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Gesundheit

Die Haut vergisst nichts

Von Barbara Rohrhofer   27. März 2013 00:04 Uhr

Die Haut vergisst nichts
Ab in die Sonne! Aber bitte nicht zu lange und das Eincremen eine halbe Stunde vorher nicht vergessen.

Die Menschen gehen mit der Sonne viel zu leichtsinnig um – wie man sich vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen kann.

Im Frühjahr lechzt der Mensch nach Sonne. Die blasse Winterhaut will ein bisschen gebräunt werden. „Etwas Farbe zu haben“ gilt in unseren Breiten ja nach wie vor als Schönheitsideal. Doch wie viel Sonnen schadet der Haut? Welcher Sonnenschutzfaktor ist der richtige? Hautarzt Primar Werner Saxinger vom Klinikum Wels-Grieskirchen beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Sonne.

Kann man die Haut mit Ernährung auf die Sonne vorbereiten? Viele schwören da ja auf das tägliche Glas Karottensaft.

Karotin färbt die Haut ein bisschen ein. Ein Schutz ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Es ist aber sicherlich gesund, Karotten zu essen. Nur: Einen Sonnenschutz ersetzen sie keinesfalls.

Manche legen sich im Frühjahr zum „Vorbräunen“ ins Solarium. Macht das Sinn?

Als Hautarzt muss ich hier ein klares „Nein“ sagen. Wenn man nach dem Solariumbesuch gebräunt ist, heißt das nichts anderes, als dass die Haut als Reaktion auf die UV-Bestrahlung eine Lichtschwiele gebildet hat. Die Braunfärbung ist eine Schutzfunktion der Haut auf übermäßige Besonnung.

Man hört immer wieder, dass die Haut einen Eigenschutz von bis zu 30 Minuten hat, stimmt das?

Nein. Auf das sollte man sich nicht verlassen. Einen Sonnenbrand holt man sich schnell. Mehrere Sonnenbrände verursachen Lichtschäden wie Faltenbildung, Unelastizität und Pigmentstörungen, im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Früher cremte man sich mit Lichtschutzfaktor 10 ein, heute mit 20, 30 oder gar 50. Ist dadurch unsere Haut nicht viel besser geschützt?

Wer auf Urlaub ist und sich täglich der Sonne aussetzt, sollte eine Regel beachten: Nicht nur einmal täglich eincremen, sondern mindestens dreimal – und dick auftragen. Cremen Sie sich am besten eine halbe Stunde vor dem Sonnen ein, damit die Creme auch in die oberste Hautschicht dringen kann.

Was ist eine gute Sonnencreme?

Eine gute Sonnencreme sollte wasserfest sein und auch zum Hauttyp passen (fettig oder trocken). Die in Österreich im Handel erhältlichen Produkte sind alle okay. Man sollte darauf schauen, dass die Creme einen Lichtschutzfaktor im UVA- und UVB-Bereich hat.

Muss ich mich auch eincremen, wenn ich die ersten, wärmenden Sonnenstrahlen im Frühling genießen will?

Ja, sobald die Sonne scheint, sollte man eine Gesichtscreme mit Sonnenschutzfaktor verwenden. Viele Menschen gehen zu sorglos damit um. Ich kann nur sagen: Die Haut vergisst nichts.

Wie kann ich sichergehen, dass meine Muttermale alle okay sind und sich nicht verändern?

Am besten selbst beobachten und einmal im Jahr beim Hautarzt anschauen lassen. Denn wenn Ihr Arzt eine suspekte Veränderung erkennt und es sich dabei um ein Melanom im Frühstadium handelt, kann es geheilt werden. Jede Veränderung, die größer wird, juckt, verschiedene Farben annimmt oder blutet, muss vom Spezialisten angeschaut werden. Ich sage immer: Wer einmal im Jahr zum Dermatologen geht, investiert zehn Minuten für eine wirklich schmerzfreie Untersuchung, die aber das Leben retten kann.

 

Der Experte

Primar Werner Saxinger ist Leiter der Abteilung für Dermatologie am Klinikum Wels und stv. Fachgruppenleiter der Hautärzte bei der Ärztekammer für OÖ. Sein Tipp zu Sonne und Vitamin D: Wer zwei- bis dreimal pro Woche Hände, Arme und Gesicht fünf Minuten in die Mittagssonne strecke, produziere ausreichend Vitamin D.

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