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Gesundheit

Generation XXL: 30 bis 40 Prozent der achtjährigen Buben sind übergewichtig

Von Barbara Rohrhofer   06. Oktober 2017 00:04 Uhr

Generation XXL: 30 bis 40 Prozent der achtjährigen Buben sind übergewichtig
Wer in frühen Jahren zu dick ist, hat eine niedrigere Lebenserwartung

Das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist seit dem Jahr 2000 sprunghaft angestiegen. Warum das so ist, erklärten zahlreiche Experten beim ersten "Ernährungsforum Eferding".

"Übergewicht ist die weltweit größte Gesundheitsbedrohung", sagt Margaret Chan, ehemalige Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Tatsächlich ist das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen seit dem Jahr 2000 sprunghaft angestiegen – auch in Österreich. Im Jahr 2017 sind 30 bis 40 Prozent der achtjährigen Buben hierzulande übergewichtig, bei den Mädchen sind es 25 Prozent. Warum das so ist, erklärten zahlreiche Experten gestern beim ersten "Ernährungsforum Eferding".

"Wir sind einer Umwelt ausgesetzt, die es unseren Kindern sehr schwer macht, gesund erwachsen zu werden", sagte Daniel Weghuber, Kinderarzt am Uniklinikum Salzburg. "Schon Zweijährige sitzen im Durchschnitt zwei Stunden vor dem Computer, vor dem Handy oder dem Fernseher. Es gibt mittlerweile Babys, die ihr Flascherl nur dann trinken, wenn sie nebenbei übers Tablet wischen können."

Viel zu wenig Bewegung und eine zu energiereiche Ernährung sind der Mix, der viele Kinder heutzutage schon früh zu dick macht – oft bereits in den ersten beiden Lebensjahren.

"Adipositas ist eine Krankheit, die andere Leiden wie Diabetes, Fettleber, Arthrose, Arteriosklerose und Krebs nach sich ziehen kann", sagt Kurt Widhalm, Kinderarzt und Präsident des österreichischen akademischen Instituts für Ernährungsmedizin in Wien. "Kinder, die schon in frühen Jahren adipös sind, haben definitiv eine niedrigere Lebenserwartung", sagt Widhalm.

Gegensteuern könne man mit ganzheitlichen Maßnahmen. "Wir wissen, dass Kinder mit ungefähr zehn Jahren sehr empfänglich für das Thema Gesundheit sind. Bei Ernährungsumstellungen müssten Eltern, Kindergartenpädagoginnen und Lehrerinnen mitmachen. "Die Projekte sollten über einen langen Zeitraum gehen und Bewegung und gesunde Ernährung in den Alltag einbauen. Zudem muss es wieder eine Tischkultur geben, bei der Handys keinen Platz haben", sagen die Experten.

Das Ernährungsforum Eferding wurde von Otmar Höglinger, Fachhochschule OÖ, Klaus Hraby, efko-Geschäftsführer, Georg Starhemberg, Starhemberg’sche Forst- und Güterdirektion, gegründet.

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