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Gesundheit

Glutenfrei ein Leben lang

Von Von Christine Radmayr   04. August 2010 00:04 Uhr

Glutenfrei ein Leben lang
„Nach und nach entdecken wir g’schmackige Nudeln und Kekse für Danielle“, sagt die Mutter der Kleinen.

Silke Ginter, die Mutter der siebenjährigen Danielle, reißt ein Brotsackerl mit der Aufschrift „glutenfrei“ auf. Seit Jänner weiß sie, dass eine Glutenunverträglichkeit der Grund ist, dass ihre Tochter zu klein und zu leicht für ihr Alter ist. Seit Danielle Diät hält, wächst sie schnell.

Biopsie zur Diagnose

Im Spital riet man zuerst zum Spritzen von Wachstumshormonen. „Ich verließ mich aber auf meinen Mutterinstinkt und wartete ab. Im Dezember 2009 wurden erhöhte Antikörperwerte im Blut gefunden, die auf Zöliakie, eine Unverträglichkeit von Klebereiweiß, hinweisen. Wir mussten eine Dünndarmsaugbiopsie zur Abklärung machen lassen. Danielles Darmschleimhaut war tatsächlich durch die Unverträglichkeit angegriffen.“

Die Diätologin erklärte Ginter, dass Danielle auf alles mit Weizen, Roggen, Gerste, kurzum Klebereiweiß (Gluten), verzichten muss. „Ich bestellte mir sofort ein Zöliakie-Hand- und Kochbuch. Beim ersten Einkauf nach der Diagnose habe ich eineinhalb Stunden mit dem Lesen von Inhaltsstoffen auf den Produktpackungen verbracht. Heute weiß ich, welches Gebäck gut schmeckt. Manches glutenfreie Semmerl ist so grauslich“, sagt Ginter.

Das Kind gedeiht mit der Diät prächtig und hat seit Jänner viereinhalb Kilo zugenommen. „Ich würde mir halt mehr Verständnis von der Umwelt wünschen. Manchmal werde ich in Geschäften mit einem ,Was heißt denn glutenfrei’ wie eine Exotin angeschaut, wenn ich Spezialbrot verlange“, seufzt Ginter und fügt hinzu: „Die Produkte sind auch recht teuer. Für 400 Gramm Toastbrot zahle ich 3,45 Euro.“

Diätsünden vermeiden

Schnell einmal ein Leberkäsesemmerl essen, das ist für Danielle tabu. „Auf Kinderpartys gebe ich ihr Jause und Kuchen mit. Manchmal bettelt Danielle schon, ,Mama darf ich nur ein Mal das essen, was andere auch essen?‘ Da tut mir das Herz weh.“

Für Danielle wird extra gekocht, die Oma backt glutenfreien Kuchen. Das Mädchen muss lebenslang diese Diät halten, damit ihr Darm gesund bleibt. Das Ziel der Mutter: „Ich will ihr ermöglichen, dass sie so unkompliziert wie möglich in dieses Leben hineinwächst.“

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