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Gesundheit

Kraft und Saft der Frühlingskräuter

Von Barbara Rohrhofer   21. März 2018 00:04 Uhr

Kraft & Saft der Frühlingskräuter

Der Frühlingsbeginn ist die beste Zeit, sich auf die Suche nach den ersten Kräutern zu machen.

Doris Kern liebt den März, genauer gesagt den Frühlingsbeginn. "Jetzt geht's los mit meiner Kräuter-Leidenschaft: Die ersten Pflänzchen, die ihre Köpfe durch die Erde strecken, wecken die Lebenskräfte und stärken unseren Organismus", sagt die 34-jährige IT-Spezialistin, die in Peilstein geboren wurde. "Das Streifen durch Wiesen und Wälder ist für mich ein echtes Lebenselixier", sagt die Spezialistin für Traditionelle Europäische Heilkunde (TEH). "Seit Kindestagen fasziniert mich die Welt der Kräuter und alles, was man aus diesen Pflanzen machen kann: von der Creme bis zum Smoothie". Im Frühjahr hat die Mühlviertlerin, die derzeit in Salzburg lebt, alle Hände voll zu tun: Immerhin wollen die zarten Pflänzchen verarbeitet werden: zu Bärlauchkapern, Bärlauchblütenessig, Bärlauchöl, Spitzwegerichsalbe, Gänseblumeninktur.

Ihre Tipps zum Sammeln:

  • nur jene Pflanzen mitnehmen, die man auch wirklich kennt.
  • ungedüngte Wiesen bevorzugen
  • nicht neben vielbefahrenen Straßen sammeln.
  • Mehr auf www.mitliebegemacht.at
     

Spitzwegerich: Heilsames Hausmittel

Mit seinen länglichen Blättern schaut der Spitzwegerich jetzt bereits aus der Erde. Man findet ihn sehr häufig an Wegesrändern und in Wiesen.

Die Blätter der Pflanze haben sich bei Atemwegsbeschwerden und bei der Wundheilung als Hausmittel bewährt. Er kann als Tee oder als Sirup verwendet werden und lindert so Husten und Kratzen im Hals. Im Frühling wird er oft kurmäßig zur Blutreinigung eingenommen.

Dabei verwendet man gerne den frisch gepressten Saft der Pflanze. Zur Wundheilung, aber auch gegen lästige Insektenstiche kann man sich eine Spitzwegerichsalbe herstellen: Dazu schneidet man frische Spitzwegerichblätter klein und füllt sie in ein verschließbares Glas. Mit Oliven- oder Sonnenblumenöl aufgießen und die ersten Tage nur mit einem Baumwolltuch bedecken, sodass Feuchtigkeit austreten kann. Danach das Glas verschließen und zirka drei bis vier Wochen ziehen lassen. Nach dieser Zeit durch ein feines Sieb abseihen. Für 50 Gramm Öl zirka vier bis fünf Gramm Bienenwachs verwenden und beides gemeinsam im Wasserbad schmelzen. In Tiegel abfüllen und nach dem Auskühlen verschließen. Die Salbe kann auch als Brustbalsam verwendet werden.

Kulinarisch: Die jungen Blätter schmecken sehr gut in Smoothies und in der traditionellen Gründonnerstagssuppe darf er nicht fehlen!
 

Hänsel & Gretel: Hilfe bei Halsweh

Bei uns ist das Lungenkraut auch als „Hänsel & Gretel“ bekannt, und man findet es meistens in Laubwäldern und an Waldrändern. Die hübschen Blüten leuchten violett bis rosa und sind ein Farbklecks zwischen dem braunen Laub. Ein Tee aus den Blättern und Blüten schafft Linderung bei Halsweh und Husten.

Lungenkraut-Honig: Sehr fein ist ein Honig mit der wertvollen Pflanze. Dazu eine Schicht Honig in ein Glas geben. Blüten und Blätter des Lungenkrauts zerkleinern und auf den Honig geben. Wieder mit einer Schicht Honig übergießen. Dies wiederholen, bis das Glas voll ist, dabei immer mit einer Schicht Honig abschließen. Den Lungenkrauthonig drei bis vier Wochen ziehen lassen und danach abseihen. Bei Husten oder Halsweh mehrmals am Tag einen Teelöffel einnehmen und im Mund zergehen lassen.

In der Naturheilkunde findet das Lungenkraut erstmals im Mittelalter Erwähnung. Hildegard von Bingen nannte es Lungwurz, auch Paracelsus machte auf seine Heilwirkung bei Atemwegserkrankungen aufmerksam.

Den Namen verdankt das Lungenkraut logischerweise seiner heilenden Wirkung bei Atemwegserkrankungen. Auch der wissenschaftliche Name „Pulmonaria officinalis“ lässt sich von „pulmo“ (lat. Lunge) ableiten.

Kraft & Saft der Frühlingskräuter
Doris Kern

Bärlauch: Gut und kräftig

Der Bärlauch wird im Frühling sehnlichst erwartet, und das nicht nur bei kräuterbegeisterten Menschen. Typisch sind sein starkes und kräftiges Aroma. Obendrein gibt er uns im Frühjahr genau das, was wir brauchen. Denn er liefert viel Vitamin C, wirkt sich positiv auf unseren Darm aus, stärkt unsere Abwehrkräfte und senkt den Blutdruck. Wer an Eisenmangel leidet, sollte ebenfalls viel Bärlauch essen. Man findet das Multitalent oft in feuchtschattigen Laubwäldern – man riecht ihn oft schon von weitem. Ein Duft von Knoblauch liegt dann in der Luft!

Kulinarisch kann man ihn vielseitig einsetzen: als Zugabe in Salaten, in Suppen, Saucen, Pestos, Kräutertopfen – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sehr fein sind auch Bärlauchöl, Bärlauchblütenessig oder die eingelegten Blütenkapern.

Gegen Frühjahrsmüdigkeit: Im Bärlauch sind nicht nur viel Vitamin C, Eisen und ätherische Öle enthalten. Er wirkt entgiftend sowie reinigend und kann uns über Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen.
 

Reinigender Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eine zähe Pflanze, die fast überall wächst und bereits jetzt im Frühling verfügbar ist.
Seine Bitterstoffe wirken verdauungsanregend, helfen bei Völlegefühl und Blähungen. Der Löwenzahn ist wie viele andere Frühjahrskräuter ebenfalls blutreinigend und kann für eine Frühjahrskur verwendet werden.
Gerade jetzt sind die Blätter noch ganz zart und in einen Salat gemischt, schmecken sie besonders fein. Gärtner stehen mit dem Löwenzahn oft auf Kriegsfuß. Ist er gar nicht gerne gesehen, einfach die Wurzel ausstechen. Die kann ebenfalls vielseitig eingesetzt werden. Getrocknet wird sie als Tee oder geröstet als Löwenzahnkaffee verwendet.

Die Bitterstoffe des Löwenzahns bewirken, dass mehr Speichel und Magensäure ausgeschüttet werden. Gleichzeitig fördern sie die Freisetzung von Verdauungshormonen und -enzymen und kurbeln die Gallentätigkeit an. Durch diese Effekte regt Löwenzahn den Appetit an. Menschen, die auf Korbblütler allergisch reagieren, sollten ebenfalls auf Löwenzahn verzichten.
 

Brennnesseln im Salat und auf der Kopfhaut

Die Brennnessel wird leider sehr oft lediglich Unkraut gesehen, dabei sollten wir sie viel mehr schätzen. Sie beinhaltet viele wertvolle Inhaltsstoffe, so enthält sie ungefähr doppelt so viel Eisen und sechsmal so viel Vitamin C wie Spinat!

Auch andere Vitamine, Kieselsäure und Lecithin findet man in ihr. Man kann sie ganz einfach in die tägliche Küche einbringen, zum Beispiel in Form von Suppen, im Salat oder als grüner Smoothie.

Doch nicht nur in der Gesundheit und in der Küche kann sie ihre Wirkung entfalten; auch in der Schönheit hat sie ihren fixen Platz.

Brennnessel-Haarspülung: Wer schönes Haar haben will, der sollte sich auch um eine gesunde Kopfhaut kümmern – und hier kann die Brennnessel gut helfen. Denn sie stärkt die Durchblutung der Kopfhaut. Dafür nimmt man zwei Handvoll frische Brennnesseln und übergießt sie mit zirka 250ml heißem Wasser. Zugedeckt mindestens eine Stunde lang ziehen lassen. Danach den Sud abseihen und mit zwei Esslöffel Apfelessig mischen. In eine Flasche füllen, im Kühlschrank lagern und innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Nach der Haarwäsche die Spülung ins Haar und in die Kopfhaut gut einmassieren – nicht mehr ausspülen.
 

Gesundheit aus der Natur

Gänseblümchen - klein und zäh: Pflegestift: Gänseblümchenblüten in ein verschließbares Glas füllen und mit Sonnenblumenöl übergießen. Die ersten Tage mit einem Baumwolltuch abdecken. Danach das Glas gut verschließen und drei Wochen lang ziehen lassen, immer wieder schütteln. Danach durch ein feines Sieb abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Für den Stick zirka 25 Gramm Gänseblümchenöl mit 5–6 Gramm Bienenwachs im Wasserbad schmelzen, danach in Lippenpflegestifthülsen abfüllen (ergibt ca. 4 Stifte zu à 5 ml). Gut gegen kleine Wunden, Insektenstiche oder blaue Flecken!

Eine Tinktur aus Bärlauch: Mit Bärlauch kann man ebenfalls eine praktisch-gesunde Tinktur herstellen.
Dazu schneidet man ihn möglichst klein und füllt ihn in ein verschließbares Glas. Die geschnittenen Blätter zu ¾ in das Glas füllen und mit Vodka oder Korn übergießen. Das Glas verschließen und drei bis vier Wochen ausziehen lassen.

Danach durch ein feines Sieb abseihen und in dunkle Tropfflaschen abfüllen. Von der Tinktur 3x täglich 10–15 Tropfen mit einem Glas Wasser einnehmen. Eignet sich als abwehrstärkende Kur!

Smoothie gegen die Müdigkeit: Power-Getränk: Auch junge Brennnesseln, Vogelmiere, Gänseblümchen kommen schon aus der Erde und können gemeinsam mit Spitzwegerich und Löwenzahn zu einem kräftigenden Frühjahrssmoothie gemixt werden.

Dazu eine Handvoll gemischte Kräuter, einen halben Apfel, eine halbe Banane, Spritzer Zitrone ein Teelöffel Honig, ein halber Teelöffel Leinöl und ein Glas Wasser in einen Mixer geben und fein pürieren.

Schmeckt nach Frühling, stärkt die Abwehrkräfte, wirkt gegen Müdigkeit und macht fit für den Tag.

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