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1,6 Milliarden Menschen leiden an Hörverlust

03.März 2021

1,6 Milliarden Menschen leiden an Hörverlust
Oft sind Hörprobleme behebbar.

"Millionen Menschen könnten mit relativ einfachen Mitteln vor Hörschäden bewahrt werden", sagte Shelly Chadha, Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), gestern.

Mit medizinischen Behandlungen und Operationen könnten die meisten Ohrkrankheiten behoben und potenziell auch Hörverlust wieder wettgemacht werden.

Hörverlust entsteht unter anderem bei Problemen während der Geburt oder durch Infektionskrankheiten. Bei Kindern wären laut Chadha fast 60 Prozent der Fälle vermeidbar. So könnten Impfungen gegen Röteln und Meningitis sowie die Früherkennung und Behandlung von akuten Mittelohrentzündungen viele Kinder vor Hörschäden bewahren. Bei Erwachsenen seien Lärmschutz und Ohrhygiene wichtig, um der Gefahr von Hörverlust vorzubeugen. Rund 1,1 Milliarden junge Menschen riskieren laut WHO Schäden, weil sie zu oft zu laut Musik hören. Für diesen Bereich seien verstärkt gesetzliche Regelungen nötig.

Problem verschärft sich weiter

Bis 2050 könne die Zahl der Menschen mit Hörverlust auf fast 2,5 Milliarden steigen, wenn die ärztliche Versorgung nicht verbessert wird, schätzt die WHO. Gründe dafür sind die wachsende Weltbevölkerung und die steigende Lebenserwartung. Etwa jeder vierte Erdenbürger würde dann mit einer Höreinschränkung leben. Die Zahl der Menschen mit schweren Einschränkungen drohe von 430 Millionen auf 711 Millionen zuzunehmen. Diese Gruppe müsse besser mit Hörgeräten, Hörimplantaten und Unterricht in Zeichensprache versorgt werden. Derzeit verwenden nur 17 Prozent der Schwerhörigen weltweit Hörgeräte.

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17. Mai 2021