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Gesundheit

Wie gefährlich ist der Tabak zum Lutschen?

Von Valerie Hader   17. Januar 2018

Wie gefährlich ist der Tabak zum Lutschen?
Bei "Snus" wird der Tabak über die Mundschleimhäute aufgenommen (colourbox)

Der Konsum der Modedroge "Snus" nimmt auch hierzulande stetig zu. Die OÖN haben mit einem Arzt über die Wirkungen und Risiken des besonders bei Sportlern beliebten Aufputschmittels gesprochen.

Snus ist ein Oraltabak, der vor allem in Norwegen und Schweden weit verbreitet ist. Die kleinen mit Tabak gefüllten Beutel werden hinter Ober- oder Unterlippe platziert, dort bleibt der Snus je nach Sorte bis zu einer Stunde. Über die Mundschleimhaut gelangt das Nikotin direkt in die Blutbahn und erhöht den Puls, baut Stress ab und macht wach – und ist genau deshalb vor allem bei Sportlern sehr beliebt.

"Es macht mich einfach fitter und ich kann mich besser konzentrieren", beschreibt Gabriel die Wirkung. Der junge Linzer nimmt Snus vor einer Bergtour – auch wenn er weiß, dass es süchtig macht.

"Darüber muss man sich bewusst sein: Snus führt genauso zur Abhängigkeit wie Zigaretten", sagt Oberarzt Bernhard Lindenbauer von der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin am Neuromed-Campus in Linz.

Snus kontra Zigaretten

Ansonsten gebe es einige Unterschiede: "Tabakkonsum ist nie gut – in keiner Form. Aber dadurch, dass es bei Snus zu keiner Verbrennung kommt, entstehen auch weniger Schadstoffe. Deshalb gilt es als weniger bedenklich als das Rauchen", sagt der Experte. So sei das Risiko für Schlaganfall, Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen geringer, allerdings bestehe ein leicht erhöhtes Risiko für Mundhöhlenkrebs. "Die Befürchtung, wonach Snus Speiseröhrenkrebs begünstigen könnte, sind aktuell vom Tisch. Wohl weil beim Lutschen nur ein geringer Teil des Tabaks in den Magen gelangt."

Ist das der Fall, könne es jedoch zu Sodbrennen, Übelkeit oder Erbrechen kommen. Ansonsten habe Snus noch einen Vorteil gegenüber Zigaretten: "Das Umfeld wird nicht durch belästigt, denn es gibt keinen Passivrauch, der ja auch als sehr schädlich gilt."

Snus könnte dem Experten zufolge Menschen sogar bei der Rauchentwöhnung helfen. "Im Grunde funktioniert es wie ein Nikotinkaugummi. Aber am besten ist es natürlich, gar nicht in eine Abhängigkeit zu kommen."

Eine deutliche Warnung kommt auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die "Tabak-Epidemie" sei eine der größten Gefahren für die öffentliche Gesundheit, heißt es. Rund sechs Millionen Menschen sterben im Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums, davon 600.000 durch Passivrauchen.

Was ist Snus?

Snus hat in Skandinavien eine lange Tradition. Die älteste Sorte, Ljunglöfs Ettan, gibt es bereits seit 1822. Wegen der restriktiven Vorschriften bei Zigaretten ist der Oraltabak vor allem in Norwegen und Schweden sehr verbreitet. Snus besteht im Wesentlichen aus Tabak, Wasser, Salz und Aromen. Tabak enthält von Natur aus Nikotin. In der EU ist der gewerbliche Verkauf mit Ausnahme von Schweden allerdings verboten. Der Erwerb selbst ist ab einem Alter von 18 Jahren allerdings legal. Eine Dose mit 20 Stück Inhalt kostet etwa fünf Euro.

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