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Gesundheit

E-Zigaretten können beim Rauchstopp helfen

Von Barbara Rohrhofer 29. Oktober 2019 00:04 Uhr

E-Zigaretten können beim Rauchstopp helfen
Dampfen kann helfen, mit dem Rauchen überhaupt aufzuhören.

Nach 34 Todesfällen in den USA versuchen österreichische Mediziner zu beruhigen

Angesichts der Todesfälle in den USA, die mit E-Zigaretten in Verbindung gebracht werden, meldeten sich gestern Experten des Nikotin Instituts in Wien zu Wort, die sich seit mehr als 20 Jahren mit der Raucherentwöhnung beschäftigen und beruhigten: Benutzer von E-Zigaretten sollten nicht verunsichert sein, da die auf dem europäischen Markt erhältlichen Produkte streng kontrolliert seien.

"Abstinenz wäre natürlich die beste Lösung", betonte Sozialmediziner Michael Kunze. Tatsache sei aber, dass in Österreich jährlich 14.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Daher fordert das Nikotin Institut eine bessere Aufklärung über weniger schädliche Alternativen zum Tabakrauch. Genau hier kommt die E-Zigarette ins Spiel, die nachweislich dabei helfen könne, mit dem Rauchen aufzuhören beziehungsweise es zu reduzieren.

Österreich ist nicht Amerika

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA ist mittlerweile auf 34 gestiegen, dazu kommen rund 1600 Verletzte. Die Ursache für die Lungenschäden ist laut US-Gesundheitsbehörde CDC noch unklar. Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, wonach das Dampfen von THC-Produkten und möglicherweise auch zugesetztes Vitamin E eine Rolle spielten. Es habe sich außerdem immer um illegal gemischte Substanzen gehandelt.

"Was in Amerika war, gibt es in Österreich nicht", sagte Kunze. Dass E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten besonders bei Jugendlichen gut ankommen, könne ebenfalls nicht auf Österreich umgelegt werden. "Das ist ein Problem Nordamerikas", sagte Gabriele Fischer, Leiterin der Suchtforschung und Suchttherapie an der MedUni Wien.

"Dampfen reduziert die Schadstoffbelastung im Vergleich zum Rauchen um 90 bis 99 Prozent. Abstinenz ist natürlich dennoch die beste Option", sagte Wolfgang Popp, Lungenfacharzt an der Privatklinik in Wien-Döbling. Diese Einschätzung deckt sich mit jener von internationalen Gesundheitsbehörden wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum. "Jedes Mittel sollte uns recht sein, um Raucherschäden zu vermeiden. Alle Raucher auf null zu setzen ist aber unmöglich. Wir müssen akzeptieren, dass es sich um eine Sucht handelt."

Tabakfreie Möglichkeiten

Auch der schwedische Psychologe Karl Fagerström, der in den Bereichen Tabak und Nikotin forscht, ist überzeugt, dass es unrealistisch sei, Gesellschaften von sämtlichen Drogen zu befreien. "Komplette Vermeidung wäre das Beste", aber wichtig wäre eine Öffnung für mehr tabakfreie Möglichkeiten des Nikotinkonsums.

In Schweden, wo traditionell Snus (kleine Tabaksäckchen zur oralen Aufnahme) konsumiert werden, gebe es nur halb so viele Lungenkrebsfälle bei Männern, obwohl diese einen ähnlichen Konsum wie die Österreicher aufweisen. 

Artikel von

Barbara Rohrhofer

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Barbara Rohrhofer
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