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Gesundheit

Wenn der Stress sich auf den Magen schlägt

Von Claudia Riedler   28. April 2017 12:24 Uhr

OÖN Gesundheit on Tour im Landeskrankenhaus Freistadt

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Bei der OÖN-Gesundheitstour im LKH Freistadt informierten sich 150 Besucherinnen und Besucher zum Thema "nervöser Magen" und bekamen viele Tipps für ihre Gesundheit. 

Etwas schlägt sich auf den Magen oder muss erstmals verdaut werden ... der Volksmund hat viele Redewendungen rund um das Verdauungsorgan. Nicht nur körperliche Erkrankungen wirken auf den Magen, auch die Psyche hat großen Einfluss. „Jeder von uns kennt das flaue Gefühl, dass sich in sehr stressigen Situationen einstellt“, sagte Primar Norbert Fritsch vom Landeskrankenhaus in Freistadt. Er war einer der Experten gestern bei der OÖN-Gesundheitstour zum Thema „nervöser Magen“. Mehr als 150 interessierte Besucher waren gekommen, um sich zum Thema zu informieren. Neben dem Internisten gaben Psychologin Bernadette Holzmann-Weißengruber und UNIQA-Vitalcoach Martin Denk Tipps, damit sich ein stressiges Leben nicht auf den Magen schlägt. 

„Die Angst wird im limbischen System im Gehirn verarbeitet, dieses befeuert das vegetative Nervensystem. Und das Signal bei Stress oder Angst lautet: Achtung, Gefahr. Dann meldet sich der Magen“, erklärt Psychologin Holzmann-Weißengruber. Die typischen Beschwerden eines gestressten Magens seien vielfältig, sagt Internist Fritsch. „Das reicht von Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Blähungen, Magenkrämpfen, Erbrechen bis hin zu Durchfällen.“ Verantwortlich dafür könnte auch  eine Gastritis sein, also eine Entzündung der Magenschleimhaut. Medikamente sollten hier die Beschwerden lindern, derzeit seien vor allem „Protonenpumpenhemmer“ im Einsatz, erklärt der Primar. „Oft ist auch der Helicobacter-Keim schuld an den Beschwerden. Er kann jetzt ganz einfach mit einem Atemtest festgestellt werden. Dafür muss man nur eine Lösung trinken und in ein Röhrchen blasen.“ Bei Helicobacter-Befall kommt eine Antibiotikatherapie zum Einsatz, die wegen der vielen Resistenzen heute oft länger dauere. „Früher waren es sieben Tage, jetzt sind es oft zehn bis 14 Tage“, so Primar Fritsch.

Wenn eine Magenspiegelung zeigt, dass keine körperlichen Erkrankungen vorliegen, kann dennoch viel getan werden. Hier einige Tipps der Experten:

  • Zeit: Wichtig ist, sich Zeit fürs Essen zu nehmen, und es zu genießen. Die derzeit trendigen Nahrungsmittel „to go“ tun nicht gut. Zudem braucht der Magen Zeit, um zu verdauen. Es ist deshalb auch wichtig, nur dann zu essen, wenn man auch Hunger hat.
  • Essen: Bestimmte Lebensmittel können Magenbeschwerden hervorrufen, das sollte man abklären lassen, etwa eine Sorbit-Unverträglichkeit. Sorbit ist in vielen Fertigprodukten und Früchten enthalten. 
  • Zucker: Sodbrennen kommt nicht unbedingt von sauren, sondern eher von zuckerhaltigen Lebensmitteln.
  • Trinken: Reines Wasser aus der Leitung ist das beste für den Magen. Wer ausreichend trinkt, tut schon viel für seinen Magen.
  • Stress abbauen: Man kann immer wieder versuchen, zu sich zu kommen, im Augenblick und achtsam zu sein. Oft reicht es schon, tief durchzuatmen, das signalisiert dem Gehirn: Alles ist gut.
  • Bewegung: Wenn die Gedanken kreisen und sich im Inneren - wie bei einem Computer - immer neue Programme aufmachen, sinkt die Leistungsfähigkeit, es wird stressig. Bewegung hilft, die Programme nach und nach wieder herunterzufahren. Man bekommt den Kopf frei. 
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