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Gesundheit

Auch Kinder sind "voll gestresst"

Von Claudia Riedler   12. Oktober 2016 00:04 Uhr

Auch Kinder sind "voll gestresst"
Kinder im Stress verhalten sich oft seltsam.

Smartphones, Medienflut, wenig Bewegung, viel Schule - Stress betrifft nicht nur Erwachsene. Allerdings ist es bei den Kindern oft schwieriger herauszufinden, was sie wirklich belastet.

Aufstehen, schnell fertig machen für die Schule, neue Lehrer, lernen, Streit mit der Freundin, Nachhilfe, Geigenunterricht, ständig in die WhatsApp-Gruppe schauen, Computer spielen, Fernsehen ...

Ein Tag im Leben eines Kindes ist voll gefüllt und enthält viele Stressfaktoren. Die Symptome sind unterschiedlich. "Je kleiner die Kinder, umso somatischer. Sie klagen über Bauchweh, Kopfweh und können nicht essen. Auch Schlafstörungen sind ein Symptom für Disstress, also negativen Stress", sagt Matthias Hartmann, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Kepler-Universitätsklinikum.

Stress kann aggressiv machen

Es gibt aber auch viel weniger eindeutige Stress-Symptome, etwa, wenn Kinder plötzlich schwierig werden, sich unmöglich benehmen oder aggressiv sind. "Wenn man merkt, man kann gar nicht mehr mit ihnen reden oder wenn sie sich zurückentwickeln, wenn Volksschulkinder wieder einnässen, dann kann Stress die Ursache sein", sagt Hartmann. Während guter Stress motiviert, ist der Energieschub beim negativen Stress destruktiv und unkoordiniert. "Die Kinder werden dann unruhig und aggressiv, um wieder Kontrolle zu bekommen", erklärt der Experte.

Dabei wird das limbische System im Gehirn, das für Emotionen zuständig ist, in Alarmzustand versetzt und überlagert das rationale Denken. So beschreibt es der Psychologe Stuart Shanker in seinem Buch "Das überreizte Kind" (Mosaik-Verlag). Einem gestressten Kind falle es schwerer, einem Impuls zu widerstehen. Es rennt also herum, wenn es eigentlich stillsitzen soll, oder isst unkontrolliert Süßes.

"Für Eltern ist es wichtig, im Kontakt mit ihrem Kind zu sein, um zu wissen, was es beschäftigt. Nur so können sie die Überforderung erkennen", sagt Hartmann. Es gehe nicht darum, ständig am Handy anzurufen, sondern sich wirklich Zeit zu nehmen. "Besonders Übergangszeiten, etwa ein Schulwechsel, sind Risikozeiten. Aber auch die Trennung der Eltern kann viel Stress auslösen."

 

Tipps für Eltern

Was Eltern tun können, um Stress zu vermeiden:

  • Ausreichend schlafen und essen ist wichtig für die Energie der Kinder. Mediennutzung vor dem Einschlafen verstärkt den Stress zusätzlich.
  • Medienfreie Zeit einplanen; das gilt nicht nur fürs gemeinsame Essen. Stattdessen miteinander reden, spielen.
  • Rituale wie das gemeinsame Essen bieten Raum für Gespräche.
  • Weniger ist mehr. Versuchen Si, die Freizeit zu entschleunigen, das Leben ist hochtourig genug.
  • Die Stärken der Kinder fördern, etwa Kreatives, Sport oder Musik.
  • Gemeinsame Hobbys mit den Kindern sind wichtig, weil das den Zugang zu ihnen öffnet.
  • Modellwirkung: Erwachsene sollten sich auch an diese Tipps halten.

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