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Gesundheit

Entlasten, loslassen, neu starten: Ehemaliger Mönch begleitet beim Fasten

Von Barbara Rohrhofer   01. März 2017

Entlasten, loslassen, neu starten: Ehemaliger Mönch begleitet beim Fasten
Beim Fasten nimmt man meist intensiver wahr, was einem gut tut.

Worauf die Österreicher am liebsten verzichten? Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch, Zigaretten.

Johannes Hessler fastet zweimal im Jahr mindestens eine Woche lang. Seit zwei Jahren arbeitet der 50-Jährige als spiritueller Mitarbeiterbegleiter im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern – und als Fastenbegleiter in freier Praxis in Linz. Hier lebt der ehemalige Mönch mit seiner Frau und deren zwei Kindern.

Fasten ist im Alltag möglich

"Wenn die Blätter in der Natur gehen und nach ein paar Monaten wieder kommen, dann ist das der perfekte Zeitpunkt, um mit dem Fasten zu beginnen. Diese Übergänge – und hier passt der Aschermittwoch perfekt – sollte der Mensch nützen, um sich zu entlasten, um neue Kräfte zu sammeln, um zu sich zu kommen", sagt Hessler, der von 1994 bis 2013 Benediktinermönch, Priester und Geschäftsführer des Hildegardszentrum im Kloster Gut Aich in St. Gilgen am Wolfgangsee war.

Der Theologe und Sportwissenschafter arbeitete dort 16 Jahre lang als Leiter im "Ausbildungslehrgang für Meditationsleiter nach benediktinischer Spiritualität". Als "Bruder Johannes" hat er viele spirituelle Erfahrungen gesammelt – auch zum Thema Fasten. "Wenn ich heute Menschen dabei begleite, dann weiß ich, dass Fasten auch im Alltag möglich ist." Das Basische Fasten mit Gemüse, Suppen, Tees und Basenpulver würde den Körper entsäuern und ihm gleichzeitig Energie geben. Fasten finde aber nicht nur auf körperlicher Ebene statt, sondern bringe auch auf der Bewusstseinsebene Dinge in Gang. "Deshalb ist es wichtig, sich in der Woche des Fastens persönliche Freiräume zu schaffen." Folgende Themen würden bei allen Menschen, die fasten, eine Rolle spielen.

Achtsamkeit: In den Phasen des Fastens nimmt der Mensch meist intensiver wahr, was ihm gut tut und was nicht. "Viele lernen, achtsam zu werden, also im Hier und Jetzt zu leben. Das kann man gut üben, in dem beispielsweise den Tee ganz bewusst genießt."

Zeit: "In dieser Woche kann ich ein Gespür dafür entwickeln, welche Freiräume ich brauche und was mir unnötigen Zeitdruck macht."

Entschleunigung: Hineinhören, das innere Geschehen wahrnehmen und auf das Wesentliche konzentrieren.

Positive Leitsätze: In den Fastenwochen, die Johannes Hessler betreut, werden bei den abendlichen Treffen positive Leitsätze für den nächsten Tag ausgegeben, die beispielsweise lauten können: Was nährt mich, was stärkt mich? Wo ist der Anker in meinem Leben?

In Bewegung kommen: In Form bleiben und wieder in Form kommen – die ideale Kombination zum Fasten ist Bewegung. "Gehen Sie täglich spazieren." Bewegung an der frischen Luft tut gut und macht den Kopf zusätzlich frei.

Abnehmen: Ein nicht unwesentlicher positiver Aspekt von einer Fastenwoche: "Die meisten nehmen zwei bis zweieinhalb Kilogramm ab und fühlen sich weit wohler als vorher", sagt Hessler. Allerdings sollte die Gewichtsreduktion niemals das Ziel sein, sondern als Anlass genommen werden, um mit einem gesunden Lebensstil weiter zu machen.

Neu durchstarten: "Nach dem Fasten fühlt man sich energiegeladen und ist sehr motiviert, die neuen Impulse, die neuen Inputs in sein Leben zu integrieren", sagt Hessler.

Den nächsten Einführungsabend zum Thema hält Johannes Hessler am 29. 3., 19 Uhr, in Leonding, Thomas-Mann-Straße 5

 

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