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Gesundheit

Kinder empfinden Handys sogar selbst als Stressfaktor

02. Oktober 2015 00:04 Uhr

Kinder empfinden Handys sogar selbst als Stressfaktor
Das Smartphone lenkt 48 Prozent der befragten Kinder von der Schule ab.

Smartphones greifen massiv in das Leben von Kindern ein. Diesen Eindruck bestätigt eine repräsentative Studie der Uni Mannheim.

Fast die Hälfte der Befragten im Alter von acht bis 14 Jahren gab zu, durch das Handy abgelenkt zu werden (48 Prozent) oder unüberlegt persönliche Daten preiszugeben (43 Prozent). Mehr als jeder Vierte erhielt schon einmal Nachrichten von Fremden. Und immerhin 24 Prozent fühlen sich durch die permanente Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp gestresst.

Kinder kennen Gewaltvideos

Jeder Fünfte (21 Prozent) ist schon auf nicht jugendfreien Seiten gelandet, gibt schulische Probleme durch seine starke Handy-Nutzung zu (20 Prozent) und hat via Smartphone schon Gewalt-Videos mit entwürdigenden Darstellungen bekommen (19 Prozent).

Dass echte Kommunikation mit Freunden zu kurz kommt, sagte jeder Siebte (15 Prozent). Jeder Zehnte ist schon Opfer digitalen Mobbings oder von Ausgrenzung aus WhatsApp-Gruppen geworden. Knapp jeder zwanzigste Befragte (vier Prozent) gab an, bereits intime Fotos verschickt zu haben.

Davon ausgehend, dass Kinder und Jugendliche dazu neigen könnten, die Schattenseiten des geliebten Smartphones herunterzuspielen, seien die Zahlen Mindestgrößen; eine Dunkelziffer nach oben hin könne nicht ausgeschlossen werden, sagt Karin Knop von der Uni Mannheim. Unter den 12- bis 13-Jährigen haben 85 Prozent ein Computerhandy, ergab eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom in diesem Jahr. Bei den jüngeren Jugendlichen zwischen zehn und elf Jahren nutzen gut die Hälfte ein Smartphone.

Vier Typen von Eltern

Viele der befragten Eltern fühlen sich überfordert. Die Forscher fanden vier verschiedene Typen von Eltern: Ein Siebtel (15 Prozent) kapituliert vor den mobilen Multifunktionsapparaten und verzichtet auf erzieherische Vorgaben. Im Gegensatz zu dieser "Laissez-faire"-Gruppe stehen die "ängstlich-konservativen Reglementierer". Sie schränken den Umgang mit dem Smartphone ein und ignorieren die Nachteile, die ihren Kindern dadurch entstehen.

Die "freundschaftlichen Liberalen" setzen auf ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Kindern, können deren Handy-Begeisterung nachvollziehen und machen sich wenig Sorgen. Die "kindzentrierten Aktiven" setzen sich mit dem Handy-Konsum ihrer Kinder stark auseinander, sprechen viel darüber und bemühen sich um nachvollziehbare Vorgaben für einen altersgerechten Umgang.

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