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Gesundheit

Sturzgefahr! Wie man sicher auf den Beinen bleibt

Von Claudia Riedler   07. September 2011 00:04 Uhr

Sturzgefahr! Wie man sicher auf den Beinen bleibt
Schutzschritt: Schult Beinkraft und Gleichgewicht. Benötigt wird der Schutzschritt immer dann, wenn man stolpert, um das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Die übende Person wird gesichert und verlagert das Gewicht so weit nach vorne, bis ein Kippen spürbar wird. Nun muss sie einen schnellen Schritt setzen, um den Boden zu „treten“. Der Schritt ist dann gut, wenn der Schwung des Gleichgewichtsverlusts abgefangen wird.

Mit 65 Jahren beginnt – statistisch gesehen – die erhöhte Sturzgefahr. Jeder Dritte in diesem Alter stürzt zumindest einmal pro Jahr. Wer sich in den Bereichen Wohnen, Medikamente und Hilfsmittel beraten lässt, sowie Kraft und Gleichgewicht trainiert, kann das Sturzrisiko drastisch verringern.

Unter den 80-Jährigen ist es jeder Zweite, der einmal jährlich stürzt. 60 Prozent der 90-Jährigen verletzen sich einmal pro Jahr. „Viele davon sind in Folge pflegebedürftig, die Kosten sind enorm hoch“, sagt Harald Jansenberger, Sportwissenschaftler und Trainer für Sturzrehabilitation in Linz.

Der häufigste Grund für die Stürze der Senioren ist Stolpern, gefolgt von schlechter Balance, Unsicherheit und Ausrutschen. Auch schwache Beine, kurze Benommenheit oder gar Ohnmacht können Unfälle verursachen. „Ältere Menschen können oft ihre körperlichen Veränderungen nicht richtig einschätzen, sie haben ein schlechtes Gleichgewicht oder keine ausreichende Sehhilfe“, sagt Jansenberger. Auch ein Zuviel an Medikamenten könne zu Stürzen führen. „Die meisten Unfälle finden in den eigenen vier Wänden statt. Teppichkanten oder verschüttete Getränke sind Auslöser.“

Am wenigsten Risiko zu stürzen haben jene, die sich von Jugend an vielfältig bewegt haben. „Viele haben allerdings, wenn sie rund um die 65 Jahre sind, eine lange Phase der Inaktivität hinter sich. Es gab keine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, der sich ständig verändert. Beispielsweise wird die Knochendichte geringer, die Schnellkraft geht zurück, man wird kleiner, die Bewegungsausmaße ändern sich“, sagt der Sportwissenschaftler, macht aber gleichzeitig Mut: „Es ist nie zu spät, mit dem Training zu beginnen.“

Empfehlenswert für den Start sei die Phase der Pensionierung, „weil man dann meist noch gesund genug ist und Zeit hat“. Das Training zur Sturzprävention sei ein Mix aus Krafttraining, Gleichgewichtsübungen und der Lösung von Mehrfach-Aufgaben (siehe Übungen unten). Gute Sportarten seien Tanzen, Tai Chi und Qi Gong.

Sturzangst abbauen

90 Prozent der älteren Menschen haben Angst vor Stürzen, auch jene, die bisher keinen Unfall hatten. „Dazu kommt die Scham, wenn man gestürzt ist, viele reduzieren danach ihre Aktivität, es ist ein Teufelskreis“, sagt Jansenberger. Mit Übungen, wie dem kontrollierten Zu-Boden-Gehen und dem Aufstehen, bekomme man Sicherheit. „Das verhindert nicht nur Stürze, sondern verbessert die Lebensqualität und die Selbständigkeit.“

Info: Kurse und Beratung bei Harald Jansenberger, Linz, 0650/5427253, www.jansenberger.at

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