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Kann Elektrosmog krank machen? Eine Studie soll Beweise liefern

Von bar   26.Juni 2012

Kann Elektrosmog krank machen? Eine Studie soll Beweise liefern
Das Handy gehört nicht ins Schlafzimmer.

„Diese wunderbare neue Welt der Technik kann durchaus negative Nebenwirkungen haben“, warnen Umweltmediziner und Baubiologen. Laut Statistik klagen 16 Prozent der Österreicher über Elektrosmog und meinen damit allerlei diffuse Beschwerden und Schlafstörungen.

Doch im Gegensatz zum ursprünglichen Smog, der als sichtbare Dunstschicht über Ballungszentren und Großstädten liegt, ist das, was umgangssprachlich als Elektrosmog bezeichnet wird, absolut unsichtbar. Mit dem Wort Elektrosmog sind sowohl niederfrequente elektrische und magnetische Felder als auch hochfrequente elektromagnetische Felder gemeint.

EKG und Stresshormontest

Ob Elektrosmog für den Menschen tatsächlich gesundheitsschädigend ist oder nicht, soll nun in Österreich auch wissenschaftlich erforscht werden. In enger Zusammenarbeit von Ärzten und Elektrotechnikern ist dazu eine Feldforschung in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark angelaufen. „Ziel ist es, die Belastung des Menschen durch elektrische Größen zu messen“, sagte Bundesinnungsmeister Josef Witke von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) im Rahmen einer Pressekonferenz.

Bei der Studie wird überprüft, ob körperliche Beschwerden eines Patienten mit den elektromagnetischen Einflüssen seiner Umgebung zusammenhängen. Elektrotechnische Vermessungen, ein EKG und ein Stresshormontest sollen die „objektiven Befunde“ liefern, die Beschwerden der Probanden die subjektiven. Die Ergebnisse werden in etwa einem Jahr erwartet.

Besonders schädlich seien – so die Experten – sogenannte Reizpunkte oder Reizzonen, in denen der Körper punktuell einer sehr hohen elektromagnetischen Belastung ausgesetzt ist.

Schlafstörung und Schmerzen

„Dazu gehören beispielsweise eine WLAN-Verbindung, ein tragbares Festnetztelefon auf dem Nachtkästchen oder die wärmende Heizdecke im Bett“, sagt Hermann Jahrmann vom „Ingenieurbüro für Bauphysik & Biologie“ in Linz. „Metalle, Magneten und Rohre beeinflussen den Körper“, sagt die Ärztin Elisabeth Plank vom Salzburger Ingenieursbüro für Mess-, Steuer- und Regeltechnik. „In diesen Reizzonen kann es oftmals zu körperlichen Beschwerden kommen.“

Plank zeigt sich überzeugt von der gesundheitsschädlichen Auswirkung von Elektrosmog. Zu den möglichen Beschwerden zählt sie unter anderem vermehrte Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Allergien, Gelenksschmerzen bis zum Burnout-Syndrom. Mit den Erkenntnissen des „neuen Messverfahrens“ werde es nun möglich, derartigen durch Elektrosmog ausgelösten Beschwerden durch gezielte Anpassung des Lebensraums vorzubeugen. Dem Projektteam sei es ein Anliegen, diese Thematik „aus dem esoterischen Eck“ zu holen und wissenschaftliche Beweise zu sammeln. Für den praktischen Alltag geben die Experten den Rat, sich mit möglichst wenig metallischen Gegenständen zu umgeben sowie Sparlampen und Funkfrequenzen künftig nicht mehr in unmittelbarer Nähe des Körpers anzubringen.

Auch die Österreichische Ärztekammer hat im März dieses Jahres eine „Leitlinie zur Abklärung und Therapie von auf elektromagnetische Felder bezogenen Beschwerden und Krankheiten“ herausgegeben.

 

Vortragsreihe

Elektrosmog: Alles nur Panikmache? Das ist der Titel des Vortrags am Donnerstag, 28. Juni, von 19 bis 21 Uhr im AEC in Linz. Die Elektrotechniker, Baubiologen und Messtechniker Martin Grabmann und Armin Rebernik zeigen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema.

Mehr Infos über die Vortragsreihe „Gesund bauen und wohnen“ unter www.baubiologischesinstitut.at oder 0732/ 776044.

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