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Gesundheit

Jetzt haben auch schon Junge massive Rückenprobleme

Von OÖN   20. November 2018 00:04 Uhr

 Jetzt haben auch schon Junge massive Rückenprobleme
Die Haltung bei der Benutzung des Smartphones ist alles andere als rückenfreundlich, warnen Orthopäden.

Neue Kinderkrankheiten: Smartphone-Nacken und SMS-Daumen

Mehr als zwei Stunden täglich haben junge Menschen durchschnittlich ihr Smartphone oder Tablet im Einsatz. Kinder nutzen häufig auch noch zusätzlich eine Spielkonsole. Vor allem die Hals- und Nacken-Muskulatur kann durch die typische Handy-Haltung bleibende Schäden davontragen – bis hin zum Bandscheibenvorfall, warnte Orthopäde Ronald Dorotka bei einer Pressekonferenz. Die "digitale Lähmung" gilt als aktuelles Schlagwort in der Orthopädie. Vor allem beim "Texten" wird eine ungesunde Körperhaltung eingenommen", erläuterte der Präsident des österreichischen Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie (BVdO).

Alarm bei kribbelnden Fingern

Um die zwei Kilo wiegt ein durchschnittlicher Kopf. Wird dieser über längere Zeit in typischer Smartphone-Pose nach vorne geneigt, kann eine Belastung der Halswirbelsäule von bis zu einem Zehnfachen entstehen. Dies führt dann zu Nackenverspannungen und -schmerzen und letztlich auch zu Kopf- und Rückenschmerzen. Erste Symptome sind oft eingeschlafene, kribbelnde Hände beziehungsweise Finger.

Komme Bewegungsarmut zur Fehlhaltung dazu, bedeute dies "Alarm für die Rückengesundheit". Für Orthopäden seien Haltungsprobleme beim Nachwuchs aber nicht neu, so der Spezialist. "Schulkopfschmerzen" durch langes Sitzen an flachen Tischen etwa beobachte man schon lange – mittlerweile betrifft dies auch alle, die viel am Schreibtisch sitzen. Nun kommen spezielle Haltungsschäden durch die neuen portablen Medien hinzu. Untrainierte und Übergewichtige sind besonders gefährdet.

Schräge Arbeitsflächen und gezielte Gegenbewegungen könnten grundsätzlich derartige Erkrankungen vorbeugen und Schmerzen und Abnützungserscheinungen entgegenwirken.

Der Experte plädierte für angepasste Tische für die Jüngsten und vor allem für regelmäßige Bewegung. "Für uns Orthopäden kann es nicht genug Turnstunden geben", sagt Dorotka. Welcher Sport betrieben wird, sei dabei eher Nebensache. Hauptsache, man bewegt sich. Besonders geeignet wären etwa Klettern in der Halle oder Schwimmen. Mittlerweile sind alle Altersgruppen betroffen, bei Älteren mit bestehenden Abnützungserscheinungen können einfache Übungen und Lockerung besonders zielführend sein.

Die Be- und Überlastung gipfelt immer häufiger in einer chronischen Reizung, das Resultat sind Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen. Bewegungsarmut und wenig Sonnenlicht wirken als Verstärker, denn sie hemmen die Entwicklung von harten Knochen und damit einer natürlichen Widerstandskraft. Die neuen "Kinder"-Krankheiten betreffen immer mehr Menschen aller Altersklassen, Tendenz steigend.

 

Das Thema wurde auch in der aktuellen Sendung von OÖN-TV behandelt:

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