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Gesundheit

Auch in Zeiten von Corona darf gelacht werden

Von Claudia Riedler  22. April 2020 09:23 Uhr

Clown Lachen Cliniclown

Die Lage ist ernst. Und gerade deshalb sollte man jetzt viel lachen, raten Experten. Humor helfe über die schwierige Zeit hinweg – und wirkt sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus.

Die Cliniclowns machen ihre Lachvisiten derzeit telefonisch – und neuerdings auch per Video. Lachen in schweren Zeiten – das ist das Geschäft der Clowns, die schwerkranke Menschen im Spital besuchen. "Wir schenken Ablenkung, Leichtigkeit und laden zum Spielen ein. In schwierigen Situationen eröffnen wir neue, ungewohnte Perspektiven. Wir stimmen die Seele positiv und unterstützen so die Heilung", heißt es im Leitbild.

Darf man aber lachen, wenn es so vielen Leuten schlecht geht? "Ja, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", sagt Schauspielerin und Lachmuskeltrainerin Monika Müksch aus Wien. Man könne mitfühlen und dennoch Lebensfreude zeigen. Schon Karl Valentin sagte: "Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch."

Wir lachen und weinen zu wenig

"Es ist unsere Entscheidung, ob wir es uns leichter machen. Denn wenn es einem schlecht geht und man darüber lachen kann, verliert es die Kraft über einen", sagt Uwe Marschner, Chef der Cliniclowns Oberösterreich. Bei den Visiten der Clowns gehe es um Emotionen, die sonst keinen Platz haben. Das gilt nicht nur für die Krise. "Wir lachen und weinen überhaupt viel zu wenig. Unsere Emotionen sind sehr reduziert und meist nur im Privaten zu finden. Das tut nicht gut", sagt Marschner.

Lachen ist gesund. Das ist nicht nur ein Kalenderspruch. "Es wirkt positiv gegen Angst und Stress", sagt Marschner. Wer lacht, stärkt damit sein Immunsystem und trägt dazu bei, Cholesterinspiegel und hohen Blutdruck zu senken. Laut Studien verbessert sich auch die Gesundheit von COPD- und Diabetes-Patienten.

Lachen ist zudem körperliches Training. 135 Muskeln im ganzen Körper sind im Einsatz, wenn ein Mensch lacht. Das sind nicht nur die Mimikmuskeln im Gesicht, auch verschiedene Hals- und Rippenmuskeln sowie Zwerchfell und Bauchmuskeln wirken mit. "Zwei bis drei Minuten zu lachen, wirkt genauso belebend, wie 15 Minuten zu joggen", sagt Marschner. Wir verbrennen im Schnitt 40 Kilokalorien, wenn wir zehn bis 15 Minuten lachen.

Aber worüber soll man lachen? In den sozialen Medien versucht man es mit Videos, Bildern und Witzen über fehlendes Klopapier, Quarantäne und das Virus. Geschmacklos sei das nicht, sagen Psychologen wie Jose Elias Fernandez aus Spanien. "Es kann helfen, mit Witzen die bedrückende Situation, in der eigenen Wohnung eingesperrt zu sein, besser zu verkraften – und mit der Angst besser umzugehen."

Kinder als Clowntrainer

"Alles, was hilft, ist gut", sagt auch Cliniclown Uwe Marschner. "Der Humor ist individuell und zeigt, wie wir mit schwer verarbeitbaren Erlebnissen umgehen." Marschners Tipps, wenn man sich und andere zum Lachen bringen möchte: "Schauen Sie sich lustige Filme an oder sehen Sie Ihren Kindern zu, wie sie die Welt entdecken. Das sind für mich die besten Clowntrainer." In jeder Familie gebe es eine bestimmte Lachkultur. Wortspiele oder das Wissen, worüber der andere oft lacht, könnten da sehr hilfreich sein. Oder man wendet das Clownprinzip an und macht sich selbst lächerlich, darüber könne man dann miteinander lachen. "Ansteckend zu sein, ist in diesem Fall eine gute Sache."

Monika Müksch schwört auf Lachyoga, bei dem man mit bestimmten Techniken das Lachen trainiert. "Das funktioniert genau so, wie wenn man herzhaft über etwas wirklich Lustiges lachen muss", sagt die Lachmuskeltrainerin, die derzeit Videos in ihrem "wunderbaren Lachsalon" produziert und veröffentlicht. Wer Lachyoga übt, wird merken, dass "irgendwann der Körper darauf anspricht und das Lachen sich positiv auf die Gesundheit auswirkt". Menschen, die schon vorher viel gelacht und gesungen haben, würden sich leichter tun. "Es ist aber nie zu spät, und jetzt ist vielleicht Zeit, die man nutzen kann", sagt Müksch. Jeden Tag fünf Minuten durchlachen, das genüge schon. "Damit die neue Autobahn im Gehirn entstehen kann, sollte man mindestens 21 Tage durchhalten."

Lustige Videos mit den Cliniclowns finden Sie auf YouTube und unter cliniclowns-oberoesterreich.at; Telefonvisite: täglich 14 bis 16 Uhr unter 0699/17712002 Monika Müksch präsentiert Videos in "Monis wunderbarem Lachsalon" auf ihrer Homepage (mueksch.at/videos)

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Claudia Riedler

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Claudia Riedler
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