals ein Jahr alt, zu einer Routine-Untersuchung zur Kinderärztin gefahren. Weil er als Baby eine Nierenbeckenerweiterung gehabt hatte, machte die umsichtige Ärztin eine Ultraschall-Untersuchung der Niere – und bemerkte eine verdächtige Stelle. "Ich habe an ihrem Blick sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt", sagt die 37-Jährige.

Sie raste mit Johannes heim nach Walding, packte und brachte mit Ehemann und Familienvater Jochen ihren Sohn in die Kinderonkologie am Kepler-Uni-Klinikum (KUK) nach Linz. Doch dort musste die alles klärende Magnetresonanz-Untersuchung um eine Woche verschoben werden, weil der Kleine einen Infekt hatte. "Das war die schlimmste Woche unseres Lebens." Danach die Gewissheit: In der linken Niere hatte sich ein sogenannter Wilms-Tumor gebildet. "Ein Schlag in die Magengrube", sagt die Mutter. Doch dank der vorsichtigen Kinderärztin war der Tumor in einem so frühen Stadium entdeckt worden, dass Johannes noch keine Symptome zeigte.

Der Wilms-Tumor sei zwar ein typisch kindlicher, dennoch seltener Tumor, sagt Georg Ebetsberger-Dachs, der als Oberarzt an der KUK-Kinderonkologie Johannes behandelte: "Pro Jahr wird er in Österreich bei zwei bis drei Kindern diagnostiziert." Krebserkrankungen seien bei Kindern nicht häufig, sagt er anlässlich des heutigen Weltkinderkrebstages: "In Oberösterreich wird im Schnitt bei 50 Kindern pro Jahr ein Tumor entdeckt." Am öftesten kommen Leukämien, Tumore des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs vor. Doch die Chancen stehen gut: "Rund 80 Prozent der Kinder können geheilt werden." Das liege auch am intensiven Austausch zwischen den heimischen und internationalen Spitälern.

Für Johannes änderte sich nun viel. Am 6. Februar bekam er seine erste Chemotherapiespritze. Die vier Wochen Chemo konnte er großteils zu Hause verbringen. Die Therapie vertrug er gut, doch die Familie musste sich abschotten, um keinen Infekt zu riskieren. Dem Buben fielen die Haare aus: "Ein Schock", sagt die Mutter. Am Dienstag, 12. März, wurde ihm die linke Niere samt Tumor entfernt. Das ist die übliche Vorgehensweise, um das Rückfallrisiko zu minimieren. Bereits am Samstag war Johannes wieder daheim. Leitner: "Das war für uns wie ein Wunder."

Wie üblich wurde auch die Kinderkrebshilfe sofort aktiv. Die Mitarbeiter beraten Betroffene umfassend über Hilfsangebote. Außerdem finanziert der Verein, der nur von Spenden lebt, auch mobile Pfleger, Musik- und Kunsttherapeuten, Neuropsychologen sowie Lehrer und gibt dafür jährlich 1,4 Millionen Euro aus. "Wir unterstützen Eltern und Kinder, wo immer sie Hilfe brauchen", sagt Obfrau Ulla Burghard.

Für Johannes ging alles gut aus: Nach der Operation hatte er noch vier Wochen leichte Chemotherapie, seine Prognose ist nun ausgezeichnet. "Man merkt ihm nichts mehr an", sagt seine Mutter. "Er ist ein aufgeweckter, wissbegieriger Bub." Seit eineinhalb Monaten ist das Familienglück bei den Leitners perfekt: Da kam Schwester Katharina auf die Welt.

Die Kinderkrebshilfe bittet um Spenden auf das VKB-Konto unter IBAN AT22 1860 0000 1040 0000

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26. Juli 2021