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Gesundheit

Wilde Heilmittel: Hirschtalgcreme, Dachsbalsam und Wildschweinschmalz

Von Valerie Hader   26. Februar 2013 00:04 Uhr

Wilde Heilmittel: Hirschtalgcreme Dachsbalsam und Wildschweinschmalz
Wildtiere liefern nicht nur hochwertiges Fleisch und schöne Trophäen, sondern auch gesunde Hausmittel.

Jagdliche Hausapotheke: Über viele Jahrhunderte hinweg war die Jagd eng verbunden mit der Naturheilkunde. Heute lebt das Wissen um die tierische Medizin langsam wieder auf.

„Noch vor etwa 200 Jahren waren Jäger auch Naturheilkundler. Sie wussten nicht nur wann, wo und wie ein Tier zu erlegen war und wie man das Fleisch am besten verwertet, sondern auch wie man Fett, Fell, Sehnen und Knochen des Tieres zu Kleidung, Werkzeug und Heilmitteln verarbeiten konnte. Dieses Wissen war fixer Bestandteil des jagdlichen Alltags, heute ist das Meiste davon leider in Vergessenheit geraten“, sagt Barbara Hoflacher. Die Tirolerin ist Heilpraktikerin und Jägerin und leitet in Innsbruck eine Outdoorschule für Aroma- und Heilpflanzenkunde, wo sie dieses Wissen um die Heilkräfte der Wildtiere in Seminaren und Vorträgen weitergibt. Sie selbst beschäftigt sich seit 20 Jahren damit, hat in alten Büchern geschmökert und von alten Jägern gelernt. „Alle Rezepte kann man leicht zu Hause in der Küche nachmachen. Die tierischen Grundzutaten bekommt man beim Jäger, Präparator oder in ausgewählten Fleischereien.“ Wichtig sei, auf beste Qualität zu achten, sowohl beim Wildtier als auch bei den restlichen Zutaten, rät Hoflacher und verrät, welches tierische Heilmittel wofür gut ist.

Dachsbalsam: Ist genauso wirksam wie Murmeltierbalsam. „Welches Fett man nimmt, hängt natürlich davon ab, welches Tier in welcher Gegend verbreitet ist“, sagt Barbara Hoflacher. Dachs- bzw. Murmeltierbalsam ist hilfreich bei Schmerzen und Verspannungen und leistet als Brustbalsam gute Dienste bei Schnupfen, Husten und Heiserkeit.

Dachsfett wird verwendet für Haut, Gelenke und Lunge. „Es ist auch ein starkes Heilmittel für Kreuz, Muskeln und bei Rheuma.“

Hirschtalgcreme ist ein perfekter Schutzbalsam zum Einreiben und sehr gut zum Beispiel bei Schrunden zu verwenden.

Fuchsfett für Venen und Bindegewebe, hilft außerdem gegen Falten und Cellulitis: „Ich sage immer, es ist ein richtiges Anti-Aging-Fett“, sagt Hoflacher.

Gamsfett: „Ist multifunktional und ein wunderbares Aktivierungsmittel“, sagt Hoflacher. „Das habe ich immer bei mir auf der Pirsch oder auch beim Skifahren. „Es wirkt durchblutungsfördernd, wärmend und ist damit ein sehr guter Erfrierungsschutz.“

Wildschweinschmalz: „Ist ein perfektes Universalfett und deshalb unter anderem eine wunderbare Basis für eine Ringelblumen- oder Spitzwegerichsalbe.“

Hirschhorn: „Hat schon Hildegard von Bingen verwendet. Gemixt mit Weihrauch, dient es zum Beispiel als Raumdesinfektion in Grippezeiten“, sagt Hoflacher. E-Mail: barbara.hoflacher@uki.at

 

Und so wird’s gemacht

Die Palette an tierischen Heil- und Pflegemitteln ist groß und reicht von Seifen über Deos bis hin zum Lippenpflegestift. Die Grundbasis für die meisten Produkte ist dabei das Fett der Wildtiere und das wird wie folgt verarbeitet:

1. Fett zerkleinern, am besten pürieren (je kleiner die Stücke, desto niedriger die benötigte Temperatur beim Kochen, desto schonender werden die Wirkstoffe gewonnen).
2. Fett im Wasserbad schmelzen und abseihen (Grammeln als Vogel- oder Hundefutter verwenden).
3. Gewonnenes Öl/Talg oder Schmalz nach Belieben mit ätherischen Ölen oder Pflanzen versetzen.

Dachsbalsam:

Zutaten: 150 ml Dachsschmalz, 50 ml Bio-Sonnenblumenöl, 30 g gelbes Bienenwachs, hochwertige ätherische Öle: je 7 Tropfen Weißtanne, Zitrone und Lavendel.

Zubereitung: Schmalz in Wasserbad erwärmen, Bienenwachs dazu und Masse unter langsamen Rühren langsam abkühlen lassen, dann die Öle dazu und in peinlich saubere Gefäße abfüllen.

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