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Gesundheit

Bitteres hilft beim Abnehmen

Von Dietlind Hebestreit   29. Oktober 2014 00:04 Uhr

Bitteres hilft beim Abnehmen
Weil Grapefruit bitter schmeckt, ist sie gut für den Körper.

Die ungeliebte Geschmacksrichtung wirkt sich sehr positiv auf die Gesundheit aus. Sie nimmt den Heißhunger auf Süßes und regt die Verdauung an.

Bitter ist in unserem Sprachgebrauch ein negativer Begriff. Auch in der Küche sind bittere Speisen aus der Mode gekommen: In industriell gefertigten Lebensmitteln kommt die Geschmacksrichtung kaum vor, und sogar bei Naturprodukten wie Salaten, Gemüse und Obst setzen sich Züchtungen durch, die kaum noch Bitterstoffe enthalten. Dabei sind diese besonders wichtig. "Sie regen schon im Mund die Verdauung an", sagt Ernährungstrainerin Susanne Pühringer vom Kneipp-Traditionshaus Bad Mühllacken. Startet die Verdauung, dann lässt der Hunger nach. Das hilft beim Abnehmen. Auch nimmt Bitteres den Heißhunger auf Süßes.

Kontrolle des Zuckerspiegels

Bitterstoffe sind auch beim Aufschließen von Fett im Körper beteiligt und regen die Darmperistaltik an, Letzteres hilft besonders Menschen, die unter einem trägen Darm leiden, denn dann lagern sich oft Giftstoffe im Enddarm an. Ein weiterer positiver Effekt: Bittere Lebensmittel helfen auch den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Eine Möglichkeit ist es, vor jeder Mahlzeit einen Kaffeelöffel bittere getrocknete Kräuter zu essen. Geeignet sind zum Beispiel Löwenzahn, Schafgarbe, Wermut, Kamille oder Tausendguldenkraut. In die Salatschüssel passen entsprechende Sorten wie Chicorée, Lollo Rosso, Radicchio oder Rucola. Wer sich bei den Früchten nach Bitterem umsieht, stößt auf die Schalen von Zitrusfrüchten (natürlich unbehandelt), oder er löffelt das Fruchtfleisch der Grapefruit. Für Genussmenschen eignen sich in Maßen auch Kaffee, schwarzer Tee und sogar Schokolade, wenn sie einen hohen Kakao-Anteil hat. Die darin enthaltenen Bitterstoffe Koffein und Theobromin sind psychoaktive Substanzen, die nicht nur anregend, sondern sogar stimmungsaufhellend wirken können.

"Tatsächlich sind bittere Lebensmittel die beste Medizin, die die Natur zur Verfügung hat. Oft verschwinden durch sie Beschwerden wie Blähungen oder Sodbrennen", sagt Pühringer. Um davon zu profitieren, muss der Geschmackssinn aber wieder umtrainiert werden. "Das dauert schon ein paar Wochen", sagt die Expertin. Kinder sollten möglichst von Anbeginn daran gewöhnt werden, auch Bitteres zu essen.

Wem es nicht gelingt, seine Ernährung in Richtung bitter umzustellen, der kann auf Kräuter-Kapseln aus der Apotheke zurückgreifen. Auch Schwedenbitter, möglichst in Bioqualität und ohne Alkohol, kann für manche Menschen die Lösung sein.

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