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Selbstheilung beginnt mit schreiben

Von Claudia Riedler   24.September 2014

Clemens Kuby kommt aus Bayern und ist manchen vielleicht als Gründungsmitglied der deutschen Grünen bekannt. 1981 hatte er einen schweren Unfall, er stürzte vom Hausdach und war querschnittgelähmt. Ein Jahr später konnte er wieder gehen. Er machte sich auf die Suche nach ähnlichen Heilungen und filmte Schamanen und Gurus. Von 2. bis 5. Oktober ist er in Linz zu Gast. Den OÖN gab der Autor und Dokumentarfilmer bereits vorab ein Interview.

OÖN: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren Unfall?
Kuby:
Es war regnerisch und ich wurde – nachdem ich vom Dach meines Hauses gestürzt war – mit dem Hubschrauber in die Querschnittsklinik nach Heidelberg geflogen. Dabei kamen wir in ein Gewitter und ich habe gedacht, jetzt sterbe ich. Ich hatte mein ganzes Leben vor Augen und sagte sogar laut: Ich muss mich trennen – von dem alten Haus meiner Eltern, von der Gastwirtschaft. Meine Seele sagte mir: Du willst doch kein Wirt sein. Ich wollte Filme machen.

Sie waren querschnittgelähmt. Wie haben Sie es geschafft, wieder gehen zu lernen?
Ich habe mein Leben total umgekrempelt, mich von allem getrennt und ich wusste schließlich, wofür ich wieder gesund werden wollte.

Was war Ihr Traum?
Ich habe mir überlegt, wie ein Leben außerhalb dieser Gesellschaft aussehen könnte. Menschen, die nicht von unserem Schlag sind, müssten fünf Bedingungen erfüllen: keinen Strom, keine Straßen haben, weder Weißmehl noch Zucker und keine Touristen.

Und dann ...?
Dann kam ein Freund auf Besuch, dem ich das erzählte, und er sagte mir, dass er solche Menschen kenne. In Ladakh. Aber dass ich dort im Rollstuhl nicht hinkommen würde.

Also mussten Sie wieder gehen?
Bereits am nächsten Tag konnte ich meine große Zehe leicht bewegen. Mit einem Korsett und auf zwei Beinen verließ ich das Spital ein Jahr nach dem Unfall.

Was sagten die Ärzte?
Spontanheilung, einem von 20.000 Menschen passiert das. Daraufhin wollte ich mehr über Spontanheilungen erfahren und bin zu Schamanen und Heilern gereist, habe Filme darüber gemacht und nach 23 Jahren wusste ich, wie das geht.

Was ist das Geheimnis der Selbstheilung?
Die Schamanen erschaffen eine neue Wirklichkeit. Die muss nicht wahr sein, aber sie muss wirken.

Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen?
Man sucht die Krankheitsursache, einen ungelösten Konflikt, etwas aus der Kindheit. Dann schreibt man die Wirklichkeit um. Man muss beim Seelenschreiben in der Gegenwartsform bleiben, dann kann die neue Wirklichkeit wirken, es bilden sich neue Synapsen.

Wie lange dauert das?
Oft sind bereits nach drei Tagen – am Ende des Seminars – die Schmerzen weg.

Wann stößt Ihre Methode an Grenzen?
Wenn jemand sagt, meine Krankheit ist rein physisch oder vererbt. Wenn ich nicht glauben will, dass Bewusstsein Materie verändert, was die moderne Physik schon weiß. Ich behaupte, der Körper ist dem Gehirn zu 100 Prozent nachgeordnet, nicht nur zu 30 Prozent, wie die Psychosomatik sagt. Wer da an seine philosophischen Grenzen kommt, kommt auch an die Grenzen seiner Heilung. Und mit dieser Grenze hat jeder immer wieder zu tun, ich auch.

Was sagen Sie Kritikern, die Ihre Heilung als Einzelfall abtun?
Ich habe schon zu viele Fälle erlebt, um das noch zu glauben. Bei einer 140-Kilo Frau mit Diabetes stand sogar im ärztlichen Befund nach ihrer Genesung: Selbstheilung.

Wie erkennt man Scharlatane?
Ich bilde Menschen aus, meine Methode weiterzugeben. Und sie lernen, nicht übergriffig zu werden und zu sagen, was jemand tun muss. Wir stellen Fragen, die Antworten muss jeder selber geben.

Wie halten Sie sich gesund?
Mit Seelenhygiene. Ich betreibe das Seelenschreiben drei Mal wöchentlich. Es gibt dauernd Konflikte, die darf ich nicht verschleppen.

Clemens Kuby hält am 2. 10. einen Vortrag in Linz, von 3.-5. 10. findet in Kirchschlag ein Seminar statt. Infos und Anmeldung bei F. Naderer: 0699/ 14545050

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25. April 2024