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Gesundheit

JKU-Studie: Covid-19 verursacht Thrombosen im Lungenkreislauf

18. Mai 2020 14:03 Uhr

Eine Illustration des Coronavirus vom Center for Disease Control and Prevention (CDC).

LINZ/GRAZ. Der Coronavirus SARS-CoV-2 löst nicht nur schwere Lungenentzündungen aus, sondern kann überdies Thrombosen in der Lunge verursachen und in weiterer Folge auch andere Organe wie Niere, Leber und die Bauchspeicheldrüse schädigen.

Das zeigen die Ergebnisse von elf Obduktionen in Wien, Graz und Linz, deren Ergebnisse im Fachjournal "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht wurden. "Unsere Untersuchung zeigt, dass zwar die Schäden an der Lunge der Ausgangspunkt der Erkrankung sind, aber die Folge sind häufig Thrombosen im Lungenkreislauf selbst und es sind auch andere Organe geschädigt", erklärte Sigurd Lax, Professor für Pathologie an der Universität Linz und Vorstand des Instituts für Pathologie des Landeskrankenhauses Graz II, in einer Aussendung. Die Ergebnisse der Studie, an der neben der Uni Linz auch die Medizinischen Universitäten Graz und Wien beteiligt waren, decken sich mit Befunden von Obduktionen in Deutschland, die kürzlich veröffentlicht wurden.

Covid-19 führt direkt in den Lungenbläschen zu einer Entzündung. Durch eine Mitreaktion in den kleinen Arterien wird dabei häufig eine Blutgerinnung ausgelöst, die speziell bei Patienten mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu einer Verlangsamung der Lungendurchblutung und in der Folge zu weiteren Thrombosen in der Lunge führen kann. Damit kommt es zu einem rasch voranschreitenden Versagen der Lungenfunktion und des Kreislaufs als unmittelbare Todesursache bei Covid-19.

Infektion beeinflusst gesamten Organismus

Zudem sind bei der Erkrankung eine Reihe weiterer Organe wie Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere und lymphatisches System mitbetroffen. "Wir sehen, dass es sich bei Covid-19 um eine schwere Infektionskrankheit handelt, die den gesamten Organismus beeinträchtigt", erklärte Michael Trauner von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der Medizin-Uni Wien. Noch ist nicht klar, ob es bei Überlebenden schwerer Verläufe zu Langzeitschäden der betroffenen Organe kommt.

Obwohl die Patienten vorbeugend mit Blutverdünnern versorgt wurden, konnten diese die Covid-19-typischen Thrombosen nicht verhindern. Die Rolle von blutverdünnenden Medikamenten zur Vorbeugung und Behandlung dieser Thrombosen sei daher noch nicht geklärt, betonen die Mediziner. Die Studie würde aber die Forderung von Gerinnungsspezialisten nach einer großzügigen und rechtzeitigen Indikationsstellung für eine Thromboseprophylaxe - auch bei nicht-hospitalisierten Patienten - unterstützen.

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