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Gesundheit

Bei Stürzen brechen Knochen und auch das Selbstvertrauen

14. Oktober 2020 00:04 Uhr

Bei Stürzen brechen Knochen und auch das Selbstvertrauen
Rutschiger Boden im Herbst: Hilfsmittel wie ein Rollator können helfen, Stürze zu vermeiden.

Für ältere Menschen sind Verletzungen oft fatal – und enden nicht selten in einer Pflegeeinrichtung.

Rutschiges Laub, herumliegendes Gartenwerkzeug oder unpassendes Schuhwerk: Oft reicht eine kleine Unaufmerksamkeit und es kommt zu einem Sturz. Besonders für ältere Personen markiert ein Knochenbruch vielfach den Beginn der Pflegebedürftigkeit. Rund die Hälfte der Stürze von Senioren hat Knochenbrüche zur Folge, zusätzlich kommt es zu Verletzungen und offenen Wunden. Aber auch Prellungen und Verstauchungen können sehr lange schmerzhaft sein.

"Was im Alter oft dazukommt, ist die Furcht vor einem weiteren Sturz. Doch damit entsteht ein Teufelskreis, denn aus Angst wollen sich Betroffene möglichst wenig bewegen und vermeiden Alltagsaktivitäten. Aber genau das ist falsch, denn mangelnde Bewegung beschleunigt den Abbau der Beinmuskulatur und des Koordinationsvermögens", erklärt Ulrike Schubert, Pflegedirektorin am Klinikum Bad Hall. "Häufig ist ein Sturz der Grund für eine Einweisung in eine Pflegeeinrichtung", sagt Sabine Bachleitner, Pflegedirektorin am Klinikum Schallerbacherhof.

Die Ursachen fürs Stürzen sind vielfältig. Mit dem Lebensalter verändert sich die Knochensubstanz, sie wird brüchiger und der verletzte Knochen braucht länger zum Heilen. Durch verminderte Bewegung geht die Kraft verloren und die Gelenkssteifigkeit nimmt zu. Außerdem verringern sich Hör- und Sehvermögen, die Nerven leiten Impulse langsamer an das Gehirn weiter und zu schnelles Aufstehen kann zu Schwindel und Gleichgewichtsstörungen führen. Aber auch eine fremde Umgebung oder nicht richtig eingestellte Hilfsmittel sind Risikofaktoren. Sabine Bachleitner betont zudem den Faktor Zeit: "Hudelei und fehlende Konzentration sind häufige Unfallursachen."

Auch Medikamente können das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, da sie Schwindel und Müdigkeit hervorrufen, dazu gehören vor allem Blutdruckpräparate, Epilepsie- und Schmerzmittel.

Bewegung stärkt die Knochen

Die Expertinnen raten zur Sturzprävention. "Neben Maßnahmen im Wohnbereich und im Freien sind regelmäßige Bewegung, gezieltes Krafttraining und Koordinationsübungen besonders wichtig. Dabei werden die Knochen gestärkt und die Koordination trainiert. Muskelkraft hilft, sich im Fall besser abzufangen", sagt Bachleitner. "Ideale Ausdauersportarten für ältere Menschen sind Nordic Walking oder Schwimmen. Tanzen schult die Koordination, hält fit und bereitet vielen Seniorinnen und Senioren Freude", empfiehlt Schubert.

So vermeiden Sie Stürze

  • Immer festes Schuhwerk mit rutschsicheren Sohlen tragen.
  • Vorhandene Hilfsmittel wie Brille, Hörgerät, Rollator oder Stöcke verwenden.
  • Stolperfallen wie rutschige Teppiche entfernen.
  • Auf gute Beleuchtung achten, auch ein Nachtlicht hilft.
  • Ein Handlauf unterstützt beim Stiegensteigen.
  • Ein höheres Bett erleichtert Aufstehen und Hinlegen.
  • Gartengeräte leicht erreichbar aufbewahren.
  • Medikamente so einnehmen, wie sie verordnet wurden.
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